Tschick im Kino; Text Adventures in der Schule

Tschick lese ich ja schon lange gerne als Schullektüre, gestern war ich im Kino und habe mir mit Frau Rau und vielen anderen. Der Film hat mir gut gefallen, die beiden Hauptdarsteller ganz toll. Vermisst habe ich Richard Clayderman, und da bin ich nicht der einzige – ja, die beiden finden die Clayerman-Kassette im Auto und hören sie an, und ja, vielleicht wäre es zu viel gewesen: Die Idee, dass die beiden als einzige Musik auf ihrer Fahrt diesen ihnen völlig fremden und meiner Generation so vertrauten Clayderman haben, ist so genial, dass ich gerne gewusst hätte, wie es wirkt, wenn auch wir immer und immer wieder diesen Clayderman hören. Stattdessen gibt es flotte Road-Movie-Musik, schon gut an und für sich, aber eine durchgehaltene Ballade pour Adeline die ganze Fahrt über, wie eine endlose Blue Note ausgehalten, das hätte ich gerne erlebt.

Herrndorf nennt in einem Interview vergleichbare Bücher, Jugendbücher, mit ähnlichen Motiven, die er als Kind und vor dem Schreiben von Tschick gelesen hatte: Huckleberry Finn, Herr der Fliegen, Pik reist nach Amerika. Was er nicht nennt, und ich bin beim Lesen von Tschick auch nie auf die Idee gekommen, einen Vergleich zu ziehen, ist Stand by Me.

Die Tschick-Verfilmung allerdings, die erinnerte mich sehr daran, er ist einen meiner Lieblingsfilme. Das machte zuerst die Szene, als Maik udn Tschick mit dem Lada über die wacklige Floßbrücke im sumpfigen Wasser fahren. Eine Brücke spielt auch in einer Szene in Stand by Me eine Rolle; und als Tschick dann mit einem Schrei aus dem Wasser kommt, da war ich, kurz vorher schon, ganz bei der anderen Szene, im Sumpf, mit den Blutegeln.

In Stand by Me machen sich mehrere Jugendliche zu einer Queste auf, wenn auch zu Fuß; es geht um Außenseiter und das Dazugehören, um Freundschaft und Vorurteile und Misstrauen, wenn man aus einer Familie von der falschen Seite der Gleise kommt. Beide Filme sind Road Movies, in beiden spielt Musik eine große Rolle, beide sind nicht streng linear erzählt. Und mit der King-Verfilmung kann der Tschick-Film nicht mithalten. Trotzdem: Sehr schöner Film.

— In der Schule spannend, auch wenn ich noch nicht alle Klassen gesehen habe. Besonders interessant wird das Englisch-W-Seminar zu Text-based computer games: Reading, analyzing and creating Interactive Fiction. Da sitzen tolle Leute drin, die aber wohl eher an Englisch interessiert sind als an Computerspielen, und mir genügend Vertrauen entgegenbringen, dass das auch mit diesem komischen Thema etwas werden wird. Dieses Vertrauen möchte ich natürlich nicht enttäuschen. Dabei sind textbasierte Computerspiele schon eher etwas für Nerds und können durchaus etwas sperrig sein am Anfang. Ich werde mir Mühe geben.

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2 Thoughts to “Tschick im Kino; Text Adventures in der Schule

  1. …das ist, ehrlich gesagt, eine W-Seminar-Idee, die ich mich versucht fühle zu klau…, äh, auszuleihen… ich hoffe zumindest darauf, in diesem Blog in Zukunft noch öfters davon zu lesen! :)

  2. Ich hoffe, in Zukunft noch öfters davon schreiben zu können. Aber wie gesagt, ein sperriges Thema, so für normale Menschen…

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