Auf Augenhöhe

Im Informatikunterricht berate ich oft einzelne Schüler und Schülerinnen, während jeder vor sich hin an einer Aufgabe werkelt.
Gerade in der Mittelstufe kann ich mich dabei nicht mehr so einfach von vorn oder hinten über den Tisch (und die Schülerin) beugen; immer häufiger muss ich in die Knie gehen und mich quasi auf Aufenhöhe mit den Schülerinnen unterhalten.

Auch sonst wird es überall Sommer.

Heute sehr schön, sicher auch wegen dem Wetter, aber auch wegen der Schüler. Die 11. Klasse kennt den Nathan viel besser als ich; immer wenn ich elegante Thesen anbiete, kommen sie mir mit Textstellen, die mir widersprechen. Das freut mich natürlich. Einerseits. :-)

Und die 5. Klasse hat heute sehr schön Dialoge vorgespielt. Die einen hatten Handtuch, Kamera und Münzen dabei, und ich musste den Eisverkäufer am Strand spielen. Auch sehr schön.

4 Thoughts to “Auf Augenhöhe

  1. Wie gern wollte ich das schon einmal einem Lehrer mitteilen: Wegen dem oder wegen des Wetters? ;-) Nimms mir nicht übel, aber ich bin eben darüber gestolpert und mache es (die bösen Schüler!) hie und da auch falsch…

  2. Hahaha, das war in der Deutschstunde heute wirklich lustig. Da sieht man mal, wieviel beim Lesen der Lektüren – zumindest kurzfristig – wirklich hängen bleibt …
    Andererseits ist es mit den Thesen wirklich schwer – vor allem, wenn man selbst z.B. bei einer Erörterung einen bestimmten Standpunkt vertritt und dann entweder kurz vor Ende merkt, dass manche zitierten Stellen der eigenen Aussage widersprechen oder man selbst am jetzt noch Punkte dagegen findet…

    PS: Ich bin nicht derjenige über mir; momentan bin ich der 11c-Tobias (der ohne verlinkten Namen bzw. ohne Blog), aber ich überlege mir noch was.

  3. @Tobias 1: Ich habe mich bewusst für die salomonische Lösung entschieden, einmal mit Genitiv, einmal mit Dativ. Ich hab noch überlegt, ob ich’s kommentieren soll, war dann aber überzeugt, dass sich dazu noch Gelegenheit bieten würde… :-)

    Als Sprecher benutze ich je nach Situation beide Formen; als Sprachwissenschaftler sehe ich, dass beide Formen verwendet werden (nach Vorbildung, Situation und Anspruch verschieden); als Lehrer weiß ich nicht genau, was ich sagen soll. Der Punkt taucht aber in der Schule selten auf.

    Ich behaupte mal, dass es kaum noch Sprecher gibt, die wegen+Genitiv verwenden können, ohne sich dessen bewusst zu sein. Und das ist dann schon das Aus, denke ich.

  4. Vielleicht sollte ich für die Leser noch ergänzen, dass die nächste Schulaufgabe eine literarische Erörterung ist, die auch dialektisch sein kann, und bei der es darum gehen wird, dass man Behauptungen zu einem Werk aufstellt und diese Behauptungen am Text belegen und begründen muss. Wir müssen uns also gar nicht über alles einig sein.

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