Sleuth

Diese Tage läuft in den USA Sleuth an, eine Filmfassung des Theaterstücks von Anthony Schaeffer. Es ist kein einfaches Remake der Filmfassung von 1972, mit Michael Caine als einfachem, italienischstämmigen Frisör Milo, der dem älteren Oberschichtmitglied Andrew Wyke (Laurence Olivier) die Frau wegnehmen will. Der lässt sich das nicht gefallen, auch wenn er an der Frau nicht hängt, und der Rest des Films ist Katz-und-Maus-Spiel und männliches Protzverhalten. „Schwanzvergleich“ ist wirklich das beste Wort dafür.

Das Drehbuch der neuen Version stammt von Harold Pinter, und diesmal spielt Jude Law den jungen Frisör und Michael Caine den älteren Mann. Die Ähnlichkeiten zum alten Film seien sehr gering, betont Caine. Als Beispiel dafür, wie sich die Zeit und das Klassenbewusstsein dann doch geändert haben, erzählt Caine eine Anekdote. Lord Olivier schrieb ihm vor den Dreharbeiten 1972 einen Brief, der begann mit: „You may be wondering how to address me…“ Von wegen „Lord“ und so. (Olivier schlug übrigens: „Larry“ vor.) Sir Michael Caine (der ohnehin aus der working class kommt) sagt, heute wäre er nicht im Traum auf die Idee gekommen, Jude Law einen Brief zu schreiben: „You may be wondering how to address me…“

(Ach ja, Regie: Kenneth Branagh.)

Quelle: NPR

One thought to “Sleuth”

  1. Auf der letzten Seite der Wochenendbeilage der SZ ist diesmal ein Interview mit Kevin Kline. Willi Winkler spricht ihn darauf an, dass er viele Drehbücher bzw. Rollen abgelehnt habe.
    SZ: Sie gelten als sehr wählerisch.
    Kline: Muss man doch sein.
    SZ: Wer ist „man“? Sie?
    Kline: Ja.
    SZ: Außer Ihnen sind das nicht viele. Michael Caine spielt alles, was man ihm hinhält.
    Kline: Ich war mal in einem Videoladen in London, der die üblichen Rubriken hatte: Action, Drama, Komödie, und dann hatten sie noch ein Regal mit der Aufschrift: „Filme ohne Michael Caine und Brian Dennehy“.

    :-)))

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