Christy Moore: Don’t forget your shovel if you want to go to work

(1 Kommentare.)

Das ist ein Lied über irische Gastarbeiter in England, geschrieben von Christie Hennessy (1945 – 2007), der selbst in England als Gastarbeiter auf dem Bau arbeitete (und sich dabei vielleicht den Lungenkrebs holte, an dem er starb). Wikipedia zu ihm. Er war einer der vielen irischen Dichter-Sänger-Songwriter.

Bekannt wurde das Lied in den Interpretationen von Christy Moore:

(Hier ein, uh, älterers Video.)

Beim Wiederhören – ich höre gerade wieder mehr Musik und weniger Podcasts und das freut mich – ist mir nicht nur der schräge Rhythmus aufgefallen, mit 4/4 und 2/4 in Wechseln, sondern zwei Zeilen haben mich an Büchner, Woyzeck erinnert.

Dort heißt es: „Ich glaub‘, wenn wir in den Himmel kämen, so müssten wir donnern helfen.“ (Woyzeck under Hauptmann), hier, etwas schwächer: „we want to go to heaven but we’re always diggin‘ holes.“

Dort schreit der Doktor Woyzeck an: „Er hat auf die Straße gepisst, an die Wand gepisst, wie ein Hund!“, im Lied: „if you want to do it…don’t you do it against the wall. (never seen a toilet on a building site at all.)“.

Wollte ich nur schnell loswerden.


Beitrag veröffentlicht am

in

Kommentare: 1

Schlagwörter:

Kommentare

Ein Kommentar zu „Christy Moore: Don’t forget your shovel if you want to go to work“

  1. Penco loco

    Hatte erst kürzlich einen kurzen Fandom-Kontakt mit Neil Young, den ich auf die frappierende Ähnlichkeit von „Earth Brown“, einem Song- bzw. Filmcharakter aus „Greendale“, mit einer mündlichen Überlieferung der Oglala-Lakota vom Archetyp „Wilder Mann“ aufmerksam machte. Neil Young antwortete, dass die Figur seiner eigenen Vorstellung entsprungen sei, „but I like your story“. (Neil Young und seine Frau Daryl Hannah unterstützen die Oglala-Lakota seit vielen Jahren.)
    Gelegentlich im Unterricht zu „Faust I“ (also „Früher“): die gesicherte Traditionslinie, die sich von Goethes Mephisto über Voland („Der Meister und Margarita“) zu Jaggers Text „Sympathy for the Devil“ verfolgen lässt.
    Alfred Andersch, der Stellen aus einer bestimmten Übersetzung des „Huckleberry Finn“ in „Sansibar oder Der letzte Grund“ verarbeitet hat.
    (Man hatte dem jungen Kriegsgefangenen Andersch in den USA wohl einiges an Lektüre zukommen lassen.)
    Intertextualität ist ein allzu schönes Glasperlenspiel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert