Lime Pie

Weil Ferien sind, habe ich einen Kuchen gebacken. Einen Marshmallow Lime Pie. Der Lime Pie ist für mich etwas zutiefst amerikanisches. Saure Füllung, zuckriger Schaum oben drüber. Kennengelernt habe ich ihn in Nora Ephrons Heartburn (wo ich jahrelang über der Bezeichnung Key Lime Pie gegrübelt habe), wo auf der vorletzten Seite die Erzählerin endlich ihren Mann verlässt und ihm auf einer Party den mitgebrachten Pie ins Gesicht wirft. Das Buch enthält viele Rezepte, auch für den Pie.

Damals machte man es sich noch einfach: der Boden einer Form wird mit Kekskrümeln ausgelegt, darauf kommt eine Masse aus Limettensaft, Eigelb und gesüßter Kondensmilch. Das ganze wird ungebacken gefroren und nach dem Antauen mit Sahne verziert.

So einfach wollte ich es mir nicht machen. Das Rezept verlangte selbstgebackene Vollkornbutterkekskrümel, die mit flüssiger Butter zusammengepappt und angebacken wurden. Darauf kam eine Masse aus Ei, Zucker, Butter, Limettensaft, Limettenschale, schwach angeköchelt, durch ein Sieb passiert und noch einmal gebacken. Das sah dann so aus:

Und war schon da etwas zu dunkel. Aber mir ging es hauptsächlich um die Schaummasse oben drüber, nämlich selbstgemachte Marshmallow-Masse. Dazu wird Zuckersirup gekocht, Eiweiß geschlagen, und bei laufendem Mixer werden der heiße Zuckersirup und aufgeweichte Gelatine dazugegeben und solange verrührt, bis die Masse Zimmertemperatur hat.

Sieht aus wie Eischnee, ist aber keiner. Zäh und klebrig, Marshmallowmasse halt.

Die kommt dann großzügig auf den Kuchen.

Und der kommt ein letztes Mal in den Ofen, bis die Masse oben schöne Farbe hat.

Und so sieht der Kuchen dann aus:

Da eine ganze Menge Schaum übrig war, habe ich mir kleine Sandwiches gemacht, indem ich Butterkekse damit bestrich und die kurz überbuk.

War es das ganze wert? Eigentlich nicht, aber ich mache mir auch nicht viel aus Lime Pie. Richtig gut war tatsächlich die Limettenmasse. Die Kekskrümel würde ich beim nächsten Mal wieder aus gekauften Vollkornbutterkeksen machen (mit Ingwer und Zimt dazu), und gezuckerter Eischnee allein reicht auch, ganz ohne Gelatine. Obwohl der leckere Geruch nach angebrannten Marshmallows schon toll ist.

Tagged: Tags

4 Thoughts to “Lime Pie

  1. … weckt Erinnerungen an den Schoko-Bananen-Kuchen meiner Australischen Gastmutter.
    Leider hab ich dazu kein Rezept. Aber die Bananencreme auf dem Schokoteig… *seufz*

    Liebe Grüße,
    Maria

  2. Ohh Herr Rau, du machst mir Appetit!
    …ich hab von gestern noch Limetten übrig … grübel …

  3. Süß ist so ein Kuchen schon, aber passt ja gut zum Sauren der Limettenfüllung, ähnlich beim Rhabarberkuchen. Und der Aufwand… wegen dem mache ich das ja. :-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.