Kostenerstattung bei schulischen Fahrten

Lehrer fahren mit Schülern ja öfter weg: Skilager, Sportwoche, Schullandheim, Leistungskursfahrten; Erdkundexkursionen, Schüleraustausch, Berlinfahrten. Das macht häufig Spaß, ist aber immer viel Arbeit und Verantwortung für die begleitenden Lehrkräfte. Vorgeschrieben sind die meisten Fahrten nicht, nur vorgesehen.

Die Kosten für diese Fahrten gehören den Lehrern erstattet. Nun stellt das Kultusministerium aber nicht genug Geld zur Verfügung, als dass man alle Fahrten durchführen könnte – es reichte gerade mal für Schullandheim- und Skifahrten der Unterstufe.
Also gibt es seit Jahren – zumindest solange ich Lehrer bin – die Regelung, dass man sich dazu bereit erklären muss, nur etwa die Hälfte der Kosten erstattet zu bekommen und auf den Rest zu verzichten. Es gibt dazu ein Verzichtserklärung, die man unterschreiben muss.

(Die habe ich wohl mal gesehen, aber bei uns läuft das ohne.)

Letzten Freitag stand in der Süddeutschen Zeitung, dass der Bayerische Verwaltungsgerichthof diese Praxis als grundsätzlich rechtswidrig einstuft, sie verstoße “deutlich und stark” gegen die Fürsorgepflicht des Staates.
In der Begründung des Urteils hieß es, dass man als Lehrer eben dem Druck aus Kollegium und Direktorat ausgesetzt sei, sich an diesem Verzicht zu beteiligen (und eine negative Beurteilung durch die Schulleitung fürchten müsse), und dass der Verzicht deshalb nicht wirklich freiwillig sein könne.

Ich bin mal gespannt, ob das bei unsrer Schule irgend etwas ändern wird. Ich denke, dass das Ansehen von Kollegen, die die Teilnahme an solchen Fahrten verweigerten, bei uns nicht gelitten hat, weder im Kollegium noch im Direktorat. Aber sicher kann man nie sein, außerdem reicht ja die bloße Befürchtung solcher Konsequenzen aus, das Verhalten zu beeinflussen.
Es wird also entweder mehr Geld für Fahrten geben (unwahrscheinlich), oder viele der Fahrten werden nicht mehr stattfinden (wenig wahrscheinlich), oder die Lehrer werden weiterhin die Hälfte der Fahrten aus eigener Tasche zahlen. Vielleicht zählt das als ganzehrlichundecht freiwillig, wenn man keine Verzichtserklärung unterschreibt.

Rechtlich sehr… umstritten ist übrigens die gängige Praxis, den Preis zumindest für die Zug- oder Flugtickets der Lehrer auf die Schüler umzulegen. Auch der Elternbeirat oder Förderverein darf kein Geld zu solchen Fahrten zuschießen: Die Bezahlung und Unkostenerstattung der Lehrer ist eben doch Aufgabe des Staates und nicht der Eltern.

Aktuelle Neuerung (KMS 4.6.2009): Freiplätze dürfen nur noch genommen werden, wenn sie a) angeboten werden, ohne dass man darum gebeten hat und b) diese Freiplätze nicht den Lehrern zugute kommen, sondern auf die Gesamtkosten umgelegt werden, so dass es für die Schüler billig wird. Im Klartext: Schüler und Eltern dürfen auch nicht indirekt oder irgendwie einen Teil der Lehrerkosten übernehmen. Die muss das Land Bayern ganz alleine zahlen. Nur dass dafür kein Geld das ist.

32 Antworten auf „Kostenerstattung bei schulischen Fahrten“

  1. Danke für den Post! Das ist die Sache, die mich am meisten nervt, da sie meines Erachtens zeigt, wie wenig die Politik für Schule übrig hat.
    Ich habe vor – zusammen mit anderen MitstreiterInnen – nochmals die Landesregierung NRW hierauf aufmerksam zu machen
    Man steckt als LehrerIn angesichts dieser ‘Finanzierung’ in der Zwickmühle:
    – Ich verzichte auf meine Reisekosten, bin ‘lieb Kind’, verzichte aber de facto auf ein Teil des Gehaltes. (Hinzu kommt, dass ich immer auch mein Büromaterial aus eigener Tasche finanzieren muss, bspw. Rotstifte, Folien, teilw. Kopien.)
    – Ich verzichte nicht auf Reisekosten, mache mich möglicherweise bei der Schulleitung und auf jeden Fall bei den Eltern (‘Sie wollen nicht mit unseren Kindern fahren!’)unbeliebt.
    – Ich hole mir die Reisekosten auf Umwegen zurück, lege sie auf Eltern und SchülerInnen um und mache mich damit strafbar (Antikorruptionsgesetz).
    Nebenbei: Ein Freiplatz kann – nach Rücksprache mit den Eltern – angenommen werden. Es dürfen aber keine weiteren Freiplätze vor Abschluss eines Vertrages ausgehandelt werden.
    Fazit: Wenn ich nicht bereit bin Privatvermögen in meine schulische Arbeit einzubringen, dennoch aber gerne mit meinen SchülerInnen auf Klassenfahrt fahre und in Folge dessen nach Finanzierungslösungen suche, werde ich von der Politik, bzw. der Bezirksregierung im Regen stehen gelassen.

  2. Ich unterrichte in Hessen und habe bisher alle Fahrten ins In- und Ausland voll selbst bezahlt. Rückerstattung, auch teilweise, kenne ich nur für Referendare.
    Allerdings werden die Buskosten bei Fahrten oft nur auf die Schüler umgelegt und die hessischen Jugendherbergen lassen Lehrer normalerweise kostenlos übernachten.

  3. Killoyle, die Zwickmühle sehe ich auch, und die verschiedenen Optionen, die alle ihre Nachteile haben.
    Ina, laut SZ ist die Praxis, dass nur etwa die Hälfte erstattet wird, in allen Bundesländern üblich. Dass gar nichts gezahlt wird, halte ich für ein Unding. Ich würde es sogar einsehen, wenn man sagte, diese Auslagen seien von Lehrern zu erwarten, das sei in der Bezahlung enthalten – wenn nicht das Problem wäre, dass manche Lehrer regelmäßig, andere viel seltener fahren. Die Sportlehrer fahren jährlich mit Schülern zur Sportwoche, die Sozialkundelehrer jährlich nach Berlin; andere Lehrer fahren aus privaten Gründen nie mit.

  4. Ja, Herr Rau, da haben Sie einen Dauerskandal angetippt.
    Wo kommt es sonst noch vor, dass man Geld mitbringen muss, wenn man Fahrten für andere organisiert?

    Die Frage ist wirklich: wie dem begegnen?
    Es gibt ja lle Varianten, die aber allesamt unbefriedigend oder gar unrechtmäßig sind.

    Und glauben wir daran, dass es möglich sein würde, durch kollektive Aktionen die Situation zu verändern?
    Und sind die Eltern verläßliche Verbündete?

  5. Diese Geschichte nervt und sie funktioniert nur, weil LehrerInnen zu idealistisch sind – ‘Aber ich möchte doch gerne mit meiner Klasse wegfahren…’
    Da werden Kampagnen vom Land in Auftrag gegeben ‘Klasse – Lehrer in NRW’, aber dieses Thema wird nicht verhandelt. Wenn ich nur wüsste, wie man das Thema auf die Tagesordnung bringen könnte. Hin und weider ’streiken’ Schule, führen keine Klassenfahrten mehr durch. Großer Aufschrei und dann wieder Schweigen.
    Mein Plan ist nun zusammen mit den Gewerkschaften einen von mir verfassten Brief (mit der Aufforderung sich dieser Thematik anzunehmen) an die Landtagsabgeordneten/BildungsreferentInnen der einzelnen Parteien zu senden und mich weiterhin zu weigern Verzichtserklärungen zu unterschreiben.

  6. Es gibt Schulen, da besteht die Schulleitung darauf, dass kein Lehrer bei einer solchen Fahrt irgend etwas selbst bezahlt. Was nicht durch Reisekostenerstattung und Zuschüsse abgedeckt ist, muss (!) auf die Schüler umgelegt werden.

    Im Zweifelsfall wird sich die Schulleitung voll hinter jeden einzelnen Kollegen stellen. Meiner Ansicht nach die akzeptabelste Lösung angesichts der rechtlichen Gegebenheiten. Als Lehrer verstoße ich zwar “ein bisschen” gegen bestehendes Recht, folge andererseits aber nur der Weisung meiner direkten Vorgesetzten.

    Diese Regelung wird im übrigen auch von der Schulkonferenz getragen. Klagen von Elternseite gab es bisher keine.

  7. Hallo, ich suche im Archiv der SZ den Artikel, kann ihn aber nicht finden. Gibt es eine Seitenzahl? Du redest doch schon über die Ausgabe vom 31.08.?

    Merci

  8. Der Artikel, den ich gesehen habe, heißt “Freie Fahrt ins Schullandheim. Staat muss Lehrern Kosten für Ausflüge voll erstatten” und war von Barbara Kerbel. Ich habe den Ausriss vor mir, handschriftlich habe ich als Datum den 3.8. notiert. Ich finde den Artikel aber auch nicht im Archiv. Merkwürdig.

  9. Hallo!
    Ich wundere mich nur ber den Idealismus der Kollegen. Die Zwickmühle ist doch selbst gewählt. Ich fahre seit 1,5 Jahren nicht mehr und begründe dieses auch gegenüber den Kollegen, die übrigens mir recht geben, aber sich dann doch nicht dem Druck der Eltern etc. ausetzen wollen.
    Letztlich sollten die Kollegen den Antrag auf Übernahme der Reisekosten stellen ohne das Häckchen bei Verzicht zu amchen und wenn er dann abgelehnt wir, was sehr wahrscheinlich ist, dann fährt man halt nicht.
    Andes wird das System nicht zu ändern sein, zumal ich evtl ja bereit wäre einen Eigenanteil zu zaheln, aber wo jetzt mein Dienstherr auch mein Arbeitszimmer und die Fahrtkosten genommen hat, muss ich mir halt überlegen, wo ich sparen kann und muss, daher bin ich da nicht mher zu Kompromissen bereit.
    Würde alle so handeln, wäre das Thema schnell wieder auf der Tagesordnung.

  10. @Menschmeyer: Da kannst du mal sehen, wie belastbar Eltern so sein müssen – nicht nur die eigenen Fahrten bezahlen, sondern auch die der Lehrer! Und keiner wehrt sich, weil Sohn/Tochter ja noch x Jahre von diesen Verbrechern abhängig ist. Ein bisschen gegen geltentes Recht verstoßen ist wie ein bischen Schwanger sein, besonders wenn ich anderen diese Rechtsauffassung vermitteln soll.

  11. axel, ich muss dir 100% recht geben. man sollte das problem auch mal aus der elternseite betrachten.

    amtsausuebung ist halt doch nicht mit einer anstellung in der industrie vergleichbar! und bei dem fürstlichen (netto-)gehalt eines Gymnasiallehrers sollte doch auch der ein oder andere euro fuer die armen schueler drin sein. wie oft kommt denn ein ausflug vor? mehr als 2–3x pro schuljahr sicher nicht…

  12. Axel: Dass sich keiner wehrt, hängt nicht damit zusammen, dass das Kind von den Lehrern abhängig ist. Mit der Erklärung macht man es sich zu leicht: Man spielt mit und will doch die Verantwortung dafür loswerden. Den meisten Eltern dürfte es recht sein, wenn bei längeren Fahrten jeder Schüler 10 Euro mehr zahlt, und sicher lieber, als wenn gar keine Fahrt stattfindet. Wer das nicht gut findet, schreibe an seinen Abgeordneten. Der hört auf Eltern mehr als auf Lehrer. Den Lehrern bleibt allenfalls vorzuwerfen, dass sie dieses Spiel mitspielen, statt auf einen Großteil der Fahrten zu verzichten und dadurch Druck (aber wieder eben nur über die Eltern) aufzubauen.

    und bei dem fürstlichen (netto-)gehalt eines Gymnasiallehrers sollte doch auch der ein oder andere euro fuer die armen schueler drin sein. wie oft kommt denn ein ausflug vor? mehr als 2–3x pro schuljahr sicher nicht…

    Ich finde es immer wieder erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit impliziert wird, Lehrer verdienten zuviel. Fürstlich oder nicht, es ist mein Gehalt. Eine Sache zwischen mir und meinem Arbeitgeber.
    An Gymnasien arbeiten verbeamtete und nicht verbeamtete Lehrer, Referendare, Leute auf Teilzeit, Aushilfslehrer (neulich hat einer davon seinen Stundenlohn ausgerechnet – 6 Euro kam raus), Vertretungslehrer. Soll jeder dieser Fürsten eine unbestimmte Zahl von Fahrten selber bezahlen, oder auch nur zur Hälfte selber? Manche davon fahren nie, manche viermal im Jahr. Dürfen sich die Lehrer, die häufiger fahren, dann benachteiligt vorkommen? Sie fahren häufiger, weil sie engagiert sind, oder weil sie bestimmte Fächer oder Jahrgangsstufen unterrichten, in denen eben häufiger gefahren wird?

    Heinz gibt, anders als Axel, übrigens eine erfundene E‑Mail-Adresse an. Das senkt meine Bereitschaft, mich geduldig mit seinem Kommentar zu befassen.

  13. Weil das in solchen diskussionen immer wieder genannte thema” freie Wirtschaft” oder auch industrie e.t.c. gefallen ist:
    Wer bitteschön würde denn dort eine Dienstreise nicht abrechnen? Wer hat auf einer Dienstreise 24h Dienst? Wer steht dabei eigentlich mit einem Bein im Gefängnis, weil wirklich viel passieren kann?
    Und haben nicht auch Eltern ein Interesse an qualifizierter und motivierter Betreuung ihrer Kinder, z.B. im “Moloch” Berlin? Täglich sind hier Jugendliche zu beobachten, die schon ganz froh sind, zum ersten Mal zumindest, nicht allein in Berlin herumzueilen.
    Und wir sprechen nicht von einem “Ausflug”. Bei uns kosten Klassenfahrten mit allem nicht unter ca. 200€.

  14. schoen das mein (zugegeben) etwas bissiger kommentar eine reaktion hervorgerufen hat :-)

    ich wollte einfach einmal dinge zur sprache bringen, die fuer mein verständnis eine ziemliche ungerechtigkeit darstellen und ganz einfach auf den nicht mehr zeitgemässen berufsstand des beamten zurueckzufuehren sind:

    1. ja, ich bin der meinung (verbeamtete) lehrer verdienen ein fuerstliches gehalt, und zwar aus folgenden gruenden:

    * dem bruttogehalt sind nur lohnsteuer, soli und kk abzuziehen (richtig! keine renten/arbeitslosen und pflegeversicherungsabgaben). damit sieht man das bruttogehalt zb. nach A14 ganz anders…
    * der beamte ist privatversichert (staat liefert beihilfe!). vorallem als mann mit sehr guenstigen beiträgen und den bekannt viel besseren leistungen
    * im alter hat ein beamter anspruch auf pension anstelle der gemeinen rente, was grosse (monetaere) vorteile hat im vergleich zu den (jetzt schon) demografiebelasteten rentenanspruechen (laesst sich leich nachpruefen, es gibt jede menge artikel in bekannten zeitschriften zum thema rente vs. pension)
    * arbeitszeit (ferien). das laesst sich nun mal nicht leugnen. ja, ein lehrer arbeitet zuhause, auch in den ferien (vorbereitung / korrekturen – zum glueck laesst sich der private arbeitsraum nicht mehr von der steuer absetzen, das waere (war) ja noch schoener). das haengt aber schwer von faechern und jahrgangsstufe ab und wird mit der zeit und netten kollegen (die gerne material teilen) weniger. eine wochenarbeitszeit von 44h kann ich jedenfalls in meinem (nicht gerade kleinen) lehrerumfeld kaum bestätigen und wird auf jeden fall unterboten
    * es gibt keine leistungsgerechte bezahlung. jemand er sich richtig anstrengt um guten unterricht zu machen sieht keinen gehaltsunterschied zu einem moeglicherweise faulen kollegen (undenkbar in der industrie!).
    * nicht zu vergessen, der beruf ist 100% krisensicher. und das argument eines (durch hohes gehalt) vor bestechung geschuetzten beamten halte ich nur bei rechtsberufen sinnvoll.
    * Das studium (vorallem an paedagogischen hochschulen!) ist um ein vielfaches einfacher als z.b. ein ingenieursstudium. Selbst lehrer die den hoeheren dienst anstreben belegen zb. im ganzen studium der mathematik nur 30 semesterwochenstunden (der rest ist paedagogik und das 2te fach). jeder der einmal ein padagogisches aufbaustudium (nach seinem diplom) belegt hat kann ein lied davon singen was es fuer unterschiede gibt. Dennoch sind die gehaelter eines ingenieurs in der industrie geringer als die eines lehrers im hoeheren dienst. Vergleichen sie doch einmal die zahlen fuer einen 40 jaehrigen, verheirateten mann mit 2 kindern, als gymnasiallehrer und als maschienenbauingenieur (bestverdienenste gehaltsgruppe der ingenieure). Die ergebnisse werden sie ueberraschen (links fuer gehaltstabellen siehe unten)!

    aus gerechtigkeit muss hier dazu gesagt werden, das es bei lehrern im angestelltenverhältnis leider ganz anders aussieht. ganz einfach weil viele hier aufgezaehlten vorteile nicht fuer sie gelten.

    zu guter letzt: ja, beamte haben ein amt inne, und das hat auch seine konsequenzen. so sind sie z.b. in ihrem grundrechten (zb demonstrationsfreiheit) eingeschränkt. nur, rechtfertigt das meiner meinung weder das hohe gehalt, noch die vielen anderen vorteile die sie dafuer geniessen. als ausgleich zu dieser einschränkung kann jeder lehrer mitglied der gew oder einer ihrer laenderspeziefischen splittergruppen werden. er bezahlt damit die beitraege fuer andere (angestelltes lehrpersonal), die fuer ihn dann auf die strasse gehen und seine interessen vertreten koennen.

    2. auch dienstreisen in unternehmen werden nicht vollständig bezahlt. haufig (z.b. im gesamten oeffentlichen dienst) wird zb die verpflegung mit einer sehr geringen pauschale abgewickelt. haben sie einmal versucht von knapp 20 eur am tag in einer fremden stadt und moeglicherweise im ausland zu essen? sie zahlen fast immer drauf. dasselbe gilt fuer uebernachtungskosten (momentane pauschale 60 eur). man findet sehr selten eine unterkunft die damit zu bezahlen ist. alles was darueber liegt uebernimmt der reisende selbstverstaendlich selbst.

    Zu guter letzt: leider musste ich das in einem lehrerblog einmal loswerden… es hätte jeden beliebigen beamten blog erwischen koennen ;-)

    ps: wers selber mal nachrechnen will: http://oeffentlicher-dienst.info/ hat einen schönen gehaltsrechner fuer angestellte und beamte. vergleichen kann man mit den daten von gängigen (grossen) gehaltsumfragen, z.b. von spiegel online oder dem http://www.lohnspiegel.de/

  15. Ach, Heinz, da sind wir aber alle froh, dass Sie sich mal so richtig aussprechen konnten. Und gezeigt haben Sie es denn faulen S… auch einmal so richtig.
    Ist doch schön, dass wir in einem Land leben, in dem wir unsere Meinung frei äußern können, gerne auch zu Themen, von denen wir nur meinen, dass wir von ihnen Ahnung hätten…

  16. Das sehe ich auch so. An Heinz stört mich, dass er ein Programm hat und hier loswerden will, das nur am Rande etwas mit dem Thema zu tun hat – und dass ihn außer seiner eigenen Meinung keine andere interessiert.

    Und natürlich die erfundenen E‑Mail-Adressen. Ich baue vielleicht einen Disclaimer ein, dass ich Kommentare ohne gültige Adresse als Spam betrachte und lösche.

  17. war klar das ich mit dieser meinung und kritik in einem lehrerblog keinen beifall ernte… aber zumindest ein bisschen konstruktive kritik haette ich ja schon erwartet. schade!

  18. Ich möchte kurz Stellung nehmen zu den letzen Kommentaren aus meiner Lehrersicht, der auch über ein Jahr in einem internationalen Unternehmen gearbeitet hat (Bezüge waren Rechnungen an die Firma, deckten sich mit meinem bisherigen Gehalt):
    Ich war ein Jahr bei einer großen Firma als “contractor” beschäftigt und bekam alle Reisen und alle Spesen von der Firma bezahlt (nach Beleg ersetzt). Als “kleines Licht” in der Firma habe ich es nicht zu toll getrieben mit den Spesen – altgediente Manager hauen da ganz anders auf den Putz. Aber GANZ ANDERS (Details verrate ich hier nicht). Da ist vieles denkbar, lieber “heinz”.
    Eine Dienstreise bei der Firma ist kein Spaß, ein Aufenthalt im Schullandheim auch nicht. Denn da ist man nicht nur für sich alleine verantwortlich(siehe Artikel in meinem Blog) und da darf man so allerhand erledigen.

    Zur Gehaltsdebatte stimme ich Herrn Rau zu – die Anfeindungen scheinen mit dem Neidfaktor multipliziert zu werden ohne die Realität im Blick zu haben. Aber – lasst euch doch einfach an die Schulen versetzen, wenn man da sich ne goldene Nase verdient bei wenig Belastung…Ich habe jedenfalls von noch keinem sog. Manager gehört, der für ein Jahr in die Schule geht. Lehrergehalt, versteht sich!

  19. ganz klarer fall von missverstanden, herr märkl!

    ich habe nie von “Managern” gesprochen, da ist das Gehalt ja eh nach oben offen und auch kaum vergleichbar (ausserdem ist die bezahlung in diesem berufsstand sehr stark leistungsabhängig und kaum vergleichbar). Gesprochen habe ich immer von Ingenieuren in der Industrie, deren Gehalt sich leicht bei bekannten Quellen (zb http://www.lohnspiegel.de/) nachpruefen laesst.

    Sie kennen bestimmt auch genug Ingenieure, die später in den Lehrerberuf gewechselt haben. Besonders bei der derzeitigen Situation an Beruflichen Schulen ist das kein Problem. Manche haben sogar noch die Chance (altermässig) verbeamtet zu werden und ziehen damit den Neid ihrer Kollegen auf sich. Allen gemein ist aber die ungemein kleinere Arbeitsbelastung bei ähnlich hoher oder sogar höherer Bezahlung.

    Verglichen mit den Vorteilen eines Grundständig Studierten Lehrers sehe ich die Quereinsteiger aber immer noch im Nachteil (Pensionsanspruch, Studium, … siehe oben)

  20. @heinz: Sehr interessant. Wie kommen Sie darauf, dass es sich bei Lehrern grundsätzlich um eine “ungemein kleinere Arbeitsbelastung bei ähnlich hoher oder sogar höherer Bezahlung” handelt?
    Ich würde mir nie anmaßen, die Arbeitsbelastung eines Ingenieurs zu beurteilen. Aber Sie scheinen sich ja mit dem, was ein Lehrer zu leisten hat, gründlich auszukennen. Wenn allen Lehrern das Gehalt mehr oder weniger nachgeworfen wird, dann frage ich mich allerdings, weshalb wir zur Zeit einen deutlichen Lehrermangel haben.
    Und, bitte: Wir leben in einem freien Land. Wenn Sie den Beruf des Lehrers für so paradiesisch halten, warum sind Sie nicht selbst Lehrer geworden?

  21. Ein Problem der hier kommentierenden Heinze und Kurtis ist auch, dass sie immer wieder alles Mögliche durcheinanderwerfen. Von allen Lehrern werden die am Gymnasium noch am besten bezahlt und haben im Gegensatz zu Realschullehrern noch gewisse Aufstiegschancen. Eine gewisse Zahl von Diplom-Mathematikern und ‑Physikern wechselte vor der Mitte der 90er Jahre in die Sicherheit des gymnasialen Beamtenwesens, weil der Mangel dort in diesen Fächern schon immer besonders groß war. Ingenieure (womöglich mit begehrter FH-Qualifikation) sind da nicht darunter.

    Über lange Zeit waren in allen anderen Fächern genügend Lehrer “auf dem Markt”. In den meisten Geisteswissenschaften und Sprachen handelt es sich bisher bei Lehrern nicht etwa um das Segment ihrer Studiengänge, das nirgendwo anders unterkam, sondern in fachlicher Hinsicht um die Spitzenleute ihrer Jahrgänge bzw. Semester. Wenn es heute selbst bei Latein und Deutsch an Fachkräften mangelt, die Studierendenzahlen in diesen Fächern aber weiterhin hoch sind, heißt das doch wohl, dass die dann etwas anderes machen (weniger Arbeit, mehr Geld, höherer Status?). Diese Überlegungen beziehen sich i.G. zu den Kurtiheinz-Berufsschul-Beispielen nicht auf dreieinhalb Einzelfälle, sondern auf mehrere zehntausend Gymnasiallehrer. Das sind genau die, deren Einkommen in den vergangenen Jahren mittels Arbeitszeiterhöhungen und anderem empfindlich gekürzt wurde, denen das Arbeitszimmer nicht mehr anerkannt wird und die auch am häufigsten und längsten mit Schülern unterwegs sind. Das sind die Lehrer, die überwiegend hier diskutieren…

  22. ganz einfach… der ingenieur bin ich. und die oberstufenlehrerin meine frau (die uebrigens auch der meinung ist das der job absolut klasse bezahlt ist – sogar ueberbezahlt, genau wie ich es immer darstelle)

  23. Genau das meine ich ja, mit diesen Einzelfallbeilen, äh Fallbeispielen kommt man da doch nicht weiter. Und wenn jemand der Meinung ist, dass er selbst angemessen entlohnt wird, na prima, Minderheiten werden in einer Demokratie geschützt. Tatsache ist, dass sich in Deutschland seit Jahren eine Einkommensschere geöffnet hat und sich die Lehrer seit Jahren auf dem Teil der Schere wiederfinden, der nach unten weist, näher zur Spitze hin, während sie sonst gewohnt waren in der Nähe der Schraube zu sitzen, mal oben, mal unten, so dass sich über längere Sicht ein mittleres Gleichgewicht eingestellt hat. Anders als bei Berufstätigen in der freien Wirtschaft äußert sich das nicht im Arbeitsplatzverlust, aber in immer neuen Zumutungen z.B. bei Arbeitszeit, Beihilfe, Weihnachtsgeld einerseits und andererseits in immer absurderen Vorstellungen der Eltern und der Öffentlichkeit, welche Erziehungsarbeit Lehrer zu leisten hätten. Dazu gehört auch häufig die Vorstellung Lehrer sollten ihre Dienstreisen selbst bezahlen bzw. die gezielte Ignoranz (Tenor: Ich will gar nicht wissen, wer die Dienstreisen bezahlt, Hauptsache mein Kind wird schön motiviert, und dafür sind ja wohl die Lehrer zuständig.) Was dabei vergessen wird, ist die Tatsache, dass auch Lehrer arbeiten, weil sie dafür bezahlt werden. Einen Lehrer, der sich unseren Schulsystemen auch dann noch freiwillig aussetzen würde, nachdem er drei Millionen im Lotto gewonnen hat, möchte ich gern kennenlernen. (Das wäre großartig, sich ohne Druck seinem pädagogischen Ethos und Eros widmen dürfen… Hach!) Mit diesem romantischen Quark, der immer auf der Rückseite der Argumentationen lauert, die den Idealismus der Lehrer einfordern, hat unser Berufsstand soviel zu tun wie Daniel Düsentrieb mit einem heutigen Ingenieur.

  24. Hallo an alle und auch an Heinz,

    ich bin auf die Seite gekommen weil ich/wir momentan ein riesen Problem haben. Nach diesem Urteil ist es verboten, somit illegal diese Verzichtserklärung zu unterschreiben. Das heißt unser Rektor darf sie uns nicht vorlegen. Wir dürfen nur auf Fahrten fahren, wenn es vom Rektor angeordnet wird. Dieser darf aber nur Fahrten anordnen wenn dafür Geld da ist.
    Somit ist es eigentlich ganz einfach – bitte macht alle mit und sagt es in euren Kollegien weiter. Und das schöne dabei ist, der schwarze Peter liegt dieses mal nicht bei uns. Denn wir können den Eltern sogar sagen wir würden je gerne fahren, aber wir dürfen nicht (Urteil). Was glaubt ihr, wie lange das dauert, wenn die Eltern Sturm laufen, wie schnell der Staat reagiert und Geld zur Verfügung stellt (siehe Herbstferien – Schneider ist schon umgefallen)

    Denn hier geht es ums Prinzip: Jeder andere Beamte z. B. Richter, bekommen Bahntickets der 1. Klasse, übernachten in bis zu 3 Sterne Hotels usw. und das sind auch nur Beamte, warum bekommen wir das nicht? Weil wir vielleicht mit 80 Kindern im Skikurs unterwegs sind und diese natürlich nur das machen und bei Fuß neben und stehen, pünktlich um 20:00 Uhr ins Bett gehen, … Beamter ist Beamter!

    Nun muss ich noch a bissi was los werden, was ich vorher gelesen haben (Heinz, Axel,…)

    Super, wenns um den Lohn geht, wird immer der Gymlehrer angegeben, sei es im Stern wie bei Gesprächen oder der allgemeinen Meinung.
    Wenn ihr davon ausgeht, kann ich auch vom Ackermann seinen Lohn ausgehen und sagen oh ihr verdient in der freien Wirtschaft ja soviel. Es gibt auch Lehrer (ich z. B.) die bekommen A 10. Man sollte sich etwas mehr damit beschäftigen und nicht einfach nur oberflächlich daherreden und Äpfel mit Birnen vergleichen.
    Dann Heinz mit der Lohnsteuer ist es ja eh ein Hohn, aber den hast du wahrscheinlich noch nicht durchschaut.
    Denn wir werden von Steuergeldern bezahlt, und von den Steuergeldern zahlen wir wieder Steuern. Ist das denn für dich logisch? Und Heinz, das war noch nicht immer so.
    Und Heinz oder Axel ich kann euch sagen, ich war vor meinem Studium Schreiner und weiß was Arbeiten heißt, ich bin nach 9 Stunden Montage heim gegangen und habe noch Sport gemacht. Glaube mir ich habe es nicht geglaubt, jetzt gehe ich nach 6 Stunden heim und min absolut am tot!!
    Heinz nur weil ich einen PC habe und mit diesem arbeite gebe ich einem Informatiker keine schlauen Tipps und das ist das Problem unserer Gesellschaft. Die meisten meinen, weil sie selber in der Schule waren, wissen sie wie es geht und können blöd daherreden, das wir aber auch dafür Studiert haben und auf der anderen Seite (als ihr damals) stehen, will keiner sehen.

    Wünsch euch noch nen schönen Tag

    P. S. wenn jemand noch eine Erfahrung hat, wie ihr das mit der Verzichtserklärung macht, wäre schön es zu erfahren.

  25. So wie ich das verstanden habe, ist die Verzichtserklärung nicht unbedingt verboten, aber auf jeden Fall unwirksam. Man kann sie also unterschreiben und danach trotzdem alle Kosten erstattet haben wollen. Das würde das System aber arg durcheinander bringen.

    Also sollte ein Schulleiter nur anordnen, was auch bezahlt werden kann, und andere Fahrten nicht gestatten. Wenn die Kollegen trotzdem ums halbe Geld fahren wollen und der Schulleiter das mitmacht (sich also darauf verlässt, dass die es sich nicht im Nachhinein anders überlegen), dann kann man kaum etwas machen. Was unser Kollegium will, wird besprochen werden müssen. Meine private Meinung ist die: Nur fahren, wenn die Kosten erstattet werden. Und ich würde mir – persönlich – das auch von der Schulleitung so wünschen.

    (Ganz klar ist mir das Urteil nicht, vielleicht hast du doch recht, dass man gar nicht für weniger fahren darf. Der gelegentliche Verzicht im Einzelfall ist erlaubt, steht in der Begründung. Von allen Verzicht zu verlangen sei nicht erlaubt, weil nicht auszuschließen ist, dass Leute, die da nicht mitspielen, bei Schulleitung und im Kollegium Nachteile zu erwarten haben. So oder so hängt vieles davon ab, wie einig sich ein Kollegium ist.)

  26. Bis vor drei Jahren war das mit der Bezahlung bei uns (in Sachsen) auch so. Ich weiß zwar nicht, ob das landesweit so war, aber in Leipzig und Umgebung auf jeden Fall. Der Schulleiter (übrigens einziger Beamter an der ganzen Schule) hatte einen bestimmten Betrag für Schulfahrten. Den hat er durch die Anzahl der Begleitpersonen aller Fahrten geteilt und die Beträge ausgezahlt.

    Ich habe übrigens immer die Mutter einer Schülerin als Begleitperson mitgenommen und es hat sich jedes Mal eine gefunden. Deren Kosten für Unterkunft und Verpflegung wurden mit dem Einverständnis der Eltern auf alle aufgeteilt, so dass nie mehr als 8 DM bzw. 4 € dafür angefallen sind.

    Dann muss es einen grichtlichen Bescheid gegeben haben. Seitdem dürfen nur noch bestimmte Klassenstufen fahren, was sich angesichts der steigenden Preise für Schulfahrten auch für manche Familie als günstig erwiesen hat. Auch die Eltern stehen nämlich unter einem gewissen Zwang, das Geld für die Fahrt aufbringen zu müssen.

    Allerdings gibt es jetzt die Anweisungen, dass Freiplätze immer durch Begleitpersonen in Anspruch genommen werden müssen, was mir auch nicht gerade sympatisch ist. Sonst darf man aber nicht fahren.

  27. Nur noch eine Frage
    wenn ein Kind in den Skikurs oder ähnliches fährt, schon alles bezahlt worden ist, aber das Kind jetzt auf einmal nicht mehr möchte bzw verletzt ist. Wird das Geld dann zurückerstattet werden?

  28. Kommt auf den Einzelfall an. Im Idealfall hat man die Eltern vorher über den Umgang mit solchen Fällen informiert. Ich hab mal einen Austausch in die USA organisiert, mit Flug und allem, und wenn da ein Kind auf einmal nicht mehr gemocht hätte, dann wäre das mit der Rückertstattung sicher schwierig geworden. Wie gesagt – Einzelfall, und am besten vorher geklärt. Ich denke, wenn sich vom Veranstalter Geld zurückholen lässt, leitet man das an die Eltern weiter; wenn nicht, dann nicht.

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