Stunden verleihen

Es kommt immer wieder mal vor, dass man sich von einem Kollegen eine Stunde ausleihen muss. Deutschlehrer sowieso, da in vielen Jahrgangsstufen Deutschschulaufgaben über zwei oder sogar drei Schulstunden gehen. Aber auch sonst: Für ein Projekt braucht man eine Stunde mehr, oder eine besser gemeinte als kommunizierte Aktion in der Schule sorgt dafür, dass die dringend benötigte Stunde vor der Schulaufgabe ausfällt, oder vielleicht hat man auch nur einen Feiertag vergessen und ist selber schuld – dann schaut man in den Stundenplan und geht betteln bei den Kollegen. „Du, ich brauch eine Stunde in der 9c.“

Manchmal gibt man die Stunden gern her, manchmal nicht. Das hängt unter anderem davon ab, wie gern man in die Klasse geht. Außerdem kann man die Stunde später wieder einfordern, der Stundenplan lässt meist eine Lösung zu.

Gestern wollte eine Kollegin eine Stunde in meiner Klasse haben. Es ist so einfach, Leuten einen Gefallen zu tun: Man sagt, einfach ja, kein Problem. Ich war der dritte, den sie gefragt hatte. Ich habe ein einstündiges Fach in der Klasse, aber Kollegen mit fünf Stunden machen sich Sorgen, dass sie den Lehrplan nicht durchkriegen.

Nebenbei: Heute bei einer Referendarin über die Schulter geschaut und gesehen, dass sie Informationen zu den Seminartagen an ihrer Schule über eine Moodle-Installation abruft. Ja, sagt sie, das ist sehr praktisch so. Sie musste sich erst daran gewöhnen, findet das jetzt aber sehr gut. Auch die Referendare untereinander treffen sich im Web. Bei uns ist das Netzbewusstsein ansonsten noch nicht so ausgeprägt, aber immerhin ist jetzt der jeweils aktuelle Vertretungsplan passwortgeschützt online. Ich denke, er kommt gut an.

Vom anderen Kollegen höre ich, dass der sich regelmäßig mit Freunden (die in anderen Städten wohnen) zum Guild-Wars-Spielen online trifft. Kopfhörer auf, Mikrophon vorm Gesicht, und man plaudert miteinander, während man durch Dungeons läuft. Vermutlich plaudert man weniger über die Schule als über die Situation: „Nimm du den Orc rechts, ich die Gruppe links.“ Meine Art der Kommunikation. Damit könnte man mich wieder zum Spielen kriegen – das würde mir besser gefallen als mich in Lehrerforen-Chaträumen zu treffen. Macht wer mit? Dann würde ich mir glatt Guild Wars zulegen.

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