P. Howard, Ein Seemann von Welt

Gerade gelesen: Eine Abenteuergroteske von 1940. Die Leute heißen etwas ungewöhnlich (Jimmy Reeperbahn, Fred Unrat) und nehmen den Ehrenkodex der Unterwelt merkwürdig wörtlich. Wenn’s das allein wäre, gefiele mir das Buch nicht: Ich mag grotesk sehr gerne, aber reine Absurdität langweilt mich. Ich brauche Handlung.
Glücklicherweise gibt es auch davon genug: Tropische Inseln, Kapitäne, Piraten, verlorene Söhne, Revolutionen und Intrigen. Schiffe.
Der Autor schreibt unter Pseudonym, mehr dazu hier.

Viel habe ich zu dem Buch dennoch nicht zu sagen, und ich würd es gar nicht erwähnen, hätte es mich nicht an zwei andere Bücher erinnert: Einmal die Sammlung Kriminalsonette (1913) von Ludwig Rubiner, Friedrich Eisenlohr und Livingstone Hahn. (Kennengelernt habe ich sie über Robert Gernhardts empfehlenswerte Gedanken zum Gedicht, immer wieder mal in, mal out of print.) Kurzes Googlen brachte folgenden Wikipedia-Eintrag zu Rubiner, eine Rubiner-Homepage, dort auch einige der Sonette. Gelesen habe ich sie noch nicht, aber jetzt immerhin mal bestellt.

Und zweitens hat mich das Buch erinnert an eine andere Revolutionsgeschichte. Vor zehn oder fünfzehn Jahren habe ich mal eine Dünndruckausgabe von O. Henry gefunden, The Complete Works, knapp 1400 Seiten, und ratzfatz ausgelesen. Einige Geschichten blieben besonders hängen, vor allem die Sammlung Of Cabbages and Kings. Eine Sammlung von Kurzgeschichten, die sich dann aber doch als zusammenhängend herausstellen – das Romanartigste, das O. Henry geschrieben hat (online hier).
Of Cabbages and Kings ist auch eine Räuberpistole um Mittelamerika und Schätze und schöne Frauen und Revolutionen. Da muss ich mal wieder reinschauen, mal sehen, ob sie mir noch immer gefällt. O. Henry ist ja nicht jedermanns Sache.

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