Bombenkoffer, Erprobung

Vorgestern brachte die Entwicklerin drei Prototypen ihrer Bombenkoffer mit (Hintergründe hier) und probierte aus, wie Schülerinnen und Schüler meiner 9. und meiner 11. Klasse damit zurechtkommen.

Jeder Koffer besteht aus einem Timer und einer Anzahl von ansteckbaren Modulen, die innerhalb der einstellbaren Zeit einzeln entschärft werden müssen, wobei nur eine kleine Zahl an Fehlern gemacht werden darf.

Dabei haben die Spielerin oder die Spielerinnen am Koffer keinen Zugriff auf das Entschärfungshandbuch – das haben nur die anderen Spieler, die dafür die Bombe nicht sehen.

Informatische (und andere) Inhalte: Flussidagramme und logische Schaltungen mit einfachen Logikgatter-Kombinationen lesen können; Morsesystem; Binärzahlen; Schiebregister; einfache Schaltpläne lesen; ASCII-Code; Beschriftung von Widerständen.

Macht man zu viele Fehler oder hat man keine Zeit mehr, explodiert der Koffer – zumindest beginnen die Module zu fiepen und wild zu blinken:

Das Entschärfungsheft (in zwei Varianten) habe ich kopiert und geheftet. Schon seit zwanzig Jahren habe ich diesen schönen Langarmhefter, über den ich möglicherweise noch nie geschrieben habe. 60 DM hat der damals gekostet, ich habe ihn nach dem Referendariat gekauft – dass es so etwas gibt, weiß ich noch aus alten Fanzine-Tagen. Und ich habe seitdem ja schon etliche Heftchen herausgegeben und dann auch gleich mal die letzte Deutschklausur in der Q12 schön zusammengeheftet. Broschüren kann das Kopiergerät ja selbstständig drucken, heften allerdings nur am Rand oder in einer Ecke, nicht in der Mitte. Noch hat der Langarmhefter also nicht ausgedient.

Außerdem Antrag auf Sabbatjahr abgegeben.

14 Antworten auf „Bombenkoffer, Erprobung“

  1. Einfach mal so den Bombenkoffer in die Schule mitbringen.
    Ein Traum von mir damals fing so an.… :D

    Aber Spaß beiseite, das ist ein sehr sehr cooles Teil!

    Gruß
    Aginor

  2. Das komische Gefühl hatte ich am Anfang auch. Inzwischen (leider) nicht mehr, ich muss echt aufpassen, dass ich nicht in der Öffentlichkeit laut von irgendwas erzähle, was ohne Kontext falsch ankommt… (“Ich hab jetzt endlich alle Teile für den Bomben-Bausatz zusammen.”) Man gewöhnt sich an sowas erschreckend schnell.

    Ich fand es toll zu sehen, wie gut die Schülerinnen und Schüler mitgemacht haben. Und danke noch mal, dass ich mir deine beiden Klassen “ausleihen” durfte! Wenn im Kollegium oder sonst wo noch mal eine spielwillige Gruppe zusammenkommt, bringe ich die Koffer auch gerne noch einmal vorbei :-)

    Und ein Hoch auf den Langarmhefter!

  3. Den Langarmhefter hat der verstorbene Nachbar K. der Schule gespendet, damit sie ihre Schülerzeitungen selber heften kann. Es gibt ihn immer noch, obwohl die Zeitungen jetzt professionell gedruckt werden.
    Der B.-Koffer: H. bedauert, ihn nicht einsetzen zu können.

  4. Interessant, dass hier der Bombenkoffer und der Langarmhefter kommentiert werden, aber nicht der Sabbatjahr-Antrag. Der Begriff ist mir als erstes aufgefallen, obwohl Du ihn so dezent im letzten Satz versteckt hast – wahrscheinlich aus purem Neid!

    Funktioniert das auch in Bayern so, dass man erst über ein paar Jahre ansparen muss (volles Deputat, reduzierte Bezüge) und dann ein freies Jahr dafür bekommt? Oder geht das von jetzt auf gleich? Würd ich auf jeden Fall auch gern mal machen!

  5. Ich habe versucht, dezent zu sein, ja – dabei schwirren mir schon viele schöne Blogbeitrag-Überschriften dazu im Kopf herum. Und ja, das funktioniert hier genau so; für Eilige wie mich: drei Jahre 2/3‑Geld, davon die ersten zwei voll arbeitend, das dritte zu Hause. Es besteht aber kein Anrecht darauf, und kleinere Punkte könnten aus Sicht des Kultusministeriums dagegen sprechen – also muss ich noch abwarten.

  6. Dann drück ich mal die Daumen, dass es nach Wunsch klappt!

    Das Dreijahresmodell finde ich sympathisch, hab bisher nur von 6/7 gehört. Eine kurze Recherche hat aber ergeben, dass es 2/3 auch hier in RLP gibt (und auch sonst alles bis 7/8). Wusste ich noch gar nicht.

  7. Dann drücke ich dir die Daumen für das Sabbatjahr (aber das geht ja in der Regel durch, oder?)! Bei uns machen das einige KollegInnen und zwei machen mich gerade mit tollen Reisefotos neidisch.

    Danke für die Ergänzung zum Koffer, der wirklich fantastisch aussieht.

  8. Sabbatjahr geht in der Regel durch, aber den Grundschulen haben sie es gerade gestrichen, und ich unterrichte mit Informatik ein Fach, dass zumindest in den Jahren *nach* meinem geplanten Freistellungsjahr Mangelfach sein wird.

  9. In Ba-Wü dürfen Lehrkräfte mit Funktionsstellen kein Sabbatjahr nehmen bzw. müssen ihre Funktionsstelle dafür aufgeben und sich dann ggf. neu für eine eine eventuell ausgeschriebene Stelle bewerben. Das scheint in Bayern anders zu sein…

  10. In Bayern ist es wohl genauso. Zumindest steht an offizieller Stelle, dass Lehrkräfte mit Funktionsstellen vom Sabbatjahr ausgenommen sind, “insbesondere” – und es folgt eine Auswahl an wichtigen Funktionsstellen. Als zweite Fachbetreuung bin ich ziemlich unwichtig, und ich weiß von Lehrkräften mit wichtigeren Funktionen, denen dennoch das Sabbatjahr genehmigt wurde. Aber ja, ich musste das beim Antrag angeben. Ich bin auch nicht sicher, dass es klappt.

  11. Manchmal ist der Verschreiber so viel schöner im WortFluss als das eigentliche Wort:
    Flussidagramme
    Ist so ein Fall.
    Das rollt viel schöner von der Zunge.

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