Es wird immer besser. Die USA begrüßen die Verhaftung von Assange? Begrüßen die jede Verhaftung eines der Vergewaltigung verdächtigten Menschen? Wenn nicht, halte ich das für eine Begrüßung, die ein in der Sache unbeteiligter Staat unterlassen sollte.
So spannend die Wikileaks-Veröfentlichungen als solche sind (Lila schreibt etwas zum Nahen Osten), noch spannender ist das, was danach geschieht: DDoS-Attacken auf Wikileaks, DNS-Server schmeißen Wikileaks heraus, Amazon, PayPal, Mastercard, Visa schmeißen Wikileks heraus wegen angeblicher, vielleicht tatsächlicher Verstöße gegen die AGB. (Aber wer verstößt nicht dagegen? Wie hieß es in einem Tweet neulich: der Ku Klux Klan wird von Visa und Mastercard bedient, aber Wikileaks nicht? So viel Druck kann ein Staat machen, das vergisst man leicht.) Dafür dann heute ein DDoS-Angriff auf Mastercard.
Unbedingt im Lawblog lesen: Kriegsgerät Serverplatz.
(Und ob unser Bundeswirtschaftsminister Brüderle jetzt Wikileaks oder die USA mit der Stasi verglichen hat, ist noch unklar.)
Nachtrag: beim Guardian gibt es Aktuelles, mit Live-Updates. Mastercard und PayPal geben zu, dass sie US-Regierungswünschen nachgegeben haben. Wegen… wegen illegal. Aber: wie auch immer man zu Wikileaks steht, ob irgendetwas illegal an den Veröffentlichungen ist, steht nicht fest. Allenfalls gibt es wohl Urheberrechtsverstöße, aber selbst das ist offen. (Der Verrat der Geheimnisse selber, der ist strafbar. Das Verbreiten in der Presse – und Wikileaks ist Presse – nicht. Zu schützende Persönlichkeitsrechte hat ein Staat auch nicht.)
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