Kleine und große Fails dieser Woche

  • Melanie Unbekannt erzählt, wie ihr Account bei Facebook kommentarlos gesperrt wurde, weil ihr Name nicht echt genug klang.
  • Im Fontblog wird die Hadopi-Geschichte berichtet: Diese französische Organisation, die fiesen Internetklauern und ‑urheberrechtsbrechern das Leben schwer machen will, nimmt prompt für ihr Logo einen Font, für den sie die Rechte nicht hat.
  • Abmahnungen durch Komsa, 100partnerprogramme.de berichtet: Da werden Abmahnungen verschickt, weil eine Webseite unrechtmäßigerweise das Logo einer Firma verwendet hat. Eine? Ach was, hunderte!, wie es in dem alten Witz vom Geisterfahrer heißt. Hintergrund: Die Firma hatte auf den internen Rechnern einen Adblocker installiert, der statt der Anzeigen das eigene Firmenlogo einblendete. Und dann sah man natürlich ständig überall das Logo.

13 Antworten auf „Kleine und große Fails dieser Woche“

  1. Ich lese fontblog.de und designtagebuch.de, aber beides noch nicht sehr lange. Wieder aufgewacht ist mein Interesse an Typographie erst durch dieses Poster; muss nur noch unseren Systembetreuer dazu bringen, den Großformatdrucker anzuwerfen.

    (Immerhin, ich benutze für keines meiner Arbeitsblätter Times New Roman, sondern nehme für meine eigenen Blätter eine Garamond und für offizielle Schreiben den Schulfont.)

  2. Ach, eigentlich spricht nichts gegen die Times Roman, aber ich habe mich herzlich sattgesehen daran. Und den Nebeneffekt finde ich schön, dass man am Schrifttyp des Arbeitsblattes gleich erkennt, von welchem Lehrer es kommt. (Also, wenn man eben nicht die Times nimmt.)

  3. Den Nebeneffekt finde ich klasse (wäre doch mal ein Quizthema für die Abizeitung :) )
    Und ich dachte schon, es gäbe ein ‘political correctness’-Problem oder so:
    “Seit 1. Februar 2004 sind auf Anordnung des US-Außenministeriums alle US-diplomatischen Dokumente in Times New Roman in 14 Punkt statt der vorherigen Courier New in 12 Punkt zu drucken.” (wikipedia)

  4. Schau an, wusste ich gar nicht. Ist auch vernünftig, Courier sieht wohl zu sehr nach Akte X aus – und ist nicht so gut lesbar bei normalem Text.

  5. Hmm… “Times New Roman is the font of satan”, riet mir Paul Mason (von [I]imazine[/I], vgl. den Link unter meinem Namen) aber schon vor zehn Jahren… 8‑o

  6. Danke, Herr Rau, für den Link zum Poster. Ist auch für interessierte Laien sehr verständlich.

    Grundsätzlich mag ich serifenlose Schriften eigentlich lieber, ich finde, sie sehen besser aus. Aber die Leserlichkeit ist bei Serifenschriften doch deutlich besser – das fällt mir in den letzten Jahren deutlich auf (seit die Arme mit zunehmendem Alter doch immer kürzer werden :)). Ganz schlimm finde ich es, wenn helle Schrift auf dunklen Hintergrund trifft, ganz gerne auch noch in Hochglanz (taucht öfter in populären Pseudowissenschaftsmagazinen auf). Das versuche man mal morgens im Bus zu lesen, schlechte Beleuchtung und die Lehne des Vordersitzes ist so nah … Und die Lesebrille irgendwo ganz unten in der Tasche …

    Die Garamond gefällt mir ganz gut, ich finde sie sogar leichter zu lesen als Times New Roman. Auch von der Idee der “persönlichen” Schrift eines Lehrers bin ich angetan.

  7. Wenn man so die Kommentare liest denke ich, das Thema “fonts” hätte ja mal einen eigenen Eintrag verdient. Musste lachen (weil irgendwie ertappt), beim Hinweis, dass man am Font erkennt, wer das AB erstellt hat. Also “Jedem Lehrer sein eigener Font”… verweise da mal hierauf http://www.yourfonts.com/print.html, aber kennen Sie sicher, oder?!
    Funktioniert übrigens einwandfrei, hat mich echt fasziniert!

  8. Das hatte ich schon mal gelesen und prompt vergessen, ja. Aber jetzt habe ich mir die Vorlage ausgedruckt, und wenn ich nur einen geeigneten Stift auftreibe, probiere ich das auch mal. Wenn es das in ganz kostenlos gäbe, könnte ich das Schüler machen lassen; die lernen dann das Hinschauen und was Ober- und Unterlängen sind. (Oder selber als Service für Schüler anbieten, gegen ein paar Euro, und natürlioch freiwillig?)

    Freie oder kostenlose Software zum Bearbeiten von Fonts gibt es sicher viele, aber vermutlich keine, bei denen das so schön einfach geht. Meine ersten Basteleien hatte ich für die Zulassungsarbeit an der Uni, Untersuchung des Vokalsystems eines umfangreichen frühneuhochdeutschen Textes anhand der Schreibung. Was hatte der Schreiber nicht alles für lustige selbstgebastelte diakritische Zeichen! Die habe ich, weil ich ja auch lustig bin, in einen Font eingebaut, Times vermutlich.

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