1. Legion, 3. Kohorte, 2. Manipel, 1. Zenturie

Als Personalrat liest man die Schreiben ja, die man von Verbänden oder dem Kultusministerium kriegt. Also weiß ich jetzt auch, wie das mit den Beförderungen läuft. Es gibt Ausnahmen, aber im Großen und Ganzen geht das so:

Wenn man Beamter auf Lebenszeit wird, beginnt die „Beförderungswartezeit“. Manchmal wird der echte Zeitpunkt der Ernennung durch ein „‚fiktives‘ Ernennungsdatum“ ersetzt, das vor dem eigentlichen Zeitpunkt legt. Das geschieht unter Umständen – aber nicht immer – bei Wehrdienst, Erziehungszeit und eventuell Dienstzeit an der Universität nach dem 1. Staatsexamen.

Die „Mindestwartezeit“ für die Beförderung hängt ab von den letzten beiden Beurteilungen. Sie beträgt zum Beispiel: 121 Monate.

Aus (fiktivem) Ernennungsdatum und Mindestwartezeit errechnet sich „der theoretisch mögliche Beförderungszeitpunkt“. Und alle Lehrer mit dem gleichen theoretisch möglichen Beförderungszeitpunkt gehören – wait for it, wait for it – zur gleichen Kohorte. (Statt „theoretisch möglichem Beförderungszeitpunkt“ schreibt man auch „Kohortendatum“.)

Erst wenn genügend Stellen frei geworden sind für alle Mitglieder der Kohorte (ich kann mir nicht helfen, ich muss an Asterix denken), dann werden alle Kohortenangehörige auf einmal befördert. Das ist in der Regel nur im August, seltener auch zum Jahreswechsel und zum Halbjahr der Fall.

(Sonderregelungen bleiben vorbehalten. Die Beförderung vom OStR zum StD läuft ähnlich, nur dass da die Wertigkeit der Funktion noch eine Rolle spielt.)

Stellen werden dann frei, wenn die Vorgänger zum StD befördert werden, sterben, oder in den Ruhestand gehen. Wenn das nicht geschieht, kommt es zum gefürchteten Beförderungsstau.

Also, eigentlich will ich ja nur auf das schöne Wort „Kohorte“ hinweisen. Das ist leider gar nicht so römisch-militärisch, wie es klingt: Siehe Wikipedia-Eintrag zu Kohorte (Sozialwissenschaft). Menno. Na ja, wenigstens wieder was gelernt.

4 Thoughts to “1. Legion, 3. Kohorte, 2. Manipel, 1. Zenturie

  1. Nein, keine Ahnung. Ich nehme aber sehr an, dass das nur für Bayern gilt; die Systeme sind in den Bundesländern gar zu verschieden.

  2. In Hessen werden inzwischen schon seit vielen (zehn oder mehr?) Jahren A14-Stellen als Funktionsstellen ausgeschrieben. Wer sie bekommen hat, verliert im Regelfall die Stundenentlastung, die er vorher für seine Zusätzliche Tätigkeit erhalten hatte.

  3. Auf die Kohorte bin ich im Demographie-Grundkurs auch erst einmal reingefallen. Aber bevor ich hier klugscheissern konnte, war der Wikipedia-Artikel schon zitiert. Menno zurueck.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.