Auf ein Neues: Nach Ostern (PS: Und des KuMis neue Pläne)

Das war eine schwere Geburt. Die letzten Tage über habe ich mich mit einer Aufgabe für die Schule herumgeschlagen, die bis heute fertig sein musste, und während ich sonst ein halbwegs organisierter Arbeiter bin, habe ich die Arbeit diesmal vor mir hin- und hergeschoben und bin gar nicht recht glücklich gewesen damit. Heute war’s endlich fertig, vorzeigbar isses geworden, die Aufregung hätte ich mir sparen können, wenn ich nur gewusst hätte wie.

Dafür geht es jetzt wieder mit frei gewordener Energie los. Der Zeitung entnehme ich, was man schon lange hört: Stundenkürzungen im G8 in Bayern und nochmalige Durchsicht des Lehrplans „in den meisten Fächern in allen Jahrgangsstufen“ (S. Schneider, Süddeutsche Zeitung, heute) nach Streichbarem. (Wieso nur in den meisten Fächern?)

„Weitere Intensivierungsstunden sollen die Schulen künftig als freiwilliges Angebot machen können“ – im Prinzip gerne. „Weitere“ und „freiwillig“ sind toll. Die Schulen können gerne Zusatzstunden anbieten, das halte ich sogar für sehr sinnvoll. Nur wird das so sein, dass es einen einzigen Topf an Stunden gibt, über den die Schule verfügen kann, und die Schule darf dann entscheiden, ob sie lieber große Klassen hat (plus Intensivierungsstunden) oder doch eher die Schülerzahl pro Klasse reduziert. Oder wird wirklich der Topf so angepasst werden, dass sich zusätzliches Angebot lohnt? So ein zusätzliches Angebot hieß früher „Wahlunterricht“ und findet heute kaum mehr statt, schon mal weil die Lehrer dazu nicht da sind.

Ansonsten macht die angekündigte Senkung der Stundenzahlen allenfalls für den Wahlkampf Sinn. der Lehrplan muss gekürzt werden (und die Zahl der Prüfungen), aber wenn jetzt eine Stunde pro Jahrgang wegfällt und die Lehrpläne ums gleiche Maß gekürzt werden (und sei es diesmal auch tatsächlich inhaltsmäßig und nicht nur nach Seitenzahl), dann reduziert das das Lerntempo wenig. Schneiders Vorschlag enthält in einigen (keineswegs allen) Fächern Stoffkürzungen um „bis zu einem Neuntel des Stoffs im Vergleich zum G9“. Das reicht doch vorn und hinten nicht.

Weiter mit meiner Energie. Ich stelle mal wieder ein neues Layout vor. Am Aussehen der Links muss ich noch arbeiten, sonst ist es schön, ob ich dabei bleibe, weiß ich nicht.

8 Thoughts to “Auf ein Neues: Nach Ostern (PS: Und des KuMis neue Pläne)

  1. Ich bin bisher vor diesem Layout zurückgeschreckt, muss ich ehrlich geschehen, obwohl es mir eigentlich gefällt. (Zum Thema G8 sag ich mal was, wenn ich mich nicht auf Parzival und Immensee vorbereiten muss)

  2. Ich wollt es eigentlich schon gestern anmerken. Das Layout find ich klasse! Und zurückschrecken tu ich nur gelegentlich bei den sich ständig wechselnden Fotos von Hr. Rau. Manche erkennt man ja :)

  3. Eine Gänsekeule war das, glaube ich. Auf dem ganzen Bild sieht man auch die Kartoffelknödel dazu. Ich muss mal ein Bild dazu tun, irgendwas Neueres, auf dem ich ganz garstig aussehe.

    Heute in der SZ von S. Schneiders neuen Plänen gehört. Fünf Intensivierungsstunden streichen, das heißt, freiwillig anbieten, aber jeder Schüler *muss* diese fünf Stunden machen, nur halt dann, wenn er will, also nicht jeder im gleichen Jahr… minimale Auswirkungen und viel Verwaltungsaufwand. So ein Unfug.

    Diese flexiblen Stunden werden dann eh wieder ausgesourced so wie das EGy-Wahlpflichtprogramm. Dann zählt der Eishockeyverein als Intensivierungsstunde ebenso wie der Gitarrenunterricht. Wetten? (Nicht dass jemand denkt, ich übertreibe. Das ist jetzt tatsächlich schon so.)

    Außerdem ist Englisch in der 7. Klasse nur noch dreistündig. So wie in der 8., 9., 10 Klasse auch. Also ein Viertel weniger Stunden in der 7. Klasse. Dafür wird der Stoff insgesamt um „ein Neuntel“ gekürzt. Wie soll das funktionieren? Ich hätte rechtzeitig in Schulbuchverlage investieren müssen.

    Käse, Käse, Käse.

  4. Herr Schneider und die Leute von der LEV können vermutlich alle schon Englisch.

    In Geschichte wird wohl auch so allerhand gestrichen. Ich habe dieses Jahr eigenmächtig mal Bayern im frühen 19. Jahrhundert gestrichen, aber das findet die Staatsregierung sicher nicht gut. Die haut lieber die Aufklärung raus. Kann man bekanntlich ja auch in Deutsch machen.

  5. Wenn ich für Deutsch und Englisch sprechen darf, da sind Streichungen auch möglich, und das kann ich mir für Geschichte ähnlich vorstellen. Sabine, klingt nach weiser Entscheidung.
    (Und in Informatik darf man in der 6. Klasse gerne den Powerpoint-Kram rauslassen, der bringt nichts.)
    Ich kenne Lehrer, die glauben, das Abendland geht unter, wenn man ihnen was am Fach wegnimmt. Kann ich nicht ernst nehmen.

    Ich traue S. Schneider nur nicht zu, dass sinnvolle Änderungen herauskommen. Muss ich dann den Zehntklässler erinnern, dass er in diesem Jahr gefälligst seine noch ausstehenden vier Stunden Intensivierung einlöst? Egal was angeboten wird? (Und es kann so viel angeboten werden, wie das KuMi an Stunden herausrücken wird. Nicht viel. Siehe Wahlunterricht.) Oder rufen dann nach und nach die Eltern an und lassen das aushäusig abgelten?

    Ich bin ja schon gespannt, was ich in drei Jahren schreibe, wenn ich diese Zeilen dann hier wieder lese.

  6. Im Englischunterricht neulich dachte ich mir, dass das Personal Passive doch eigentlich eher ornamentalen Character hat. Klar ist es hübsch und elegant, aber es ist eigentlich auch intuitiv zu verstehen, und wer es nicht anwenden will, kann ja immer noch das Aktiv verwenden. Der Gedanke kam mir, als mich die 8tklässler fragten, ob das in der Schulaufgabe drankommt. Mir fiel einfach kein sinnvoller Grund ein, warum sie das fürs Leben können sollen.

    Natürlich gibt es überall viel zu streichen, das ist sicher nicht das Problem. Ich habe ehrlich gesagt in meinen Fächern nie verstanden, warum man nicht einfach die ganze 11. Klasse rausgelassen hat. Nur, bei 3 Wochenstunden in einer Fremdsprache kommt man einfach gar nicht mehr zum Üben, und ohne Üben wird es halt nix.

    Kollegen, bei denen täglich das Abendland untergeht, habe ich auch.

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