Cyd Charisse gestorben

Möglicherweise meine Lieblingsnummer von ihr. Eigentlich mag ich textlose Musical-Tanzeinlagen nicht besonders, und lyrische gleich gar nicht. Trotzdem, die gilt:

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„Dancing in the Dark“ stammt aus The Band Wagon (1953). Eines der besten. Buch Betty Comden und Adolph Green, wieder mal. Und tolle Musik.

(Das Youtube-Video habe ich bei Frau Klugscheißer gefunden und gleich übernommen.)

Robert Anton Wilson

Gerade habe ich erst mitgekriegt, dass vor zwei Tagen Robert Anton Wilson gestorben ist. Bekannt ist vor allem die Illuminatus-Trilogie, die er zusammen mit Robert Shea geschrieben hat, und die ich als später Teenager oder früher Student mit Genuss und Belehrung gelesen habe.

Illuminatus! ist eine Geschichte um Weltverschwörung und Intrigen, Rockmusik, Psychoanalyse, den Weltuntergang, Rebellion und die Illuminaten. (Wenn ich mich recht erinnere, hat Wilson zusammen mit anderen in den 60er Jahren die bis dahin vergessenen Illuminaten erst wieder als Verschwörer ins Speil gebracht, und diese Fiktion war so erfolgreich, dass sie sich immer weiter verbeitet hat.) Besser als 23 und Dan Brown und was es sonst so gibt. Skuriller. Aber bloß nicht ernst nehmen.

Ich habe auch einige weitere Bände mit Aufsätzen von Wilson gelesen. Schräges Zeug, ich habe viel über alles mögliche gelernt dabei. Und Esoterik-Anhänger fand ich immer schon spannend, auch wenn ich den Kram selber für völligen Humbug halte.

Hanns Dieter Hüsch gestorben

Als die Bäcker von Beumelburg in der bekannten Herrgottsfrühe, mit Dietrich dem Genscher und dem kleinen Schmetterling, dem bescheidenen Vorschlag, ich erziehe meinen Leib, du erziehst deinen Leib, er erzieht seinen Leib; mit Bockwurstspringen und roten Beschleunigungssocken, Spazierganggebern und -nehmern, dem säbelnden Springen vom Baum zu Baum (den musst du dir anschauen, gerade du, wenn du den iregndwo noch erwischen kannst), mit Ditz und Hedwig, mit den Ausschreitungen unserer Phantasie und den Entartungen unserer Herzen, also Kunst – ohne große Reihenfolge einfach mal nur aufgezählt, sicher auch mit Wiederholungen.

Nachtrag: Viel schöner hier: http://ivy.antville.org/stories/1277257/

Begrüßung
Happy Hour
Einstellung
Gesang I
Gross oder klein
Korrupt
Gesang II
Im Cafe ‚Pilatus‘
Angebote
Männer an den Herd
Gesang III
Nichts
Was ich nicht kann…
Scherzartikel und Geduldspiel
Deutschland mein Land?
Männer ernähren sich ungesund
Goethes Christiane
Eleganz und Gebrechlichkeit
Gesang IV
Der alte Fritz
Zeitungsnotiz
Gesang V
Der Heiligenschein
Vhs
Zukunft
Moerser Erinnerung
Gesang VI
Abendlied
Fünfzeiler
Niederrheinische Weisheit
Im Januar
Unsterbliche Sätze
Schwarz – Weisse Kühe
Familie Schwan
Seychellen
Matrose und Tenor
Tante Mariechen
Und Samstags immer auf dem Friedhof
Kannze doch mal aussteigen
Kühe am Altrhein
Ansichtskarten
Rammdösig
Niederrheinische Erklärung
Kappes und Kohl
So ähnlich jedenfalls
Fünf Gedichte
Krank, Kränker, Am Kränksten
Sach ma nix II
Atrops im Himmel
Abendlied
Gymnastische Übung
Alle Geräte lassen nach
Alles bestellen
Praktische Geschenke
Die Schlange
Bericht
Kein Liebeslied
Der lange Pullover
Muscheln essen
Pinkeln
Alte Filme
Nachts im Hotel
Moments musicaux
Religiöse Nachricht
Eiweissheit
Wie binde ich einen Schlips
Scheunen, Schuppen, Schlachthöfe
Honig
Große Salatblätter
Groß-Größer-Am Größten
Geschichte
Taxifahrer
Choral
Man kann sich nichts aussuchen
Jeder braucht jeden
Anteilnahme
Ausflügler
Terry
Heiterkeit
Obduktion
Ich möchte mir
Nachrichten
Knoblauch
Befund
An-Liegen
Nicht Kindskopf, sondern Kunstkopf
Suite
Lothar Trappmann
Das Wort zum Montag
Requiem
Abendlied
Szenenwechsel
Vortrag
Nünkteplein
Das Wort zum Sonntag
Liedermacher
Weltende
Liedermacher
Prolog
Ungerechter Tag
Alle Menschen sind frei
Mein Auge juckt
Wenn ich König wäre
Weltmusik
Das tückische Brot
Nach dem Kommunismus
Deutsches Eis
Menschen am Telefon
So heftig schlägt das Gewissen des Westens nicht
Ein junger Journalist
Schlechtes Wetter
Es mehren sich die Beweise
Dinosaurier
Nicht Aufstieg und Wohlstand
Tagesthemen
Niemand darf der Folter
Kein Kenner
Psalm
Papiertaschentücher
Besser als gar nix
Vaclaw Havel
Fluch-Blatt
Lichtenberg
Niederrheinische Unterhaltung
Mehr Küssen
Ossis und Wessis
Warnung
Im Hallenbad
Unappetitlich
Reporter
Tiere oder nicht
Bedenkenlos
Kirche, Klo und Kälte
Ein berühmter lateinamerikanischer Philosoph
Meine Zahnbürste
Psalm
Was ist Gesünder
Jede Regierung degeneriert
Über unsere Verhältnisse
Blinder Mann
Nichts geht mehr
Begrüßung
Spaziergang
Hedwig
Hagenbuch und die Schriftsteller
Mein Onkel
Die Geschichte von den Bäckern aus Beumelburg
Geschichte
Jugend
Das Alter
Abendlied
Was soll die Frieda kochen
Das Wort zum Montag
Schluß gemacht
Inside Story
Solei mit Kultur
Orangerie
Wo bin ich
Japanischer Film
Dialog mit der Jugend
Die Forelle
Religiothek
Ich setze auf die Liebe
Meine Geschichten
Pullover
Namensgebung
Die Jagd
Ist zur Kur
Mir zuliebe
Humbug an der Spitze
Alexander der Große
Sensibel
Tomatenschnitz und Apfelsinenscheibe
Ich möcht‘ ein Clown sein
Schneller Gehen
Der Hustenreiz
Vorschläge
Auffallend
Autogespräche
Ganz besondere Briefeschreiber
Das Klavier im Kinderbett
Zwischen den Sätzen
Spielregeln
Formen
Wie man gesehen werden will
Halleluja, Herr Pfarrer
Japanischer Film
Wenn der Mond sich silbern schminkt
Mutti was meinst du
Ganz ruhig
Grosses Gelächter
Wenn meine Frau ihren Mann im Fernsehen sieht
Das Phaenomen

Andre Norton

Andre Norton ist gestorben. 93 Jahre, hat anscheinend immer noch geschrieben, und ich wusste natürlich nicht, dass sie überhaupt noch lebte. Sie war nie eine meiner Lieblingsautorinnen, aber ich habe doch alle Hexenwelt-Romane aus der Terra-Fantasy-Reihe gelesen. Zugeben, ich habe sowieso alles gelesen aus dieser Reihe, was ich gefunden habe, aber die Norton-Romane waren mit die Glanzlichter, neben Abraham Merritt, REH, und den ausgezeichneten Anthologien (in denen ich zum ersten James Branch Cabell, Jorge Luis Borges, Lord Dunsany und Peter S. Beagle begegnete).

Ein prägender Teil meiner Jugendjahre.

Will Eisner gestorben

Will Eisner ist, 87-jährig, gestorben. Hier ein guter Nachruf in der New York Times. (Man muss allerdings bei der NYT-Seite angemeldet sein, um NYT-Beiträge lesen zu können.) Hier ein Nachruf eines langjährigen Eisner-Verlegers. Newsarama (ein Comic-Forum) berichtet ebenfalls.

Will Eisner ist sicher nicht allen bekannt. Er war die größte lebende amerikanische Comic-Größe. Am bekanntesten ist sein Zeitungscomic „The Spirit“. Als in den späten 30er Jahren die ersten Comic-Hefte als eigene Hefte erschienen, war deren Qualität sehr schwach, auch wenn die Hefte enorm erfolgreich waren. Anders die Comic-Strips in den Zeitungen: Die hatten eine lange Tradition und und viel Erfahrung hinter sich. „The Spirit“ war ein Zwischending: Eine achtseitige Geschichte als Beilage in einer Sonntagszeitung. Das erste Heft erschien 1940, gezeichnet und geschrieben von Will Eisner. „The Spirit“ erschien die nächsten Jahre über, während der Kriegszeit ohne Eisners Mitarbeit. Während bereits die ersten Geschichten sehr, sehr gut waren, sind die Geschichten, die Eisner dann nach 1946 schrieb, beispiellos. Auf acht Seiten werden jeweils lustige, dramatische, ironische, sentimentale Geschichten erzählt; knapp und sicher mit fantastischen Ideen, wie die Graphik die Geschichte unterstützen kann. Die erste Seite war oft eine Art Titelbild, das bereits in die Handlung einführte („splash page“). Hier zum Beispiel:

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Hier ein frühes Beispiel von 1941, das zeigt, wie die räumliche Anordnung der einzelnen Panels genutzt wird, um temporale und kausale Zusammenhänge herzustellen:

Der Spirit ist Eisners bekannteste Gestalt: Denny Colt, Kriminologe und Privatdetektiv, verfolgt die Kobra, wird vergiftet und für tot gehalten. Als maskierter Verbrecherjäger unterstützt er daraufhin Commisioner Dolan (und dessen Tochter Ellen). Dabei sind die Geschichten keinesfalls Superhelden-Geschichten; sie haben oft Elemente des film noir, gehen aber auch ins Absurde.

Eisner war bis zu seinem Tod aktiv und innovativ. Er untersuchte die Theorie des Comics; die Rolle, die die Form der Rahmen, die Anordnung der Rahmen auf der Seite spielen, und viele weitere Elemente der Comic-Grammatik.

Lektürevorschläge:

Comics & Sequential Art und
Graphic Sporytelling & Visual Narrative
Das sind zwei theoretische Bücher von Eisner zu Comics. Sehr sehr gut. Sie dienen als Einführung in sein Wrk, aber noch mehr als Hilfe und Anregung für jeden, der an der Sprache von Comics interssiert ist. Jeweils um 19 Euro.

Understanding Comics
Das Standardwerk zu Comics von Scott McCloud. Auch 19 Euro. Ein Muss. Kriegt noch mal einen eigenen Eintrag.