Was darf über Lehrer auf der Schulhomepage stehen? Was sollte?

Erst einmal: Was müssen Lehrer hinnehmen, dass über sie auf der Schulwebseite veröffentlicht wird? Antwort: nichts. Soweit ich weiß, nicht einmal Name und Fach; sicher nicht die Sprechstunde. Foto oder Email-Adresse natürlich auch nicht. Ausgenommen sind nur Lehrer, die nach ihrer Funktion und Aufgabe in der Schule für die Öffentlichkeit ansprechbar sein müssen. Die Schulleitung zum Beispiel kann sich nicht gegen die Veröffentlichung bestimmter Informationen wehren.

Was darf ein Lehrer über sich auf der Schulseite veröffentlichen? Ich frage deshalb, weil neulich beim Herumspinnen im Lehrerzimmer – angelehnt an die Lehrer-Quartettkarten, die mal eine meiner Klassen erstellt hat – folgender Eintrag für die Schulseite entstanden ist (in einer eigenen Kategorie „Unser Schulteam/Die Lehrer/Profile“):

Ich weiß, dass Eltern sich Online-Informationen über die Lehrkräfte an ihrer Schule wünschen. Zwingen kann man Lehrer, siehe oben, nicht dazu. Aber dadurch, dass einige Lehrer solche Profile veröffentlichen – bisher zwar nur ein Kollege und ich – wird doch ein gewisser Druck ausgeübt und der Wunsch verstärkt, andere Lehrer sollten das auch tun.

Drei Fragen stellen sich mir:

1. Warum möchte ich, dass es solche Profile gibt?

  • Weil man dem Wunsch der Eltern entgegenkommt. Wenn keine anderen Gründe dagegen sprechen, ist das Grund genug, es zu tun.
  • Weil es eine Möglichkeit ist, sich zu präsentieren und das Bild der Öffentlichkeit (Eltern eingeschlossen) von Lehrern und Schule zu formen.
  • Weil man dem Bild, das man von sich präsentiert, dann vielleicht eher zu entsprechen versucht.

2. Was kann man gegen so ein Profil haben?

  • Es spricht schon hinreichend dagegen, wenn man einfach nicht will. Keine Begründung ist notwendig.
  • Die Angabe einer E-Mail-Adresse führt dazu, dass Kommunikation per Mail durchgeführt wird, die besser in eine Sprechstunde gehört.
  • Der wichtigste Einwand: Durch die Veröffentlichung wird Druck ausgeübt auf Kollegen, die sich gegen eine solche Veröffentlichung entscheiden.

Deshalb meine wichtigste Frage:

3. Was darf man als kollegialer Kollege dort einstellen?

  • Was sicher nicht in ein öffentliches Profil gehört: Abiturnote (auch wenn die typischerweise im Lehrerprofil in der Schülerzeitung angefragt und meist beantwortet wird). Noch weniger die Examensnote. Auch nicht der Studienort, Studiengang, Abschluss? Es geht Eltern nichts an, ob jemand ein Staatsexamen hat oder ein echter Quereinsteiger ohne Staatsexamen ist. Sage ich jetzt mal.
  • Aufgaben an der Schule? Auch wenn man keine hat?
  • Unterrichtserfahrung? Im Sinne von: habe Erfahrung mit Englisch und Deutsch Grund- und Leistungskurs bzw. Deutsch und Informatik in der Oberstufe G8?
  • E-Mail-Adresse?
  • Facebook-Konto?
  • Amazon-Wunschliste? Ähem, geht natürlich gar nicht.

23 Antworten auf „Was darf über Lehrer auf der Schulhomepage stehen? Was sollte?“

  1. Ohne selbst Erfahrung mit dem „echten Lehreralltag“ zu haben (das kommt ja bald genug), denke ich, dass auf keinen Fall die Privatnummer drinstehen darf. Bei Email kann man wenigstens selbst timen, wann und wie ausführlich man antwortet oder ob man die Eltern auf einen persönlichen Termin verweist.

    Und Noten natürlich auch nicht. Wenn ich mir mein Studium so betrachte, dann ist das so gar nicht mit dem Beruf verbunden, wie ich ihn bisher wahrnehme. Gibt es überhaupt einen echten Zusammenhang zwischen Noten und der Qualität als Lehrer? (Vielleicht höchstens darin, dass echte Arbeitstiere tendentiell bessere Noten bekommen und ihren Unterricht gründlicher vorbereiten. Aber ist das denn alles, was einen guten Lehrer ausmacht?)

  2. Als Elternteil würde mich z.B. interessieren, welche Vorbildung ein Lehrer hat. In den Haupt- und Realschulen, die mehr auf die praktische Ausbildung ihrer Schüler hinarbeiten sollen, macht es sich bemerkbar, ob Lehrer vorher mal eine Ausbildung absolviert und in ihrem Leben mal richtig – ;) – gearbeitet haben.
    Wichtig wäre neben der Angabe der Unterrichtsfächer auch Nennung von AGs und Projekten.
    Private Telefon und E-Mail – nein, da auch ein Lehrer ein Recht auf Feierabend hat.
    Amazon-Wunschliste – Warum nicht? Die Schüler könnten dann mal ihrem (Lieblings)Lehrer das Passende zu Weihnachten aussuchen.
    Ansonsten gefällt mir das Profil, wenn es so an Ihrer Schule gehandhabt wird. Ist nicht so bierernst und doch informativ!

  3. Auf alle Fälle sollte dort nicht zu viel stehen, da hier die Schüler viele Informationen bekommen. Von Lehrern, die Ihre Schüler zum Beispiel bei Facebook akzeptieren halte ich zum Beispiel gar nichts.

  4. Manche Schulwebsites sind in etwa so unpersönlich wie der Online-Auftritt von meinem Finanzamt. Da findet man den normalen Lehrer überhaupt nicht aufgeführt, und von der Schulleitung heißt es lapidar „verantwortlich für diesen Internetauftritt“ und „Kontakt: sekretariat@…“. Schlimmer geht’s nicht.

    In Sachen Telefonnummer und Facebook muss ich Ulli widersprechen: Ich habe zu Hause eine „dienstliche“ und eine private Rufnummer; ich habe zwei Facebook-Accounts, wobei ich einen nur im schulischen Kontext benutze und neben Kollegen auch Schüler „befreunde“ (wenn die Freundschaftsanfrage von den Schülern ausgeht!). Ich sehe darin kein Problem, sofern ich Schulisches und Privates strikt trenne.

  5. Amazon-Wunschliste geht GAR nicht! Da ist man doch sofort im Graubereich der Bestechlichkeit, wenn einem das jemand anhängen möchte.
    Nette factoids, die den Lehrer auch für Fünftklassler eher zum Menschen machen, finde ich nett. Z. B. „Ukulele spielen“. Macht ersten neugierig und kann der perfekte Icebreaker sein.

  6. Ja, die Wunschliste geht mindestens aus diesem Grund nicht. Kann man ja gleich eine Preisliste aushängen…
    Inzwischen habe ich die Zeile mit dem Beliebtheitswettberwerb herausgenommen, In-Jokes sind nie eine gute Idee.

    Außerdem denke ich inzwischen, dass die Aufgaben nicht hineingehören. Manche Lehrer wollen keine, das stimmt, andere hätten gerne welche, kriegen aber keine, und dritte haben welche, die aber imposanter klingen als sie sind und vielleicht nicht einmal ordentlich erfüllt werden..

    Dafür erweitern um: fachwissenschaftliche Schwerpunkte auf der einen Seite (denn diese Seite sähe ich gerne etwas mehr betont) und pädagogische oder diaktische Schwerpunkte auf der anderen (auch davon etwas mehr). Da könnte jeder etwas schreiben, der das möchte.

    Für den Anfang eher vermeiden: ein Xing-artiges Bewerbungsprofil, damit andere Schulen gleich wissen, dass sie mich abwerben können, und das „interessiert an“ von Facebook.

  7. Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, wozu diese Vorstellerei gut sein soll. Muss ich wissen, wie der Lehrer aussieht, der mein Kind unterrichtet? Muss ich noch mal nachlesen, dass er offenbar Mathematik studiert hat, wenn er Mathelehrer ist? Und sagen mir seine Aufgaben etwas, wenn sie sich gar nicht auf die Klasse meines Kindes beziehen?

    Ja, ich weiß, der Trend geht eindeutig zu den Gepflogenheiten, die man aus den sozialen Netzwerken kennt. Auf Dauer wird man sich dem sicher nicht ganz entziehen können. Aber solange ich noch eine Wahl habe, halte ich mich persönlich mit solchen Auftritten zurück und erwarte auch nicht von andern, dass sie sich mir präsentieren. Solche Darstellungen bedienen, meiner Meinung nach, eine gehörige Portion Voyeurismus und nähren gleichzeitig die Illusion, man sei als Leser gut informiert. Ich bevorzuge nach wie vor den Inhalt, weniger die Hülle.

  8. wenn ich an meine schulzeit zurückdenke, waren mir die „lieben schwestern“ in der volksschule deshalb suspekt, weil sie irgendwie keine „menschlichen“ eigenschaften zu haben schienen.

    in der mittelschule – bis zur matura – waren die lehrkräfte am beliebtesten, von denen wir wussten ob sie verheiratet waren, was sie am wochenende unternahmen, ob sie kinder, haustiere etc. hatten.

    auch bei meiner tochter hätte ich mir manchmal gewünscht, einige lehrkräfte seien nicht so abstrakt, lediglich auf das unterrichtsfach reduziert.

    beim letzten maturatreffen (dem 40.jährigen) sprachen wir auch über dieses thema, einige von uns sind ja schon lange grossmütter, und immerhin haben ca. 20% meiner maturakolleginnen lehrerin als beruf gewählt – von volksschule bis mittelschule.

    dabei kam auch heraus, dass ein gewisses mass an privaten und gesellschaftlichen informationen positiv ist, für beide seiten. es macht sicherlich den zugang zueinander einfacher, vielleicht auch ehrlicher, persönlicher.

    wir hatten – dank meiner bemühungen – die erlaubnis, in der oberstufe während mancher unterrichtsstunden zu stricken, sofern wir beweisen konnten dass wir dabei auch einmal einen blick an die tafel werfen konnten. für diskussionsrunden, filmvorführungen etc. durchaus vernünftig – wir konzentrierten uns tatsächlich mehr auf den unterricht, weil wir kein strickverbot riskieren wollten, der pullover oder was auch immer fertig werden musste und wir nicht auch noch verstohlen lesen konnten. manchmal strickten sogar die lehrkräfte mit. es handelte sich im übrigen um ein ganz normales neusprachliches gymnasium.

    dass eine lehrkraft neben dem „normalen“ unterricht auch noch andere aufgaben in der schule über hat, zeigt in meinen augen lediglich, dass lehrer eben keinen 15- oder 20-stunden-tag haben, nicht einmal bei der anwesenheit in der schule.

    eine lehrkraft unterrichtet die „kinder“ mit ein wenig glück acht jahre lang. ich finde ein wenig zusatzinformationen nicht nur wünschenswert, sondern auch angebracht. fragt man nicht auch einen 15jährigen, der eine lehre beginnt, genau aus wie denn „der lehrherr“ und die kollegen seien (jung, verheiratet, welche hobbies, welche kleidung, welches auto)? schön wäre es, wenn sich an einer schule alle lehrkräfte einigen könnten, und die „steckbriefe“ dann einheitlich wären.

    wenn jemand drei studien abgeschlossen hat, warum soll er das nicht sagen dürfen?
    wenn jemand besondere erfahrungen/kenntnisse/fähigkeiten hat, warum soll er das nicht sagen dürfen?

    e-mail-adresse nur, wenn es eine eigene arbeits-adresse ist
    facebook: detto

    amazon: netter versuch …

  9. Ob die Vorstellerei etwas bringt, weiß ich nicht. Die Eltern freuen sich darüber, ob es etwas verbessert, weiß ich nicht. Vielleicht erzeugt es eine gewisse Vertrautheit, verringert die Distanz (die in der Regel immer noch groß ist) und fördert das Vertrauen, wenn man die Kinder nicht an ganz Fremde abgibt.

  10. He, he. Kenn ich, wollt ich sagen.

    Die Idee mit dem Quartett find ich knorke…sollte man vielleicht mal als Mobbingmethode einsetzen.

    Aber gut. Als HP-Betreuer kenn ich das Problem auch. Nein, gezwungen wird keiner, aber mit freundlichem Charme überredet. Wer aber partout nicht will, kein Problem damit.

    Die Frage, ob man jetzt mehr Infos über sich rausgeben soll/muss oder ob das modern ist – ist eher eine Frage, wie man mit Schülern eben umgeht oder es für einen selbst am besten passt. Aber auch ich habe bemerkt, dass die Schüler gern Menschen vor sich haben und nicht nur Amtsinhaber. Viele kleine Gespräche entwickeln sich zwischen den Stunden (in letzter Zeit wieder um Rennmäuse und Rennmaushaltung, manchmal über Fußball, von dem ich nicht viel verstehe). Und diese Gespräche mindern, das ist meine These seit langem, disziplinarische Probleme. Und all das war auch schon früher so – vor Facebook.

    Generell halte ich es aber für wichtig, dass Schule nach außen transportiert, was drinnen passiert. Und ich denke, das meint nicht nur Infos über Lehrer. Und ich meine auch nicht das, was man meint, wenn man sagt „Die Schule muss sich nach außen präsentieren“. Ich meine eher etwas für die vielen Eltern, die so gar nichts mitbekommen, was in der Schule passiert und die nicht immer die Zeit haben, in die Schule zu kommen und nachzufragen.

    Denn darüber werden ja auch Inhalte, Wissen und bildungstechnisch Wünschenswertes dargestellt. Wir haben z.B. grad einen Referendar, der sehr umtriebig auf dem Gebiet der Astronomie ist und nun auf der Homepage (zum Glück selbst) Artikel veröffentlicht, Sternbeobachtungen ankündigt und durchführt. Heißt, der die Grenze zwischen Schule und außerschulischen Lernorten abbaut.

    Die Darstellung von Lehrerinteressen würde letztlich auch in diese Richtung führen.

  11. Also, zum Thema „der Lehrer als Mensch“. Mein Kind hat, bei hoher Schulabneigung, sich prinzipiell nur dort ins Zeug gelegt, wo es den Lehrer mochte. Der Lehrer konnte aber nur gemocht werden, wenn er z. B. Fußballfan war. Das muss man über einen Lehrer erst mal wissen und herausfinden!
    Deshalb halte ich es für so wichtig, auch als Mensch und nicht nur als Rollenträger präsent zu sein. Für einen Lehrer, der den selben Verein mag, lernt man doch gleich drei mal lieber!

  12. Was für eine wunderbare Idee, Steckbriefe von Lehrern auf der Homepage zu bringen! Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, warum manche Kollegen sich da sträuben! Schließlich müssen wir Eltern unsere Kinder auch der Schule und damit fremden Menschen anvertrauen und das einzige Wissen über die Lehrer haben wir aus Fünfminutensprechstunden und den subjektiven Erzählungen unserer Kinder! Da ist es wirklich hilfreich, wenn man sich noch ein zusätzliches Bild über den Lehrer machen kann. Und vielleicht führt das ja auch zu besseren Sprechstundengesprächen und mehr Verständnis füreinander.
    Außerdem kann ja jeder Lehrer selbst entscheiden, wie viel er von sich erzählen will.

  13. Die vorherrschende Meinung unter den Kollegen ist wohl: das geht keinen etwas an. Internet ist nun mal suspekt. Ich fürchte, es dauert noch ein paar Jahre, bis sich das ändert.

  14. Für mich als Elternteil sind auf der für alle einsehbaren Homepage nur sachliche Informationen relevant, wie z.B. Unterrichtsfächer,Sprechstunden, offizielle Kontaktmöglichkeiten und evtl noch Aufgaben. Alles andere, finde ich, geht mich nichts an. Dass im Unterricht oder auch auf einem Elternabend das ein oder andere persönliche Detail erzählt wird, steht für mich auf einem anderen Blatt.

    Umgekehrt möchte ich auch nicht, dass „meine Kunden“ (ohne ins Detail gehen zu wollen) anfangs mehr außer Titel, Funktion, Aufgaben und Kontakt von mir wissen.

    LG Aziza

  15. Ich bin am liebsten anonym unterwegs. Kein Foto. Kein Name. Nur Sprechstunde. Bei Interesse können mich ja die Eltern fragen, da gebe ich gerne Auskunft. Aber online möchte ich nun wirklich nicht meinen Lebenslauf stellen!

  16. Oh also ich würde mich auch dagegen sträuben. Ganz einfach, weil man mit dem von mir unter Klarnamen veröffentlichten Daten schon mal Unfug getrieben hat. Das waren keine brisanten Daten, die meine „Freunde“ da entwendet haben, aber es hat ausgereicht, dass ich mich vor solchen Aktionen abschotte. Ich gebe auf facebook nicht mal meinen richtigen Namen an, weil ich von bestimmten Menschen einfach nicht gefunden werden möchte. Alles kann gegen einen verwendet werden.

  17. Die Aufgaben zu veröffentlichen find ich in Ordnung. Alles andere: Geschmackssache.
    Ist es nicht so, dass die Schüler derartige Infos nach und nach selbst rausfinden? Und ist das nicht für Schüler letztlich spannender als derartige Infos schon zu kennen bevor man den Lehrer jemals im Unterricht hatte? Über meine Interessen und Macken kann jeder Schüler, der mich ein Jahr hatte, die Oberstufe nach zwei Jahren sowieso, relativ genau Auskunft geben, ganz einfach weil ich das erzähle. Den Schülern. Nicht den Eltern, nicht einer breiten Öffentlichkeit, die zufällig die Schulhomepage liest.
    Die Schüler verbinden dann derartige Infos mit dem Menschen, der ein paar Mal pro Woche vor ihnen steht und „lebt“ und das ist mir lieber als so eine „Infotafel“ im Netz.

    Nebenbei bemerkt: Manche Eltern und viele ältere Schüler haben meine (berufliche) Emailadresse. Eltern haben mir bisher noch nie gemailt. Von den Schülern nutzt das i.d.R. nur die Oberstufe und auch die nur, weil ich ausdrücklich darauf hinweise, dass diese Möglichkeit besteht.

  18. Emailadresse geht aus meiner Sicht gar nicht, es sei denn jeder Lehrer besitzt eine Dienstadresse. Ich war im Studium gezwungen meine eigene Emailadresse zu veröffentlichen, diese wurde von der Uni einem PDF in der Form blbla@anbieter.de veröffentlicht, seitdem darf ich mich über viel Spam freuen, geht für mich gar nicht.

  19. @emailadresse: Bei uns gibt es für jeden Lehrer eine Dienstadresse. Nicht alle Lehrer haben eine – muss man sich einrichten. Habe aber auch noch nie gehört, dass Kollegen dann von Eltern oder Schülern mit Anfragen, Wünschen oder Beschwerden bedrängt werden – das ist bei den anderen wie bei mir, es wird kaum genutzt. Diese Dienstadresse wird übrigens nirgends veröffentlicht, die gibt man persönlich weiter.
    Spam steht natürlich auf einem anderen Blatt.

  20. E-Mail-Adresse nur als Dienstadresse, klar. Wenn manche Lehrer eine haben und andere nicht, weil das freiwillig ist, sollte man seine auch veröffentlichen, oder ist das dann unkluger Druck auf die anderen?

    >Ist es nicht so, dass die Schüler derartige Infos nach und nach selbst rausfinden? Und ist das nicht für Schüler letztlich spannender als derartige Infos schon zu kennen bevor man den Lehrer jemals im Unterricht hatte?

    Da müsste man die Schüler fragen. Nach und nach finden die das selber heraus, ja, aber wenn ich ein bisschen mehr Kontrolle über mein Bild habe, halte ich das nur für einen Vorteil. Zum Herausfinden bleibt noch mehr als genug übrig. (Bleibt die Frage, wie sehr mein Homepage-Profil wirklich zur Steuerung meines Bildes dienen kann.)

  21. Man steht doch immer ein wenig unter Zugzwang – zufrieden sind niemals alle. Allerdings kann ich nur wiederholen, dass ausgiebige Emailkommunikation zwischen Eltern und Lehrern bei uns nur in Ausnahmefällen stattfindet, ich selbst habe das noch nie erlebt.

    Die Frage, wie sehr das Homepage-Profil das Bild von einem Lehrer steuert, ist nicht so ganz leicht zu beantworten. Ich vermute: eher wenig. Und wenn Schüler einen nicht so wahrnehmen, dann heißts womöglich noch, man würde sich positiver darstellen als man ist. Ist andersrum natürlich auch möglich „Der ist gar nicht so schlimm wie er tut.“

    Ein weites Feld.

  22. Alles, was auch wirklich mit Schule zu tun hat, gehört hinein. Der Rest ist meines Erachtens eher kontraproduktiv, da man damit unter Umständen mehr Wissbegier oder Erwartungen an kommende Kollegen schürt als Nutzen bringt.
    Hier muss immer noch unterschieden werden zwischen der Privat- und der Lehrperson. Und die beiden können unterschiedliche Interessen vertreten. Auch wenn es mittlerweile zum Arbeitsalltag gehört, dass man vom Arbeitgeber online „geprüft“ wird, sollte das auch diesem vorbehalten bleiben (wenn’s schon unbedingt sein muss). Einen zusätzlichen „Social Scan“ inklusive Amazon-Wunschliste durch alle Eltern halte ich für mehr als unnötig. Etwas wie „Merkmale“ oder „Interessen“ können ganz nützlich sein, damit die Schüler einen besser einschätzen können, sollten sie einen noch nicht so gut kennen. Andererseits verlagere ich damit den Prozess des Kennenlernens auf ein Anlesen und nicht auf das Unterrichtserlebnis. Ob man das will, ist die nächste Frage.
    Ich bin prinzipiell dafür, Informationen über sich selbst preiszugeben. Allerdings muss man auch einen Sinn oder Nutzen erkennen können. Blindes Sharing nur um der Informationswut willen halte ich für einen Anreiz, der zur Vertiefung dieser Tendenz führt. Da wir alle das Ende dieser Tendenz noch nicht abschätzen können, würde ich also auch Eltern, die solche Informationen verlangen, darauf hinweisen.

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