Mal kurz verschnaufen

Gestern habe ich tief aufgeseufzt, aber vor Erleichterung. In den letzten Monaten hatte ich viel Arbeit. Es war nicht zu viel, um sie pünktlich und zuverlässig zu erledigen, aber es war zu viel, als dass ich viel Zeit für andere Dinge gehabt hätte. Und dafür brauche ich viel Zeit. Ich bin nicht multitasking-fähig; selbst in den Ferien nehme ich mir für jeden Tag maximal zwei Sachen vor – eine am Vormittag, eine am Nachmittag. Für dazwischen fällt mir dann schon auch immer etwas ein, aber das kann ich nur, wenn ich keine anderen Sachen auf meiner to-do-Tanzkarte habe. Und die war in letzter Zeit so voll, dass ich nicht zum Bloggen gekommen bin, nicht genug zum Lesen, nicht zu Plänen und Projekten und Ideen.

Vielleicht bin ich einfach auch das Arbeiten nicht mehr gewöhnt. In der Schule musste ich mich nie anstrengen, im Studium musste ich erst vor dem Examen etwas tun. Das Referendariat, inzwischen schon rosig verklärt, war wohl doch auch für mich anstrengend, wie mir Zeitzeugen versichern. Jedenfalls habe ich in den letzten Tagen die Vorlesung an der Uni beendet. (Klausur stellen und korrigieren kommt noch, aber erst mal muss ich eine Zeit lang nicht mehr um fünf Uhr früh aufstehen.) Die letzten Schulaufgaben vor dem Notenschluss sind korrigiert. Das P-Seminar ist beendet. Das war auch eine lehrreiche Erfahrung; wenn ich noch mal eines mache, werde ich einiges anders machen. Gilt auch für die Vorlesung. Aber jetzt erst mal verschnaufen. Nichts vornehmen. Denn nur das führt dazu, dass ich dann schöne Dinge machen kann.

4 Thoughts to “Mal kurz verschnaufen

  1. Nicht mehr um fünf Uhr aufstehen zu müssen, dürfte schon für eine größere Grundentspanntheit sorgen. Wir freuen uns auf neue Beiträge!

  2. Ich habe jetzt schon neue Brillengläser, gestern die jährliche Orangenmarmelade gemacht, altes Elektrozeug zu eBay gebracht.

    Am Montag dann: alte Bücher zur Buchbindereri bringen, Dienstag: Zeug zum Wertstoffhof. Ordnung schaffen.

  3. Kann dem nur zustimmen. Aktuell liegen nur Dinge auf dem Tisch, die unbedingt gemacht werden müssen. Räumst du links weg, schiebt sich von rechts wieder Arbeit dazu. Immer nur termin- und/oder zielorientiert. *nerv* Leider kommt man in dieser Art gehetzten Alltag kaum zu kreativen Ideen. Hardert mit sich selbst und wird nörgelig.

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