Großschreibung beim Siezen

Beispielsatz, ohne aktuellen Anlass:

Lieber Herr Rau, Sie schreiben ja so viel in Ihr Blog. Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass Sie sich manchmal wiederholen?

Gut, beim Siezen wird großgeschrieben: Personal- und Possessivpronomen: „Sie, Ihnen, Ihr“. Warum nicht auch beim Reflexivpronomen „sich“?

– Nachtrag 2018: Zumindest James Joyce schreibt in A Portrait of the Artist as a Young Man in der Mitte (S. 133, meine Ausgabe), bei dieser endlos langen Buß- und Predigtsequenz, das Relativpronomen „Whose“ groß, wenn es sich auf Gott bezieht. Das Possessivpronomen sowieso.

11 Antworten auf „Großschreibung beim Siezen“

  1. Entschuldigungen, ich hab KEIN Deutsch!

    P.J. Hindle-Briscall war mein Vater. Sprechen Sie Englisch, oder Franzosisch oder Italienish, ich kann besser verstehe.

    Gruss (und viel danke an Lila),
    Adrian

  2. Ja, Internet ist schon eine tolle Sache. Ich bin selbst schwer beeindruckt von Adrian, der den Namen seines Vaters bei mir im Blog fand und sich daraufhin gemeldet hat.

    Übrigens sehr coole Spam-Filter. Verlockt einen geradezu, sich immer wieder zu neuen Kommentaren durch die Prüfung zu schummeln…

  3. das Reflexivpronomen ist keine persönliche Anrede des Sprechers in Richtung des angesprochenen und kann deshalb klein geschrieben bleiben, da die Großschreibung als „Respektskennzeichnung“ seitens des Sprechers zum direkt angesprochenen dient.

    Oder so herum: „sich“ ist keine Ansprache sondern ein Bezug: es setzt eine Sachaussage in den Bezug einer Person.

  4. Okay. Verstehe ich. Deixis und so. Gilt das nicht auch für das Possessivpronomen bzw. den Possessivbegleiter „Ihr“?

    Im Englischen ist der Anrede-Bezug beim Reflexivpronomen übrigens da, finde ich. „You have said yourself“, auch wenn das Reflexivpronomen da eine andere Funktion hat. „Do you ask yourself sometimes if…“ Kann er dann im Deutschen wirklich fehlen?

    Vermutlich schon, zugegeben.

  5. Hallo Herr Rau,

    heutzutage muss man, so finde ich, schon dankbar sein, wenn jemand die Anrede „Sie“ groß schreibt.
    Dann noch zu fragen, warum man „sich“ klein schreibt, geht schon ins Über-Sinn-liche ;-)

    Herzliche Grüße von

    Gaby,

    ehemals beruflich angesprochen mit „Frau Fischer“

  6. Ja, das selbe gilt für das Possesivpronomen. Wenn es eben für diesen Aspekt verwendet wird. Die Schwierigkeit besteht darin, dass „Ihr“ sozusagen ein Homonym ist (nicht wirklich, natürlich, aber eben rein „optisch“) und diese Buschstabenfolge eben ein Possesivpronomen oder ein Personalpronomen sein kann.

    Wobei „Ihr“ als Ansprache dennoch klein geschrieben wird, da hier mehrere Leute als Gruppe angesprochen werden und somit keine dezidiert persönliche Ansprache einer bestimmten Person vorliegt.

    Ausnahme: pluralis majestatis :-D

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