Anlässlich meiner ersten Abituraufsicht im Fach Musik heute

These, über die ich noch nicht viel nachgedacht habe: Ich finde die Art Allgemeinbildung, die einen in die Lage versetzt, dass man die Fragen in Abituraufgaben in den verschiedenen Fächern verstehen und einordnen kann, ziemlich ausreichend. Zu dieser Allgemeinbildung müssen natürlich noch andere Techniken kommen (schreiben, erklären, recherchieren).

(Musikabitur: Ist ein echtes Gerenne. Es gibt 4 Themen zur Auswahl, zu jedem Thema etwa drei Hörbeispiele, und diese zwölf Hörbeispiele sind so versetzt, dass immer die Schüler von Thema 1 ins Nebenzimmer gehen und ein Hörbeispiel anhören, danach die von Thema 2, dann 3, 4, und wieder Thema 1 mit ihrem zweiten Hörstück und so weiter.)

Die Fragen im Musik-Abi habe ich jedenfalls alle verstanden, und einige wenige Aufgaben hätte ich auch beantworten können.

9 Antworten auf „Anlässlich meiner ersten Abituraufsicht im Fach Musik heute“

  1. Ha, Du auch. Ich saß 2 Stunden auf dem Gang und freute mich sehr über die schönen Hörbeispiele – Schubert und das Gregorianik-Stück – fand aber auch den Ablauf mühsam – mich als Schüler würde das echt aus der Konzentration reißen, wenn gefühlt alle paar Minuten das Gerenne anfängt.

  2. Bei mir war Marschmusik – trommelrassender Militärmarsch, Chopin-Trauermarsch auf dem Klavier, ein Zirkusmarsch mit viel Drumrum: “Unterschiede und Verwendungsmöglichkeite beschreiben.” Deutlich abwechslungsreichere Aufsicht als sonst.

    Bei uns wählten alle das gleiche Thema, deshalb kein turnusmäßiges Aufstehen. Das hätte ich auch gerne mal erlebt, klingt aber tatsächlich schwierig.

  3. Bei uns werden die Abiturienten nach der Einlesezeit auf vier Musikräume verteilt – je nach gewählter Aufgabe. Das spart das Gerenne und vervierfacht die Aufsichten. Wunderbar! Aber was tut man nicht alles, damit unsere ehrenwerten Abiturienten in Ruhe schreiben können… ;-)
    Alternativvorschlag: Nachdem in Englisch ja jetzt auch noch ein Hörtext vorgespielt wird, könnte man alle zusammen in einen Raum stecken und die HB’s einfach abspielen, wann sie dran sind. Unsere Kids sind doch eh den ganzen Tag rundumbeschallt – die stört das vielleicht am allerwenigsten!

  4. @Roland Es fehlte der Smiley für Ironie.

    Wenn auch die Schule die Aufmerksamkeitsstörung unterstützt, kann sie gleich ihre Aufgabe an das Internet abgeben.
    Ich habe gerade für einen Schüler in Englisch zur Übung Hörbeispiele vorgelesen. Da habe ich, obwohl ich den Text vor Augen hatte, einzelne Informationen nicht wahrgenommen. Wie soll es werden, wenn ich mich nur aufs Hören verlassen muss und dann noch Ravels Bolero parallel höre?

    Allgemein ist mein Eindruck: Das Niveau der Prüfungsanforderungen sinkt, der Zusammenhang zwischen Unterrichtszielen und Prüfungsanforderungen wird immer geringer.

  5. Das mit dem Niveau der Prüfungsanforderungen ist vielleicht von Land zu Land verschieden; zum ersten Mal findet sich dieses Jahr bei uns ein Hinweis auf die EPA (Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung, S. 29). Für die “Textuntersuchung” (Analyse, Interpretation) steht da:

    Unter diesen Voraussetzungen sind die Anforderungen an eine Textuntersuchung in Bezug auf die Verstehens- und Darstellungsleistung gut erfüllt, wenn

    • zentrale Aussagen und bestimmende sprachliche sowie formale, ggf. medienspezifische Merkmale eines Textes differenziert erfasst sind und umfassend bearbeitet werden
    • die Aussagen präzise und umfassend auf die Aufgabe bezogen sind
    • eine Vielfalt selbstständiger Bezüge und eigenständiger Ansätze erkennbar ist
    • fachspezifische Verfahren und Begriffe sicher angewendet werden
    • die Darstellung in gedanklicher Ordnung und sprachlicher Gestaltung überzeugt
    • komplexe Gedankengänge entfaltet und eigenständige Positionen/Urteile dargestellt werden.

    Die Anforderungen an eine Textuntersuchung sind in Bezug auf die Verstehens- und Darstellungsleistung ausreichend erfüllt,
    wenn

    • zentrale Aussagen und bestimmende sprachliche sowie formale, ggf. medienspezifische Merkmale eines Textes in Grundzügen zutreffend erfasst sind
    • die Aussagen insgesamt auf die Aufgabe bezogen sind
    • grundlegende fachspezifische Verfahren und Begriffe angewendet werden
    • die Darstellung verständlich ausgeführt und erkennbar geordnet ist
    • die standardsprachlichen Anforderungen im Ganzen erfüllt sind

    Vormals hatten wir nur:

    Die Note “gut” soll erteilt werden, wenn die Leistung den Anforderungen voll entspricht. Dementsprechend dürfen in keinem Teilbereich Schwächen ins Gewicht fallen.

    beziehungsweise:

    Die Note “ausreichend” soll erteilt werden, wenn die Leistung zwar Mängel aufweist, aber im Ganzen den Anforderungen noch entspricht. Die auftretenden Mängel dürfen somit insgesamt keinen Zweifel an der Brauchbarkeit der erbrachten Leistung aufkommen lassen.

    Wie haben sich die Ansprüche geändert? – In der Realität haben die Noten natürlich nur begrenzt etwas mit diesen Formulierungen gemein.

  6. Hmm, das Musik-Abitur, an das ich mich erinnern kann, war leise: Hörbeispiele auf mp3-Spieler… (es gab aber auch nur einen Kandidaten, dieses Jahr z.B. keinen).

  7. Damals, in grauer Vorzeit, saß ich mit meinem Musik-Abi inmitten einer Bioklausur – vielleicht war es auch Erdkunde. Ich hatte einen Walkman auf den Ohren und war daher in der komfortablen Situation die Hörbeispiele beliebig oft anzuhören. Nicht darüber informiert war jedoch eine der aufsichtführenden Lehrerinnen, die mir laut schimpfend die Kopfhörer abzog.

    Wären MP3-Player nicht eine Lösung gewesen?

    Viele Grüße von Frau Weh

  8. MP3-Spieler klingt vernünftig, ich weiß auch nicht, warum das nicht eingesetzt wurde. Zugelassen wird’s ja wohl sein, aber die Schüler werden die Hörbeispeile alle nur einmal hören dürfen.

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