Dritter Schultag nach den Ferien und neues Lieblingsblog

Nachtrag: Blog-Empfehlung kommt morgen, hab’s vergessen.

Bald höre ich auf mit diesem Zählen.

Wenig Schule heute; in der 11. Klasse habe ich bei der literarischen Erörterung an der Tafel die Kategorien:

  • Brot-und-Butter-Behauptung
  • Triviale Behauptung (Oblaten)
  • Überflüssige/nicht zum Thema gehörende Behauptungen (Alufolie, Gräten, abgeschnittene Fingerkuppen)
  • Kühne Behauptungen/Marzipan-Behauptungen (auch: Rosinen-Behauptungen)

eingeführt.

Brot-und-Butter-Behauptungen sind wenig spektakuläre, aber notwendige Behauptungen; wenn man genügend davon im Aufsatz hat und sonst nichts, ist das immer noch ausreichend, ansonsten mangelhaft. Triviale Behauptungen kosten nur Zeit, weglassen. Nicht zum Thema gehörende Behauptungen geben Abzug. Für sehr gute bis befriedigende Arbeiten braucht man Kühne Behauptungen. Ein Maß für die Kühnheit einer Behauptung, ist der Aufwand, den man beim Begründen der Behauptung treiben muss. (Hm. Vielleicht sollte ich auch noch Tollkühne Behauptungen einführen.)

Beispiele (zu Nathan der Weise), aus der Stunde heute:

“Die Christen im Stück können sich erst dann entwickeln, wenn sie ihre Religion abgelegt haben.” (Marzipan)
“Der Patriarch ist ein machtgieriger Mensch.” (Brot-und-Butter)
“Der Papst heute…” (gehörte nicht zum Thema)

Leider habe ich mir nicht mehr Schüler-Behauptungen merken können, da waren richtige gute dabei.
Wir haben zu einem gegebenen Nathan-Thema in kleinen Gruppen Behauptungen gesammelt und danach ein Los von vier Taschenbüchern versteigert, die ich zufällig dabei hatte und eigentlich dem Englisch-Leistungskurs andrehen wollte. Jede neue vorgetragene Behauptung sollte besser (kühner, interessanter) sein als die vorhergehenden. Die kühnste noch begründbare Behauptung erhielt den Zuschlag, ihre Begründung wurde Hausaufgabe, die Gruppe erhielt die Taschenbücher, die eher ein symbolischer Preis waren.

Also, mir hat’s Spaß gemacht.

4 Antworten auf „Dritter Schultag nach den Ferien und neues Lieblingsblog“

  1. Wo ist denn der neue Lieblingsblog, wie in der Überschrift noch lauthals verkündet? Oh, der Lehrkörper wird alt und vergesslich ;-)

    Aber es wäre schön, wenn es mal einen Deutschlehrer gäbe, der für sinnlose, einfach nur füllende Phrasen Punkte abzieht bzw. es negativ zur Kenntnis nimmt. Bei den meisten Lehrern wirkt das positiv und es wird sowieso nur danach bewertet, wer mehr Wörter hat (weil da muss ja auch mehr drin stehen), oder es wird dann einfach ignoriert. Für meinen gnadenlos zusammenfassenden und zuweilen sehr ironischen Schreibstil ist das meistens ärgerlich, wenn man die Bewertung sieht.

  2. Alt und vergesslich, es stimmt. Ich war dann doch zu müde und habe vergessen, den Hinweis aus der Überschrift zu löschen.

  3. Tolle Idee, die Behauptungs-Kategorien! Endlich mal ein Lehrer, der eigenständiges innovatives – auch mal schräges – Denken der Schüler fördert und honoriert und sich dazu auch noch was Griffiges einfallen läßt! Echte Edelmarzipan-Idee! Niederegger sozusagen.

  4. Aber genauso läuft es doch in der Schule – mir macht’s irgendwie keinen Spaß mehr.

    Wenn bei mir eine Klausur geschrieben wird, dann sehe ich mir die anderen an: die schreiben und schreiben und schreiben immer mehr. Ich bin da noch beim Durchlesen der Aufgaben. (Ich lese schnell!)
    Am Ende habe ich dann – wenn’s viel ist – so um die 500 Wörter. Nur in einem Fach bin ich weit darüber gekommen: Biologie, 1400 Wörter. Das ist mein absoluter Rekord! Auf dem zweiten Platz: nochmal Biologie, 990 Wörter. ;-) 3. Platz: irgendwas, 600 Wörter. (Durchschnitt: 450 Wörter!)

    Ich werde das Gefühl nicht los, dass gerade bei mir in der Schule viele von diesen “Brot- und Butterbehauptungen” gemacht werden. Die werden hier aber mehr geschätzt – 10 Punkte kriegt man damit anscheinend locker. OK, ich gebe zu: so gut im Schreiben bin ich nicht.
    Und außerdem gibt es weit größere Probleme in der Schule (jeder Lehrer benotet anders! Meine neue Englischlehrerin hat mir für dieselbe Leistung wie im letzten Schuljahr 8 Punkte mündlich gegeben! Im letzten Schuljahr: 0–1 Punkt! (Und am Ende habe ich eine 14 Punkte-Präsentation gehalten… da hat die Frau aber geguckt, hehe) Das sind 7 Punkte Differenz! (Ich meine: wie kann das gottverdammt sein?!)

    PS: Ich habe diese Woche noch schulfrei. ;-) Und ich habe jetzt selbst einen Blog. Da schreibe ich viel über meine Erfahrungen mit dem PC, ein bisschen über mein Leben und schlussendlich verschriftliche ich auch ein paar meiner philosophischen Gedankengänge. Teils ein bisschen schwarzmalerisch…

    MfG, Robert Nitsch

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