Bogenschießen 2019

Inzwischen Tradition: Um diese Zeit im Jahr fahre ich mit unserer Bogenschießen-Schulsportmannschaft (nur aus Frauen bestehend) zur Bayerischen Bogenschießen-Schulsportmeisterschaft. Diese Tag hat etwas Meditatives. Um fünf Uhr aufstehen, Zug fahren, den Tag über zusehen, wie viele Teilnehmer und Teilnehmerinnen schießen. (Ich habe das selber als Teenager gemacht.)

Neu ist nicht viel. Unsere Mannschaft hat den zweiten Platz gemacht, wir haben einige sehr gute Schützinnen dabei.

Der freundliche Wegweiser zum Schießplatz in Feucht
Am Anfang alles noch etwas trübe
Später viel sonniger
Dazwischen Mittagspause

Beim modernen Bogensport sind viele Hilfsmittel am Bogen zugelassen: Visier, Stabilisatoren, Tabs (ein lederner Schutz, damit die Fingerkuppen nicht unmittelbar an der Sehne ziehen, weil das weh tut), Klicker (eine Art Metallzunge an der Pfeilauflage, die die Kontrolle ermöglicht, den Bogen jedesmal exakt gleich weit anzuziehen, wenn man schießt). Diese Mittel nutzten die meisten Schützen; die Einsteiger dürfen aber noch nicht damit arbeiten. Außerdem verzichten Feld- und Jagdschützen darauf und andere Vertreter eines ursprünglicheren Bogenschießens. Ein paar hatten wir am Nebentisch, ohne Visier und sogar ohne Tab, dafür mit einem ganzen Handschuh an der Schusshand. Beim Feldschießen schießt man oft auch auf unbekannte Entfernungen oder leicht bergauf oder bergab.

Gerade bei Wikipedia gelesen: Gibt auch 3D- und 4D-Bogenschießen. Was alles gibt inzwischen, bei mir gab’s immer nur Regen am traditionellen 1.-Mai-Turnier.

5 Antworten auf „Bogenschießen 2019“

  1. Habe ja immer über all diese Hilfsmittelchen geschmunzelt, bis ein Kollege mich einmal mitnahm zum Bogenschießen der eher ursprünglichen Art. Er drückte mir ahnungslosem Naivling einen 50-Pfünder in die Hand. Mein linkes Handgelenk erzählte mir noch Wochen später davon…

  2. Das ist aber auch eine Hausnummer. Ich habe als Teenager mit 28 oder 32 Pfund geschossen, glaube ich. 50 Pfund klingt bereits nach Langbogen, wie man ihn von Robin Hood kennt, also recht ursprünglich. Moderne Sportbögen sind Recurvebögen, also mit S-förmig gekrümmtem Bogenarm.

  3. Bin selbst traditioneller Bogenschütze (ohne Visier, mit Holzbogen und Holzpfeilen, Handschuh statt Tab und u.U. sogar ohne Pfeilauflage), daher ein zwei Anmerkungen:

    50 Pfund ist eine Menge. Mein stärkster Bogen hat knapp über 50 Pfund und das ist selbst wenn man immer wieder mit einem 25er oder 35er schießt eine ganz schöne Last. Das muss man sich erst antrainieren (weswegen ich ihn derzeit leider gar nicht schieße, bin aus dem Training).
    Anfänger sollten mit 25 anfangen, wenig sportliche Menschen evtl. sogar darunter.

    Aber mit der Form und Länge des Bogens hat das Zuggewicht nicht sooo viel zu tun.
    Es stimmt zwar, dass viele der stärkeren Bögen (auch mein stärkster) Langbögen sind, und auch historisch gesehen meist waren, aber das muss nicht so sein.
    Man kann einen starken Bogen auch kurz bauen, nur mit Holz ist es schwer. Man hat früher dafür dann Horn benutzt, heute meist Laminate aus Fiberglas und Holz. 60-80 Pfund sind dabei auf jeden Fall drin.

    Klar, nichts im Vergleich zu den 130-180 (kein Witz auch wenn es absurd viel klingt) die mit mittelalterlichen (Kriegs-)Langbögen aus Eibe möglich sind, aber wenn man bedenkt dass Ärzte davon abraten regelmäßig einen Bogen mit mehr als 70 Pfund zu schießen, dann doch eine Menge.

    Und das ärgerliche beim kurzen Bogen mit hoher Zugkraft ist der steile Sehnenwinkel. Da dann die Finger zusammengequetscht zu kriegen ist ätzend. Der Langbogen erlaubt durch den flachen Winkel, bequem mit drei oder gar mit vier Fingern zu ziehen (wurde bei Kriegsbögen auch durchaus gemacht), beim Kurzbogen geht das schwerer. Das ist vielleicht ein Grund warum sehr kurze aber starke Bögen (Reiterbögen z.B.) gerne mit Daumentechnik geschossen wurden. Der Daumen ist stärker als die zwei Finger die man ansonsten bei sehr kurzen Bögen nur verwenden kann.

    Zum Sportbogen: Jop, normalerweise Recurve, oft zerlegbar, wie die in den Bildern.
    Olympisch ist auch nur diese Form.

    Es gibt aber auch Compoundbögen (sehen aus wie eine sinnverwirrende Kombination aus Flaschenzügen in einem Metallbogen, die modernste und stärkste Form des Bogens) im Sport, bis hin zu den Weltmeisterschaften. Diese werden in Ländern in denen es erlaubt ist i.d.R. auch zur Jagd verwendet. Manche Länder (IIRC Dänemark z.B.) schreiben ein Mindestzuggewicht von 70lbs vor. Das ist zwar auch mit einem Recurvebogen oder Langbogen noch drin, aber sehr anstrengend zu halten. Der Compoundbogen erleichtert das durch sein „let off“, man hält eben dann nur 28 Pfund im Vollauszug, obwohl es an sich 75 wären.

    Toll, jetzt habe ich Lust mal wieder Bogen zu schießen.
    Danke, Herr Rau! :)

    Gruß
    Aginor

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