Alles Gute zur Freiheit 2011: Ab heute gemeinfrei!

Das sollte man feiern, viel eher als Jubiläen, die irgendetwas mit dem 100. oder 50. Todestag zu tun haben: wie jedes Jahr gibt es weitere Autoren, deren Werke jetzt der Gemeinschaft zur Verfügung stehen. Ich habe nur die aufgenommen, die mir etwas sagen:

  • Selma Lagerlöf
  • Walter Hasenclever
  • Walter Benjamin
  • F. Scott Fitzgerald
  • Nathanael West
  • John Buchan
  • Edward Frederic Benson
  • Hans Zinsser

(Eventuelle Übersetzungen sind natürlich wieder eigenständige und geschützte Werke.)

Todestage 1940 Wikipedia deutsch
Todestage 1940 Wikipedia englisch

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3 Thoughts to “Alles Gute zur Freiheit 2011: Ab heute gemeinfrei!

  1. Ich weiß ja nicht, ob man die Tatsache, dass der Exilschriftsteller Walter Benjamin vor 60 Jahren auf der Flucht vor der Gestapo mit 48 Jahren Selbstmord begangen hat, feiern sollte. Ich weiß schon, dass das gnadenlos verkürzt gedacht ist. Wäre es aber nicht so, könnte man die Gemeinfreiheit seiner Texte heute wohl kaum begrüßen.

  2. Guter Punkt, werde ich in Zukunft bedenken. Dennoch bin der Meinung, dass diese 70 Jahre wichtiger sind als die arbiträren 50 oder 100, die man sonst begeht.

  3. Ich lese mich gerade so ein wenig durch die Exilliteratur, zwecks Vorlesungsprojekt. Daher also die geschärfte Aufmerksamkeit, im Übrigen auch für Walter Hasenclever, der ebenfalls durch Selbstmord im Exil umgekommen ist. Überhaupt häuften sich die Selbstmorde deutscher Schriftsteller in dieser Zeit. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs sahen sich viele in ihrem Bestreben, wenn schon nicht den Sturz des Regimes von außen vorantreiben, so doch wenigstens den Krieg verhindern zu können, gescheitert. Dazu kam noch der Verlust des Lesepublikums, die eingeschränkten Perspektiven für Lyriker und Dramatiker.

    Kurt Tucholsky + Dezember 1935
    Egon Friedell + 16.3.1938
    Ernst Toller + 22.5.1939
    Walter Hasenclever + 21.6.1940
    Ernst Weiss + Juni 1940
    Carl Einstein + 5.7.1940
    Walter Benjamin + 26.9.1940
    Stefan Zweig + 22.2.1942

    Eine schreckliche Liste. Und eben eine ziemlich bittere Ironie steckt auch darin. Die Gemeinfreiheit könnte ja bedeuten, dass die Auseinandersetzung mit den Werken dieser Schriftsteller ein letztes Mal zunimmt, also genau das eintritt, was den Autoren zu Lebzeiten verwehrt war und weswegen sie sich umgebracht haben.

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