Komferenzen und so

In dieser oder vielleicht auch noch der nächsten Woche dürften in allen Gymnasien in Bayern Klassenkonferenzen stattfinden. Bei uns auch. Da trifft sich die Hitzewelle gut, weil wir durch das Hitzefrei dann mehr als eine Stunde Mittagspause haben. Wegen Konferenzen darf bei uns nämlich nichts ausfallen. Das halte ich eigentlich für sinnvoll, sauer stößt mir nur auf, wenn aus anderen, wenig nachvollziehbaren Gründen Unterricht ausfällt.

Gestern gab’s Feueralarm, so konnten wenigstens alle meinen neuen Panamahut sehen. Ich hatte keine Klasse zu beaufsichtigen und konnte demnach gemütlich zum Versammlungsort schlendern.

Diesmal dauern die Klassenkonferenzen länger, weil es mehr zu besprechen gibt: Vorrücken auf Probe. Bei uns wird das sehr gründlich diskutiert; eine andere Möglichkeit wären klare Kriterien für eine solche Entscheidung.
Ich bin auf die Statistiken gespannt, wieviele Schüler durchfallen, wieviele auf Probe vorrücken und wieviele den Probeunterricht bestehen. (Kriterien für das Bestehen oder Nichtbestehen, über das wir im Dezember entscheiden müssen, werden uns sicher auch noch hilfreich an die Hand gegeben werden.) Ich bin deshalb gespannt, weil ich nicht weiß, was ich da zu erwarten habe.

Unmut gibt es immer, wenn ein Schüler eine Note im Grenzbereich hat und die Lehrkraft entgegen der Hausregel entscheiden will. Die Hausregel lautete vor zwei Jahren noch gerade andersrum und wurde damals ebenso als einzig sinnvolle Lösung verteidigt wie die aktuelle Regelung heute.

4 Antworten auf „Komferenzen und so“

  1. An die genauen Besprechungen jeder Grenznote an deiner Schule kann ich mich aus meiner kurzen Zeit dort auch noch erinnern. Es gab da auch diese schönen Listen, in denen man vorher die Gründe aufführen musste, warum man sich als Fachlehrer so oder anders entschieden hat…

    Beim Vorrücken auf Probe gibt es im Moment ja die Empfehlung, dass man es jedem Schüler zugestehen soll, wenn es möglich ist. Am Anfang sollte die Konferenz ja noch genau abwägen, ob es sinnvoll ist, weil man dem Schüler zutraut, die Lücken zu schließen und die nächste Jahrgangsstufe mit Erfolg zu bestehen.
    Ich selbst bin nach der Erfahrung mit den letzten Probevorrückern ein großer Anhänger dieser Regelung. Statt wie bisher den Schüler alles wiederholen zu lassen, wird er damit selbst in die Verantwotung genommen. Beim Wiederholen konnte man oft beobachten, dass Schüler mit noch weniger Arbeitseinsatz die Klasse dann knapp bestehen. Statt ihre Lücken zu schließen, versauen sie sich nur ihre Arbeitsdiziplin noch mehr. Wenn sie auf Probe vorrücken, haben sie doch meist den Ehrgeiz den Rücktritt während des Jahres zu verhindern und versuchen, sich zu verbessern.

  2. Kurt! Dass du dieser Kurt bist, hätte mir auch schon früher auffallen können, aber auf den Nachnamen hatte ich nie geachtet. Ja, wir haben jetzt ein anderes System, weniger kompliziert zu erklären, allerdings nicht sehr geschickt eingeführt.
    Wir haben übrigens tatsächlich jedesmal abgewägt und mal so, mal so entschieden. Was für den einzelnen Schüler letztlich besser ist, weiß man nie sicher.

  3. Ich finde ihren Blog wirklich sehr interessant, ich bin Lehramtsstudent.
    Über dieses „Vorrücken auf Probe“ würde ich gerne mehr wissen. Welche Erfahrungen hat ihre Schule denn damit gemacht? Wurden viele da im Dezember zurückgestuft oder nicht? Habt ihr eher positive oder negative Erfahrungen damit gemacht? Wie seid ihr denn diesmal zum Schuljahresende damit umgegangen? In Jahrgangsstufe 5-8 habt ihr da ja freie Hand, so viel ich weiß. Habt ihr das eher restriktiv gehandhabt, also nur diejenigen Schüler vorrücken lassen, die diese Regelung „nicht mehr als eine Kernfach 5“ erfüllen (wie es ja in Jgs 9-11 ist), oder auch andere? Würde mich wirklich sehr interessieren?

  4. Ich kann nur für meine Schule sprechen – und das darf ich nicht.

    Das war jetzt das erste Jahr, in dem es dieses erweiterte Vorrücken auf Probe gab, wir haben zum zweiten Mal entschieden, bei wem wir es für sinnvoll halten und bei wem nicht. Auch aufgrund der Erfahrungen in der ersten Runde.

    Mich würden bayernweite Zahlen zu dem Thema auch interessieren, aber selbst für unsere Schule ist keine konkrete Zahl bekannt gegeben worden. Wieviele solcher Vorrücker auf Probe gab es in Bayern, und wieviele haben die Probezeit bestanden?
    Die Zahlen für die bayernweite Wiederholer-Statistik werden im Herbst abgegeben. Diejenigen, die im Schuljahr davor in eine niedrigere Jahrgangsstufe gewechselt haben, werden dabei auch mitgeteilt. Wenn also keine außerordentliche Statistik erstellt wurde, gibt es noch gar keine Zahlen dazu.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.