Longshot Comics

Shane Simmons ist ein kanadischer Autor von Drehbüchern und Comics und solchen Sachen. Unter anderem gibt es von ihm die Longshot Comics.
Die sehen so aus:

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Und die heißen Longshot, weil das Geschehen aus solch weiter Entfernung aufgezeichnet ist, dass die Personen gerade mal als Punkte erscheinen:

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Der erste Band, „The Long and Unlearned Life of Roland Gethers“, umfasst 89 Jahre britischer Geschichte. Er beginnt mit der Geburt von Roland Gethers in Cardiff, Wales; es gibt sechs Hauptpersonen, Dutzende von Nebencharakteren, Hunderte von Kleinauftritten – ein Werk aus 3840 kleinen Kästchen mit einem halben Zoll Seitenlänge. Aber auch in diesem reduzierten Format lässt sich eine Geschichte erzählen – und nur in in diesem reduzierten Format eine Geschichte von solchen epischen Ausmaßen.
Der Folgeband nimmt die Familiensaga mit dem Enkel von Roland Gethers wieder auf.
Durch das Format verzichtet der Autor auf viele Elemente des Comic-zeichensystems: Das sind nicht nur die Zeichnungen selber, das sind vor allem auch Rahmenart, Rahmengröße, Rahmenanordnung. Die werden ja oft benutzt, um das Vergehen oder Nichtvergehen von Zeit anzuzeigen. Die Beschränkung auf den regelnmäßigen Takt – Quadrat um Quadrat um Quadrat – rückt die übriggebliebenen Mittel in den Vordergrund, also etwa den Text, das Fehlen von Text, die Wiederholung von Bildern. Das Fehlen von konkreten Zeichnungen rückt das ganze manchmal in die Nähe eines Hörspiels: Manche Witze (darunter nicht ganz jugendfreie) funktionieren nur, weil man nicht genau sieht, was geschieht.

Im Maro Verlag gibt’s das Werk übrigens auf Deutsch. Da wurden zu meiner Schulzeit noch unsere Fanzines gedruckt.

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