Letzte Woche

Gerade viel zu tun, deshalb keine Zeit zu bloggen. Gemischte Fundstücke:

— Kleines Mädchen in der S-Bahn neulich, um die acht Jahre, hantierend mit rosafarbenem Plastikcomputerdingsbums. Das Dingsbums verlangt blechern: „Sag dein Passwort.“ Das Mädchen laut: „Seestern.“ Das Dingsbums: „Dein Passwort ist falsch.“ Nochmal. Dingsbums: „Sag dein Passwort.“ Mädchen: „Seestern.“ Dingsbums: „Dein Passwort ist falsch.“ Und so ein paar Mal, bis sich das Rosading endlich zu einem „Okay“ herabließ.

— Letzte Woche war Elternabend und Kartoffelessen. Das ist Tradition an unserer Schule: der Elternbeirat organisiert ein einfaches gemeinsames Essen mit den Lehrern, ursprünglich Kartoffeln mit Quarken, inzwischen etwas elaborierter und sehr lecker. (Bei uns in der Mensa.) Getränke zahlen die Lehrer selber. Die Mitglieder des Elternbeirats und die neuen Lehrer stellen sich einander vor. Traditionell graut einem davor – eine Tradition, die wohl die Mathelehrer früher angefangen haben. Ein Deutschlehrer stellt sich jederzeit irgendwohin und redet. (Am Elternabend davor war bei mir so gut wie nichts los.)

— Gegen Ende der Woche dann die Ergebnisse des kollegialen Kettenbastelns im Lehrerzimmer.

— Letzte Woche wurde der deutsche Lernatlas vorgestellt, das Ergebnis einer Untersuchung, in welchen Städte und Kreisen die besten Lernvoraussetzungen gegeben sind. (Gemeint: schulisches, berufliches, soziales, persönliches Lernen.) Urheber der Studie: Bertelsmann Stiftung, die Studie selber natürlich umstritten, ob zu Recht, kann ich nicht beurteilen. Bei SpOn sieht man eine Karte im Überblick – man sieht ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Mein Landkreis schneidet gut ab, nicht dass ich etwas dafür könnte.

— Studie zur Mediennutzung bei Jugendlichen: etwa hier beim Lehrerfreund. Nicht viel Neues, nur den Zahlen glaube ich nicht ganz. 65% der Jugendlichen zwischen 16-17 benutzen „täglich/mehrmals pro Woche“ E-Mail. Tatsächlich? Hm. Vielleicht. Aber zwischen täglich und einmal pro Woche ist mir ein zu großer Unterschied.

— Via Anke Groener: „Locals and Tourists„. Das geht so: Wenn man ein Bild schießt, werden – je nach Einstellung und Gerät – in der Bilddatei nicht nur der Zeitpunkt des Fotos, sondern auch der Ort gespeichert. (Gerade Handys haben ja GPS und solche Sachen.) Die Daten solcher Bilder, wenn sie öffentlich zugänglich gemacht werden, kann man sammeln und auswerten, und zum Beispiel für eine Stadt markieren, an welchen Orten besonders viele Fotos gemacht werden – das ist dann der Geotaggers World Atlas. Und die kann man auch interpretieren – Bilder desselben Urhebers zu deutlich verschiedenen Zeitpunkten gehören wohl zu einem Einheimischen, ansonsten zu Touristen. Wo fotografieren, die einen, wo die anderen? Das zeigt eben Local and Tourists, hier München.

2 Thoughts to “Letzte Woche

  1. Na, an der Stiftung wird zu Recht mitunter gekrittelt. Aber am Nord-Süd-Gefälle ist schon was dran. Das war bei Pisa so, das ist bei der Medienausstattung so. (Und zwar: eigener Fernseher in 42% der norddeutschen Stadtkinder gegenüber 27% in Süddeutschland, Stand allerdings 2005.) *Warum* das alles jeweils so ist, und was davon in welcher Form zusammenhängt, ist eine andere Frage. Aber es erklärt, warum das Innovationsgedöns eher aus dem Norden kommt, und warum der Süden gut beraten ist, diesem Gedöns nicht gleich zu folgen.

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