Erster Schultag 2016

Die Konferenz heute war gnädig, kürzer als gestern. Davor Klassleitergeschäfte getätigt. Ein Kollege meinte, dafür sei ja viel zu viel Zeit angesetzt gewesen. Stellt sich danach aber heraus, dass er nicht alles getan hat, was er hätte tun sollen.

Meine Klassen dieses Jahr: Sehr vielversprechend. Fast nur Informatik, aber meine Schule bietet auch ein Informatik-Praktikum für Lehramtsstudenten an. Überraschend unterrichte ich auch in der Oberstufe Informatik: Zum ersten Mal haben so viele das Fach gewählt, dass wir zwei Kurse anbieten. (Einen Kurs hatten wir seit Einführung des Fach in jedem Jahr.) Nachdem wir drei voll qualifizierte Informatiklehrer an der Schule haben, die alle gerne Oberstufe geben, kommt man nicht jedes Jahr dran. – Meine Deutschklasse kenne ich noch vom letzten Jahr, eine nette Klasse, und eine Jahrgangsstufe, die Spaß macht.

Ich entdecke jedes Jahr aufs Neue, wie anstrengend Unterrichtsvorbereitung am Schuljahresanfang ist. Klar: Unter dem Schuljahr treibe ich inkrementelle Didaktik, baue nur auf vorhanden Stunden auf und arbeite auf bereits überlegte und vorbereitete Ziele hin. Am Anfang fängt man bei nichts an. Deshalb auch nur diese kurze Meldung hier, muss dann weiter. (Wenn ich ehrlich bin: Biergarten.)

7 Antworten auf „Erster Schultag 2016“

  1. In den Biergarten wären wir heute fast gegangen; ich kochte aber bayrisch für unsere aus Istrien zurückgekehrten Freunde. Biergarten ist dann morgen.
    Toll, dass Sie soviel Info geben können.

  2. Neue Technik haben wir übrigens auch, endlich ordentliche Beamerkonstruktionen in den Computerräumen, mit dem Beamer an der Projektionstafel montiert, die man ausklappen und auf- und abfahren kann wie eine normale Tafel. Und Dokumentenkameras in den Klassenzimmern. Und Pläne für den Informatikunterricht habe ich viel.

    (Dass ich weniger von den Dingen schriebe, die mir an meiner Schule nicht gefallen, heißt nicht, dass es die nicht gibt.)

  3. „inkrementelle Didaktik“ merke ich mir, ist auch mein Steckenpferd. Wir haben im letzten Jahr mal wieder etwas an den „Lernpfaden“ an unserer Schule geschraubt – und dadurch dieses Jahr seit knapp 10 Jahren mal wieder einen Informatikkurs in der Mittelstufe (war in der Zwischenzeit eingebettet in einen MINT-Kurs). Glücklicherweise finde ich sogar noch meine Unterlagen von damals…

    Und unsere größte Neuerung: Abschied von XP, hallo Windows 7 – mit Office-Produkten von 2002 (berechtigterweise fragte dann ein Schüler, wann die Rechner aktualisiert würden – voraussichtlich in 5-6 Jahren…)

  4. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg (und Spaß) im neuen Schuljahr!

    So interessehalber, was wird denn heutzutage so in der Oberstufe in Informatik gemacht? Ist das schwerpunktmäßig eher Informatik im engeren Sinne (sprich: Mathematik) oder hat das schon was mit IT zu tun? Ich tendiere immer dazu, letzteres anzunehmen, aber einigen Universitäten wäre vermutlich ersteres lieber.

    Gruß
    Aginor

  5. „Inkrementelle Didaktik“: Ich war auch recht erfreut, auf diesen schönen Begriff gekommen zu sein. Unsere Hard- udn Software ist da deutlich besser. Ich wäre ja eh für eine Beschränkung auf Open-Source-Material, auch so als Alleinstellungsmerkmal.

    Informatik in der Oberstufe ist in Q11 objektorientiertes rekursives Programmieren einfach verketteten Listen, Bäumen und Graphen mit den gängigsten Methoden dazu. Dazu Anwendungsfälle dafür modellieren und umsetzen. Dazu eine praktische Phase zur Softwareentwicklung: Entwurfsmuster, Entwicklungsverfahren (explizit genannt: Wasserfallmodell). In Q12 dann formale Sprachen (verschiedene Grammatiken, und deterministische endliche Automaten), Internetprotokolle, Nebenläufigkeit (Threads programmieren), Aufbau eines Rechners einschließlich etwas Assembler, Laufzeitabschätzungen (mit O-Notation). Noch im Lehrplan aber beim nächsten Mal leider herausgefallen: Das Halteproblem.
    Also ein Schwenk quer durch die Informatik. SQL-Datenbanken macht man nur in der Mittelstufe, kann sie aber im Projekt wieder aufgreifen; funktionales Programmieren fehlt ganz. In Zukunft kommen Threads raus und Petrinetze rein.

  6. Wow, das klingt sogar ziemlich gut!
    Hatte ich ehrlich gesagt nicht erwartet, das überrascht mich positiv. Ist wirklich ein Schwenk quer durch.
    SQL in der Mittelstufe klingt für mich wie ein Traum.
    Mein Jahrgang hat erst im Studium dazu überhaupt irgendwas gehört. Und wenn man da erst die Grundlagen hört dann kann man sich vorstellen wie tief das ganze geht (Spoileralarm! Nicht sehr tief.)
    Oberstufe als Vorbereitung für ein Studium, das würde ich diesem Informatiklehrplan sogar echt abkaufen.

    Danke für die Info! Hier im Blog bekomme ich immer wieder ein bisschen Hoffnung in die Bildung der zukünftigen Fachkräfte zurück. :)

    Gruß
    Aginor

  7. Das mit dem Studium und den Fachkräften darf man aber nicht zu laut sagen… Informatik als reguläres Pflicht-Schulfach zu etablieren war auch deshalb schwer, weil der Informatikunterricht (zum Teil aus historischen Gründen) den Ruf hat, ja nur berufsausbildend zu sein, also nur für die relevant, die das danach beruflich machen wollen, mit oder ohne Studium. Und damit gehört es nicht an eine allgemeinbildende Schule. Bayern betont deswegen, auch Kritikern aus anderen Bundesländern gegenüber, den allgemeinbildenen Charakter des Fachs Informatik – dass das also auch denen etwas bringt, die das nicht danach zu ihrem Schwerpunkt machen. Und das stimmt ja auch.
    – Es stimmt aber auch, dass die Oberstufeninhalte schon auch gut auf ein Studium vorbereiten, ja.

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