Bücher 2017

Meine gelesenen Bücher 2017. Zu einigen habe ich etwas gebloggt, zu anderen einen Podcast gemacht. Die Bücher mit ° habe ich wiedergelesen. Ingesamt wieder etwas mehr gelesen, aber lange nicht so viel wie früher. Zum Kochen und Lesen komme ich jedenfalls einigermaßen.

Ein prägendes Buch war diesmal nicht dabei. Lean on Pete ist mir vielleicht am ehesten nachgegangen. Ein Meisterwerk ist immer noch Remains of the Day, aber das hatte ich auch so noch in Erinnerung. 10 Bücher von Frauen, 37 von Männern, Rest so nicht zuordenbar. 18 Bücher wiedergelesen, 35 neu. 8 Nonfiction.

  1. J. C. Wezel, Belphegor
  2. Stephen King, The Bazaar of Bad Dreams
  3. Martin Amis, Time‘s Arrow
  4. Andre Norton, Bannkreis des Bösen°
  5. Penelope Fitzgerald, The Bookshop
  6. Umberto Eco, Das Foucaultsche Pendel (und hier
  7. Stefan Zweig, Schachnovelle°
  8. Friedrich Dürrenmatt, Der Richter und sein Henker°
  9. Karl May, Im Lande des Mahdi II: Menschenjäger
  10. Karl May, Im Lande des Mahdi III
  11. Slightly Foxed No. 53
  12. Karl May, Durch die Wüste°
  13. Bruder des Schwertes (Terra Fantasy 10)°
  14. Karl May, Durchs wilde Kurdistan°
  15. Karl May, Von Bagdad nach Stambul°
  16. Kenneth Robeson, The Man of Bronze°
  17. Willy Vlautin, Lean on Pete
  18. Andreas Eschbach, Ein König für Deutschland
  19. Philip K. Dick, Do Androids Dream Of Electric Sheep?°
  20. Philip K. Dick, Time Out of Joint
  21. Hartmut Laufhütte (Hrsg.), Deutsche Balladen
  22. Slightly Foxed No. 54
  23. Dorothy Hartley, Food in England
  24. William Goldman, Die Brautprinzessin°
  25. Isabel Abedi, Whisper
  26. Thomas Pynchon, The Crying of Lot 49
  27. Fritz J. Raddatz (Hrsg.), ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher
  28. Ursula K. Le Guin, The Left Hand of Darkness°
  29. Helen Macdonald, H is for Hawk
  30. Peter Bichsel, Über das Wetter reden
  31. Robert E. Howard, Degen der Gerechtigkeit°
  32. Johannes Schiltberger, Als Sklave im Osmanischen Reich und bei den Tataren, 1394–1427
  33. Robert E. Howard, The Complete Chronicles of Conan
  34. Robert E. Howard, The Best of Robert E. Howard, Vol. 1
  35. Abbé Barruel, Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Jakobinismus, Band 3 (und hier)
  36. Rudyard Kipling, Captains Courageous
  37. Michael Moorcock, Ritter des schwarzen Juwels°
  38. Zadie Smith, Swing Time
  39. Charles Dickens, The Pickwick Papers°
  40. Slightly Foxed No. 55
  41. Frank Schwieger, Ich, Zeus und die Bande vom Olymp
  42. Diana Knodel, Philipp Knodel, Einfach Programmieren für Kinder
  43. Robert E. Howard, The Best of Robert E. Howard, Vol. 2
  44. Arthur Bloch, Murphy’s Law°
  45. Naomi Alderman, The Power
  46. Robert Anton Wilson, Masken der Illuminaten°
  47. Oscar Wilde, The Importance of Being Earnest°
  48. Kazuo Ishiguro, The Remains of the Day°
  49. Swantje Ehlers (Hrsg.); Das Lesebuch. Zur Theorie und Praxis des Lesebuchs im Deutschunterricht
  50. Slightly Foxed No. 56
  51. Robert Menasse, Die Hauptstadt
  52. Ruth Klüger, Katastrophen
  53. Paul Hühnerfeld, Der Kampf um Troja

(Bücher 2016.)
(Bücher 2015.)
(Bücher 2014.)
(Bücher 2013.)
(Bücher 2012.)
(Bücher 2011.)
(Bücher 2010.)
(Bücher 2009.)

Erzeuger-Verbraucher-Videos

Kurzer Rückblick vorweg: Anstrengender Dezember; schönes Wichteln mit der 10. Klasse (Geschenke gab’s erst dann, wenn man gesagt hat, was man Gutes oder Schönes getan hat, auf das man stolz sein kann, wobei Noten nicht zählen – gar nicht so einfach für manche Leute, mich eingeschlossen); besonders gefreut hat mich auch ein gebastelter Stern aus meiner 6. Klasse. Danach Familienfeiern allüberall, viel gegessen. Geschenke machen kann ich nicht, oder mache ich mir nicht genug Mühe damit.


Wieder mal ein paar Videos erstellt, diesmal für die 12. Klasse Informatik, Synchronisierung von Threads in Java. Ein Threads ist ein Programm, das gleichzeitig neben anderen solchen Programmen laufen kann, was sinnvoll ist, weil damit vieles schneller geht. Manchmal müssen die Threads sich aber noch absprechen.

Ich bin noch auf der Suche nach dem geeigneten Werkzeug zum Erstellen solcher Videos. Open Source soll es sein. Zuerst habe ich wieder Pröäsentationssoftware genommen und abgefilmt, aber das gefällt mir nicht. Am liebsten wäre mir ein Programm, mit dem ich wie auf einem Schreibtisch Bildchen hin- und herschieben kann – das habe ich nur bei Smartboard-Software gefunden, und hier habe ich die offene Variante OpenBoard benutzt. Was mir noch fehlt, ist die Möglichkeit, mit einfachen Skripten zu bestimmen, was etwa bei einem Doppelklick auf ein Objekt geschehen soll – ersetzen der Grafik durch eine andere, vergrößérn, verkleinern, solche Sachen. Aber an sich mag ich das, so fast schon analog Objekte zu bewegen und das dann abzufilmen.

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Alle Videos:

Synchronisation mit Monitoren 1 (OpenBoard)
Synchronisation mit Monitoren 2 (OpenBoard)

Synchronisation mit Monitoren 1 (Impress)
Synchronisation mit Monitoren 2 (Impress)

Lebenszeichen: Griechische Sagen, Who’s on First, Oscar Wilde, schnell mal das meiste notiert, was los war

Ich schmettere derzeit jedem Kollegen, der über zuviel Vertretung oder fehlendes Wissen bei den Schülerinnen und Schülern klagt, ein frohes: “Schule muss mehr sein als Unterricht!” entgegen. Meine Hoffnung, dass die Kollegen dabei einen Zusammenhang herstellen (oder mir wenigstens widersprechen), wurde bisher noch nicht durch eine eindeutige Reaktion als eine begründete bestätigt.

Das mit dem “mehr als Unterricht” höre ich etwas zu oft im Moment.

***

Griechische Sagen: Kommen sehr gut bei der 6. Klasse an, aber die wollen wirklich sehr viel wissen, da reicht mein sehr solides Halbwissen nicht ganz aus. Hier meine Diagramme dazu:

theogonie1

theogonie2

Aber natürlich fehlt immer noch was: Was war mit der Mutter von Prometheus? – Mir kommt es dabei vor allem darauf an, dass die Schülerinnen und Schüler das als ein gewachsenes Flickwerk verstehen, dass nie unbedingt jemand an all das gleichzeitig geglaubt hat. Dass Aphrodite nicht die Tochter von Zeus ist, oder doch schon, auch, dass es jedenfalls mindestens zwei Mythen gibt, die sich widersprechen, und dass Aphrodite nach dem anderen Mythos aus dem Geschlechtsteil des Uranos stammt, als das ins Meer fiel, nachdem Kronos es abgeschnitten hatte.

Ich zeigte diesmal gleich am Anfang das Kamishibai, und die Schüler und Schülerinnen spielten mit meinem Bildern zum Urteil des Paris (ganz unten hier) gleich etwas, das fast schon ein bisschen Powerpoint-Karaoke ist, erzählten also die gerade gelesene und gesehene Geschichte unvorbereitet mit den Bildern nach. Ging gut.

***

The Importance of Being Earnest: Mit der Q11 gelesen. Oll, aber gut. Mit Psychologietests Persönlichkeitsprofile der Charaktere festgestellt und spätestens da festgestellt, dass die eigentlich alle eher keine netten Menschen sind. Danach kurz Inszenierungsmöglichkeiten verglichen – eigentlich wollte ich nur Ausschnitte aus dem Film von 2002 zeigen, aber der war dann so interessant, dass wir den ganz ansagen. Die Inszenierung erinnert mich sehr an die Jeeves-und-Wooster-Serie mit Stephen Fry und Hugh Laurie, ist nur etwas besser. Firth ist solide, Rupert Everett vor allem in der ersten Hälfte brillant, Judi Dench ist Judi Dench, und Frances O’Connor als Gwendolyn ist sa-gen-haft mit hingehauchter Verführung. Hier eine Fassung von 1986 zum Vergleich, man achte auf das “That makes me so nervous”:

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Und hier 2002:

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(Später lässt sich Gwendolyn den Namen “Ernest” auf ihren Po tätowieren.)

***

Früher waren vielleicht die Lehrer cool, die mit der Zigarette ins Klassenzimmer kamen, was schon zu meiner Schulzeit extrem selten vorkam, selber gehe ich wenigstens ab und zu mit der vollen Kaffeetasse in den Unterricht. (Essen und Trinken – außer Wasser – ist Schülern und Schülerinnen im Unterricht verboten.) Aber die Teetasse mit Teebeutel drin, die ich beim Kollegen sah, ist noch cooler.

***

Später dann mal in der Q11 die ersten paar Takte des Klassikers “Who’s on First” (Youtube) gezeigt, dann ausgeteilt und eine Audioversion dazu hören lassen. Dass das ein immer noch sehr lebendiges amerikanisches Kulturgut ist, sieht man auch an der Fassung von Jimmy Fallon mit Billy Crystal und Jerry Seinfeld. Immerhin kennen ein paar Schüler Jimmy Fallon, die anderen, na ja, nicht mehr so.

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Danach probierten die Schülerinnen und Schüler den paarweisen Vortrag in Ausschnitten. Ein Klassenzimmer voller Leute, die gleichzeitig und durcheinander “Who’s on First” üben, das ist schön.

Einstieg in die Erörterung: Mit Liegestützen zum Bürgerentscheid

Ich habe ja oft genug geschrieben, dass ich mit der Erörterung hadere. Aber gut, auf ein Neues!

Vor vier Wochen gab es einen Bürgerentscheid in München, abgestimmt wurde über folgende Frage:

Sind Sie dafür, dass der Block 2 (Steinkohlekraftwerk) des Heizkraftwerks Nord bis spätestens 31.12.2022 stillgelegt wird?

Zusammen mit den Unterlagen zum Bürgerentscheid kam ein kleines vierseitiges Heftchen, in dem die Vertreter des Bürgerentscheids auf der einen sowie der Stadtrat auf der anderen Seite Stellung zu dem Entscheid nahmen – Pro und Kontra, These und Antithese. Diese Texte lasen die Schülerinnen und Schüler und mussten sich danach ohne größere Diskussion für eine Seite entscheiden. Also mit Ja stimmen, mit Nein, oder gar nicht erst zum Entscheid gehen – denn diese Möglichkeit sollte es auch geben. Dass bei Klassensprecherwahlen die Wahlbeteiligung immer 100% ist, irritiert mich ja jedesmal, also konnte, wer nicht wollte, einfach nicht abstimmen. Im Gegenteil, um die Mühsal des Wahlvorgangs wenigstens ein bisschen zu simulieren, musste jeder, der abstimmen wollte, zehn Liegestütze oder zwanzig Kniebeugen machen.

Trotzdem lag die Wahlbeteiligung bei 95% (München: um die 18%, glaube ich), das Quorum wurde damit erreicht (München: 10%, kleinere Städte: 20%), mit 55% stimmte eine knappe Mehrheit für Ja (München: 60%).

Danach begann die eigentliche Diskussion, zusammen mit einer Betrachtung der beiden Stellungnahmen: Welche Seite war überzeugender? Die Ja-Seite hat mehr, aber kürzere Punkte; die Nein-Seite wenige, ausgeführtere Argumente. Quellen gab es da keine, bei der Ja-Seite schon – andererseits waren die Belege dort nicht sehr relevant oder nicht von unparteiischen Organisationen. Die Ja-Seite war je nach Sichtweise entweder umfassend oder zu wenig konkret.

Daran schloss sich die Lektüre eines an sich nur mäßigen Kommentars der Süddeutschen Zeitung (Münchenteil) an, dessen Tenor war, dass Bürgerentscheide mit ihren Ja-Nein-Entscheidungen nicht das richtige Instrument für komplexe Probleme wie dieses seien. Und schon waren wir bei dem, was früher die dialektische Erörterung war, die vor sechseinhalb Jahren und anderthalb Lehrplänen zum letzten Mal in der Wildbahn beobachtet wurde. (Abitur 2011: “Erörtern Sie ausgehend von einer sorgfältigen Klärung des Zitats Hegels, inwiefern das von ihm diagnostizierte Problem auch auf den heutigen Kulturbetrieb zutrifft, und zeigen Sie Lösungsmöglichkeiten auf!”)

Inzwischen gibt es nur noch die antithetische Erörterung, oder das antithetische Erörtern, oder das Erörtern von Sachverhalten – aber die Wörter “dialektisch” oder “Synthese” stehen nicht mehr im Lehrplan. Dennoch schnappen die Schülerinnen und Schüler sie beim einen oder anderen Lehrer auf und wollen sie erklärt haben. Also bitte: Synthese heißt hier, dass man sich nicht abhängig machen soll von den Optionen, die einem der Aufgabensteller gibt, sondern die Möglichkeit haben soll, einen dritten, besseren Vorschlag darzubieten. Im Schulbuch steht das unter “Fazit”, was zu leicht auf eine oberflächliche Zusammenfassung des zuvor Geschriebenen oder einen exakt in der Mitte platzierten Kompromiss hinausführt.

(Download der Broschüre, notdürftig eingescannt.)

Für den Übungsaufsatz gibt es natürlich ein anderes Thema, mehr aus der Lebenswelt der Schüler. Ich glaube aber, dieser Ausflug in die Lebenswelt Münchner Bürger hat ihnen auch etwas gebracht.

Fleisch, Calliope, Eulenspiegel, Tempelritter

Calliope und Eightball

Calliope und Eightball

Über Calliope habe ich ja noch gar nicht geschrieben, glaube ich. Das ist schon seit einiger Zeit die letzte heißeste Sache in Schul-Microcomputern, und der Hype ist absolut gerechtfertigt. Ich habe ja in meinem Klassenzimmer eine magische Billiardkugel, die man umdrehen kann und die einem dann eine Orakelantwort auf eine Entscheidungsfrage gibt – Yes, No, Maybe, Not Sure und so weiter. Kleine und große Schüler greifen immer wieder mal zu dieser Kugel. Ich habe einfach eine Calliope danebengelegt, mit Batteriekästchen daran. Wenn man die Calliope schüttelt, piepst sie und gibt auf ihren 5x5 Leuchtdioden eine lesbare Laufschrift aus: Ja, Nein, Kaum, Sicher, Vielleicht. Frag Herrn Rau. Das interessiert die Schülerinnen und Schüler ebenso. Und bald verteile ich Calliopes an meine 6. Klasse zum Ausprobieren im Informatikunterricht.


Fleischteile in Plastik

Zum Geburtstag hatte ich Gutscheine für kaufnekuh.de gekriegt. Dort kauft man Anteile an einer Kuh, und wenn die Kuh ganz verkauft ist, wird sie geschlachtet und das Fleisch an die Käufer verteilt. Nach etwas Reifezeit kam heute die Kiste mit dem Fleisch an. Kommt ins Tiefkühlfach.


Meine 6. Klasse hatte sich beim Kinderkanal für die Quizshow “Deutschlands beste Klasse” beworben und einen schönen Videofilm produziert. Gestern kam die Nachricht, dass wir leider nicht zu den gehören, die eingeladen werden – es gab aber auch 1100 Anmeldungen. Aber mit Film könnte man noch mal etwas machen.

Im Arbeitsheft ging es in einigen Aufgaben um Eulenspiegel, und sie wollten mehr von ihm erfahren. Also brachte ich ein paar Geschichten mit und las sie vor, brave und schulbekannte, aber auch die, die man sonst gerne mal nicht zeigt, darunter die, “wie Eulenspiegel einer Wirtin in das Bett schiss und ihr einredete, das habe ein Pfaffe getan.” Sehr vergnüglich.


Im meiner zehnten Klasse muss jetzt jede Stunde von einem Schüler oder einer Schülerin eröffnet werden, mit Begrüßung und irgend etwas Interessantem zum Einstieg. Wir hatten schon Rätsel, Bilder, Witze, Wissenswertes – darunter neulich etwas zu Freitag dem 13., der deshalb als Unglückstag gilt, weil Jacques de Molay – der letzte Großmeister des Templerordens – an diesem Tag hingerichtet wurde. Das habe der Schüler aus verlässlicher Quelle. (Assassin’s Creed vielleicht?) Im Zusammenhang mit Aufklärung und Nathan war schon mal vorab ganz kurz von Templern und Illuminaten die Rede gewesen. Jedenfalls bot es sich an, gleich mal das Recherchieren und Beurteilen von Quellen zu üben. Diese Begründung für den Aberglauben kam mir sehr unwahrscheinlich vor, und Wikipedia, und die Links und Quellenangaben dort bestätigten das auch.

– Danach in Erörterung eingestiegen, aber das wird ein eigener Beitrag.


Elternsprechabend. Diesmal voll ausgebucht, anders als in den Jahren zuvor, aber wieder sehr angenehm und freundlich und interessant. Zumindest für mich gewinnbringend. Danach noch traditionell Imbiss mit dem Elternbeirat – von diesem üppig organisiert.