Aufstieg und Niedergang des Linksammelns

Diesen Beitrag habe ich für eine Veröffentlichung im Techniktagebuch geschrieben, bevor ich dann gemerkt habe, dass ich fast das gleiche dort schon vor sieben Jahren veröffentlicht habe. In meinem Blog ist das damals nicht erschienen, also kommt halt jetzt hier die aktualisierte Fassungen mit den Entwicklungen seit 2019 (nur die letzten zwei Abschnitte).

2004 bis 2006: Lesezeichen im Browser

Von mindestens dem Jahr 2004 bis zum Jahr 2006 speichere ich die Links zu Webseiten, mit denen ich später oder regelmäßig etwas machen möchte, als Lesezeichen in meinem Browser, Firefox. Das betrifft vor allem Webseiten mit deutschen oder englischen Texten, die ich irgendwann einmal in der Schule im Unterricht als Lehrkraft nutzen können will, oder mit Projekten und Projektideen für die Fächer, die ich unterrichte. Diese Seiten will ich mir merken oder zumindest bei Gelegenheit sichten und überprüfen.

2006 bis vielleicht 2011: Lesezeichen bei einem Onlinedienst

Zum Ende des Jahres 2006 entdecke ich Webseite del.icio.us. Dieser Dienst ermöglicht es, Links in einem Online-Konto zu speichern. Der Vorteil ist, dass sich diese online gespeicherten Links über mehrere verwendete Geräte synchronisieren lassen. Dieser Vorteil wäre gering, wenn es nicht eine Browser-Erweiterung gebe, mit denen die online gespeicherten Lesezeichen in das Lesezeichen-System des Browsers integriert werden, so dass ich sie bequem erreichen kann, ohne mich irgendwo einloggen zu müssen. Außerdem ermöglicht del.icio.us, ein Lesezeichen unter mehreren Schlagwörtern zu speichern, also nicht nur streng hierarchisch. Also exportiere ich einmalig meine lokalen Lesezeichen nach del.icio.us und verwende in Zukunft die von dort synchronisierten Lesezeichen.

Im Jahr 2017 schließt dieser Dienst. Mein letztes Lesezeichen dort habe ich 2015 neu angelegt, aber wohl schon einige Jahre zuvor, vielleicht 2011, aufgegeben, das System regelmäßig zu nutzen. Die Gründe dafür waren wohl, dass das für die Verwendung im Browsermenü nötige Plugins nicht mehr funktioniert – nach mehrmaligen Verkäufen hat niemand mehr groß Interesse daran. Und ohne den komfortablen Zugang über das Browsermenü bringt die Online-Speicherung von Lesezeichen nicht viel.

Lesezeichen wieder im Browser: 2011, vielleicht

Also re-importiere ich irgendwann zwischen 2008 und 2011 die Lesezeichen von del.icio.us zurück in den Browser und räume auf. Von den sehr rasch auf etwa 2000 angewachsenen Lesezeichen sortiere ich einige häufig gebrauchte um und lösche sehr viele, so dass danach immer noch etwa 700 unsortierte, wenig gesichtete Lesezeichen im Browser verbleiben – und die bis mindestens zum Jahr 2026 im unsortieren, wenig gesichteten Status als Browser-Lesezeichenverbleiben.

Lesezeichen auf der Festplatte: ab 2017, spätestens

Alle neuen Lesezeichen, spätestens ab 2017, aber vielleicht schon einige Jahre früher, speichere ich nicht mehr im Browser, sondern als kleine Verweis-Datei auf der Festplatte. Das geht automatisch, indem man mit der Maus ein Element der Browserzeile per drag&drop auf die Festplatte zieht. Die Vorteile: diese Verweis-Dateien sind browserunabhängig, man kann sie im Datei-Explorer verwalten und bearbeiten, und einzeln oder gesamt kopieren oder verschieben.

Immer wenn ich Zeit dafür habe, folge ich dann diesen so gespeicherten Links, lese die Artikel dahinter oder verarbeite sie in anderer Art weiter. Danach lösche ich die Links. Dennoch entsteht so nach und nach ein Verzeichnis, das inzwischen nach mehrfachem Unbenennen AUFRÄUMEN heißt und die gespeicherten Link-Dateien enthält, zu deren Lektüre und Verarbeitung ich noch nicht gekommen bin. Allerdings: Ich speichere dort Lesezeichen schneller, als ich sie verarbeiten kann. Im Browser selbst speichere ich keine neuen Lesezeichen, dort sind neben den alten, unsortierten nur einige für den regelmäßigen Gebrauch.

Aufräumen 2026

Im Sommer 2026 räume ich das Verzeichnis AUFRÄUMEN und seine Unterverzeichnisse wieder einmal auf. Es befinden sich ursprünglich etwa 500 Verweis-Dateien darin, die älteste aus dem Jahr 2017 – ein Verweis auf einen Eintrag im Techniktagebuch. Schon bald werden es weniger, weil ich viele davon lösche. Beim Durchsehen blicke ich auf die Jahre 2017 bis 2026 zurück. Insbesondere lösche ich folgende Links, weil sie durch die Geschehnisse der letzten zehn Jahre überholt worden sind, so dass ich sie nicht mehr in der Schule verwenden kann oder möchte:

  • Alle lustigen Texte darüber, wie dumm die Menschen doch sind.
  • Das meiste über Politik in den USA, etwa Texte zu Separation of powers, zu Checks and balances.
  • Vieles (aber nicht alles) über Israel, weil viele Diskussionen sich nach dem Angriff auf Israel 2023 und der Reaktion darauf geändert haben.
  • Alle Links, die auf eine Nachricht bei Twitter verweisen. Denn Twitter wurde inzwischen umbenannt und ist ein rechtes Rattenloch geworden, so dass viele Nutzer und Nutzerinnen ihre Accounts gelöscht haben, so dass die Links ohnehin nicht mehr zu einem Ergebnis führen. Die Accounts, die nicht gelöscht wurden, interessieren mich nicht mehr.

Beim Aufräumen, und vor dem Löschen noch weitere Dateien, fällt mir ein, dass das ein Beitrag für das Techniktagebuch werden könnte.


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