Coronazahlen im Landkreis

Ich schreibe die vom Landkreis-Gesundheitsamt gemeldeten 7‑Tage-Inzidenzwerte brav mit (irgendetwas muss man ja tun). Die Zahlen unterscheiden sich immer etwas von den RKI-Zahlen, deshalb sind sie nicht unmittelbar vergleichbar. Im Moment sehen sie so aus:

Die erste farbige Markierung gibt an, ab wann wir nur halbe Klassenstärke hatten. Das war zwei Wochen vor den Herbstferien, und galt auch nur für diese zwei Wochen. Erst ab da waren Masken verpflichtend, wir trugen sie schon schulweit zwei Wochen zuvor, als die Werte über 50 lagen – so hieß damals die Regel, auch wenn das damals schon ignoriert flexibel ausgelegt wurde. Da waren wir schon besorgt.

Die zweite farbige Markierung gibt die ersten formalen Einschränkungen an. (Schulen de facto unbetroffen, ab und zu ein Fall und Quarantäne, keine Teilungen, Masken weiterhin.) So deutlich, wie ich es gerne hätte, gehen die Zahlen nicht herunter, aber immerhin.

(Korrelation, Kausalität, Testhäufigkeit, weiß schon.)

3 Antworten auf „Coronazahlen im Landkreis“

  1. Ja, ein Teil der Stagnation sind vermutlich schon auch mangelnde Tests, weil immer mehr Ärzte/Gesundheitsämter ins Hintertreffen geraten und nicht mehr jeden testen können bzw. wollen.
    Ist ja oft auch sinnvoll, gerade z.B. bei Erkrankten die deutliche Symptome haben (Verlust des Geschmackssinns und Atemnot) muss ich keinen Test verschwenden um das Offensichtliche zu bestätigen. Aber der Aussagekraft der Zahlen hilft es leider nicht.

    Was mir Sorgen macht ist dass scheinbar immer noch nicht bei allen angekommen ist, dass Maßnahmen immer Zeit brauchen um zu wirken, und dass natürlich zwar ein Abwägen stattfinden muss, aber nicht ideologisch gesteuerte Symbolpolitik. Ob z.B. Herrn Söders Katastrophenfall (und analog dazu hier in BaWü die Ausgangssperren etc.) wirkt werden wir erst in zwei Wochen oder so an den Zahlen sehen. Wenn überhaupt. Denn wir wissen ja nicht wie gut das ganze durchgesetzt werden kann.
    Und ich habe Bedenken dass es zu viele Ausnahmen gibt. Dass man z.B. Kirchgang, Weihnachtseinkauf und Schulbesuch wohl als triftigen Grund sieht, das Haus zu verlassen, und weiterhin auf die (teils gut, teils weniger gut funktionierende) Vernunft der Menschen baut, darüber hinaus freiwillig Maßnahmen zu ergreifen.

    Ich erwarte trotz des laschen Vorgehens dass in weniger als einer Woche (vermutlich schon heute) irgendwelche Pseudowissenschaftler hinter dem Busch vorspringen und allen anhand “unwiderlegbarer Beweise” erzählen dass die Maßnahmen kompletter Unfug sind, und dafür die gesamte Wirtschaft, Gesellschaft und werweisswasnoch für alle Zeiten ruinieren oder dergleichen.

    Es ist zum Haare raufen. Man muss sich einfach alles anschauen und nicht nur das was in die Agenda passt. Genau wie bei anderen wichtigen Themen auch. Das kann man alles lösen, aber nicht wenn man ideologisch drangeht anstatt wissenschaftlich. Und gerade die sog. “Querdenker” sind in weiten Teilen stark ins ideologische abgedriftet (und auch von politischer Seite, größtenteils von Rechts, gekapert). Dabei wäre ihr Ausgangspunkt (in Frage stellen der Maßnahmen/Politik/Regierung/Industrie) so richtig und wichtig.

    Respekt an alle Lehrerinnen und Lehrer die weitermachen und das beste daraus machen, ich finde gerade die Sache mit den offenen Schulen höchst grenzwertig, und nicht erst seit letzte Woche. Aber das ist leider eine der ideologischen Maßnahmen. Schulen sind Betreuungseinrichtungen, damit die Eltern gefälligst arbeiten gehen. Deswegen werden sie gegen jede Vernunft offen gehalten. Die Wirtschaft will das so, und die Politik folgt.

    Ich hoffe das wird trotzdem was. Aber wir sind derzeit im Begriff, doch noch die schwedischen oder amerikanischen Verhältnisse zu erreichen, die wir so lange verhindern konnten. Es ist traurig.

    Btw, damit das hier nicht nur eine Tirade ist:
    Wie sieht es in Ihrem Landkreis mit den Schulbussen etc. aus?
    Masken und Abstand in der Schule sind ja ganz gut (im Sinne von: besser als nichts), aber wenig zielführend wenn man dann dafür im Schulbus vor oder nach der Schule aufeinander hockt.

    Bitte bleiben Sie gesund!

    Gruß
    Aginor

  2. Ich kann nicht beurteilen, ob das Offenhalten der Schulen eine ideologische Maßnahme ist. Ich hoffe, dass es da nicht um ein Prinzip geht, sondern um eine Aufrechnung: Betreuung der Kinder ermöglicht Arbeit der Eltern, die so dringend nötig ist, dass das Risiko angebracht ist. Ob die Rechnung richtig ist, weiß ich nicht. Ich glaube nicht, dass die Politik der Wirtschaft folgt, sondern dass die Politik die Wirtschaft für so wichtig hält.

    Zwei, drei Wochen weitgehend alles zumachen klingt sinnvoller. Im besten Fall vor Monaten, notfalls jetzt. Verschlafen hat man das ganze. Aber es geht auch darum, was machbar ist mit der Bevölkerung. (Viel, glaube ich.)

    Ich bin ein bisschen müde. Im Dezember ist ohnehin immer viel Arbeit, jetzt besonders. Und dazu die Einförmigkeit der Tage. Ich halte es noch lange aus, frage mich aber schon bei manchen Kollegen, wann die einen Koller kriegen. Ansonsten ist die Stimmung gut. Aber wenn einer im Kollegium sich ansteckt, bleibt der nicht der einzige.

    Schulbusse: Keine Änderung. S‑Bahn ist die eine Station vor der Schule sehr voll, sonst halbwegs leer. In Bussen wird es ähnlich sein.

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