Schauspielerei und Kasse machen, Film drehen

Abends ist zur Zeit immer was los: Samstag war eine Feier, Sonntag Bloglesung in München. Ich saß an der Kasse und habe Geld eingesammelt. Das weckte Erinnerungen: Schon im Anglistentheater in der Uni habe ich viel Kasse gemacht. Und Programme entworfen. Und Poster in der Uni aufgehängt. (Wohin am besten, wieviele Klebestreifen, wieviele Poster neben- oder untereinander, auch mal eines verkehrtherum, alles, damit es auffällt. Eine Kunst und Wissenschaft zugleich. Vielleicht übertreibe ich auch.)
Und einmal hing ich im Klettergewand von der Decke, ließ mich von einer Seite zur anderen pendeln und sprühte eine auf dem Boden unter mir liegende riesige Leinwand mit Spraydosen ein. Sehr spät kam jemand auf die Idee, das noch mit einem Atemschutz zu ergänzen.

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Ach, die Dinge, die man in seiner Jugend so treibt. Meine Lieblingsinszenierung war A Little Older. Es hat mich jedesmal geschüttelt bei: “Look, it’s beginning to snow.” Die Discokugel an der Decke begann sich zu drehen, die Musik setzte leise ein, überall im Saal erschienen tanzende Lichtpunkte.

Schauspielern kann ich allerdings gar nicht. An der Kasse sitzen schon eher. So eben auch bei der Bloglesung am Samstag. Ich habe trotzdem alle Texte gehört und fand sie gut, einige kannte ich schon vom Lesen. Ich musste nicht im Publikum sitzen, sondern irgendwo fernab und hatte etwas zu tun. Das mag ich noch lieber. Ich hab’s nur bei einer Besucherin versucht mit “Haben Sie eine Kundenkarte?”, kam nur mittelmäßig rüber, muss noch an meinem Timing arbeiten. Zum Schluss haben mir die Veranstalterinnen auch noch am Mikrophon für die Hilfe gedankt. Ich vergesse immer wieder, wie wichtig Lob und Dank sind. Tolle Sache nämlich.

Gestern abend war ich dann noch bis spät in der Schule, Film drehen. Mein alter Freund Alexander dreht einen Amateurfilm und brauchte dafür noch einen Schauspieler, aber vor allem für einige Szenen einen Computerraum ein Rechenzentrum. Und da dachte er an mich und unsere Schule. Ich habe brav die Schulleitung gefragt, danach und deshalb auch brav ein Schreiben an den Sachaufwandsträger (Landratsamt) verfasst, bin mit der Schulsekretärin drübergegangen, die dann möglicherweise auch noch gute Worte für mich eingelegt hat, so dass wir jedenfalls problemlos drehen durften.

Wie gesagt, ein Amateurfilm. Aber immerhin so richtig mit Scheinwerfern und Folien, so wie ich sie eben auch noch aus der Theaterzeit kannte. Den Text habe ich gekonnt, was immer meine größte Sorge ist.

So. Heute Abend ist dann Einladung des Elternbeirats für alle Lehrer, das traditionelle und sogeannte Kartoffelessen. Morgen ist Feiertag, ich geb’s zu, aber den Tag haben wir dafür an einem anderen Tag hereingearbeitet. Donnerstagabend dann allgemeienr Elternsprechabend.

2 Antworten auf „Schauspielerei und Kasse machen, Film drehen“

  1. Inszenieren und Drehorte akquirieren… au ja, auch Dinge, für die ich schon viele Tage mit Genuss verbracht habe. :) Wird es den Film irgendwann im Netz zu sehen geben?

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