Evolution und Teenager

Die Evolution hat den Menschen geformt, und was dem Menschen nach dem Alter von fünfundzwanzig, dreißig Jahren zustößt, hat dabei keine Rolle gespielt.* Wichtig war es, geschlechtsreif zu werden, sich fortzupflanzen und die Kinder aufzuziehen, bis sie selber geschlechtsreif und halbwegs selbstständig waren.

Nature is totally uninterested in old age. Once you’ve had your kids and raised them, nature has no more use for you. Passing on wisdom to the young? Ha! Don’t make me laugh. Nature knows that past the age of twelve, your kids have nothing to learn from you whatsoever. That’s why those teenage hormones kick in; it’s nature saying, Get away from those people, don’t listen to them, go find a mate. (p. 241)

Das sagt eine Figur in Wobegon Boy von Garrison Keillor (das mich ansonsten eher kalt gelassen hat).

Eigentlich klingt das doch nach einer nachvollziehbaren Erklärung für die evolutionäre Funktion der manchmal beobachteten Unausstehlichkeit während der Pubertät. :-)

– Nebenbei: Kollegin S., die hier mitliest, aber nie kommentiert, war neulich mit dem neuen Sohn in der Schule und wir haben über Vornamen und zweite Vornamen gesprochen. Wäre doch lustig, wenn jedes Kind sich mit 14 oder 18 Jahren einen zweiten Vornamen geben würde. So als Zeichen des nächsten Entwicklungsschritts. Diesen Vornamen behält man dann natürlich auch, und an dem Namen sind dann eben nicht die Eltern schuld, sondern der junge Mensch selber. Frau Rau meinte, als ich ihr das vorschlug, die gleiche Funktion hätten ja bereits Tätowierungen.

* Gut, streng genommen können auch die Exemplare einer Art, die sich nicht oder nicht mehr fortpflanzen, evolutionär von Bedeutung sein – ein Beispiel dafür sind staatenbildende Ameisen mit ihrer großen Spezialisierung und den sterilen Arbeitern.

Nachtrag: Bei SpOn steht was über Pubertät: Es sind da doch nicht die Hormone, sondern Umbauarbeiten im Gehirn. Leider steht da auch “Einfache Erklärungen greifen heute nicht mehr.” Schade, die von Keillor hat mir gefallen.

6 Antworten auf „Evolution und Teenager“

  1. Meine erste Französischlehrerin verordnete jedem einen neuen, französischen Vornamen. Das gab bei jedem Vokabeltest und jeder Arbeit Abzug, da ich über ein halbes Jahr brauchte, um ihn richtig zu schreiben. Eine pädagogisch äußerst schöne Maßnahme, vor allem da sie alle gleich lieb hatte, die schon einen französischen Vornamen hatten (und behalten durften). “Was soll den nur aus dir werden, wenn du nicht mal Französisch kannst?” Ist doch klar: Computerlinguist. ;-)
    Derlei “Pädagogen” machen einem das Teenager-Verhalten jedenfalls um einiges leichter. Bis zum eigenen Untergang.

  2. Vierzehn fände ich deutlich zu jung. Sonst rennt man ewig mit saublöden Namen wie Legolas oder Bella rum.

  3. @Sabine: Wobei Legolas das deutlich kleinere Übel wäre ;-)

    @Herr Rau: Schöne Grüße an Frau Rau – Vornamen sind vermutlich wesentlich einfacher und schmerzfreier zu entfernen als Tätowierungen …

  4. Mit 16 habe ich mir selbst einen neuen Vornamen verpaßt. Den trage ich bis heute, ich bin jetzt fast doppelt so alt. Meine Eltern sind not amused – aber mir gefällt er, obwohl ich meinen Originalnamen auch nicht schlecht finde.

  5. Neue französische Vornamen zu bewerten ist etwas humorlos, denke ich.

    16 Jahre ist dann vielleicht ein guter Kompromiss – und man weiß gleich, wenn man sie als Erwachsene trifft, wie die Leute als Sechzehnjährige so waren.

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