Gestern in der Bibliothek

Im Moment sind Osterferien, bald danach beginnt das Abitur. Am Mittwoch und Donnerstag in dieser und der kommenden Woche ist jeweils ein Deutschlehrer aus den Q12-Kursen vormittags in der Schule und öffnet Schülern, die daran Interesse haben, die Bibliothek: dort können sich die Schüler zusammensetzen und gemeinsam Deutsch-Abituraufgaben durchsprechen. Gestern war ich dort, und von den knapp achzig Schülern waren ein gutes Viertel da. Ich habe ihnen aufgesperrt, das Kopiergerät eingeschaltet und im Lehrerzimmer Kaffee gekocht.

(Die Kaffeekanne und die Tassen standen im Nebenraum. Ich bin ja ein großer Freund von Kaffeetassen beim gemeinsamen Arbeiten um einen Tisch herum.)

Und ich stand natürlich, genau wie die anderen Deutschlehreren an den anderen Tagen, für Fragen zur Verfügung. Hauptsächlich ging es um die Gliederung: muss ich das so machen oder anders? Es stimmt schon, an der Gliederung liegt es, ob man sich im Aufsatz verrennt oder nicht. Aber eigentlich soll ein Schüler bei der Textinterpretation nur demonstrieren, dass er a) den Text verstanden hat (und das ist gar nicht so leicht; irgendeine Stelle gibt es immer, die die Schüler überlesen und nicht richtig verstehen) und b) etwas Interessantes zu dem Text sagen kann, das über die bloße Inhaltswiedergabe hinausgeht. „Das Gedicht ist typisch romantisch“ oder „Das Gedicht greift auf Motive der klassischen Mythologie zurück“ oder “ „In diesem Gedicht wird Nacht nicht als freiere Parallelwelt zum Tag gesehen, sondern sie steht ohne Alternative als einziger, unglücklicher Aufenthaltsort.“ Über dem Formalismus der Gliederung wird das manchmal übersehen.

(Ja, ja, weiß schon. Die Gliederung soll Hilfe sein und ist es auch meist.)

Es war schön, die Schüler arbeiten zu sehen. So stelle ich mir das vor als Lernender. Gut angekommen sind auch die Bibliothek („sollte man schon viel früher damit arbeiten“) und die kommentierten Lektürelisten zur Abiturvorbereitung, die die Q12-Lehrer vor einiger Zeit ausgeteilt hatten. Bis zum Ende des Schuljahrs müssen wir eine aktualisierte Fassung machen und bereits an die 10. und 11. Jahrgangsstufe austeilen.

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