Gedichte per E‑Mail

Unter dieser Adresse:http://www.lyrikmail.de/ kann man eine wöchentliche (oder werktägliche) Gedicht-E-Mail abonnieren. Dann kriegt man ein deutschsprachiges Gedicht zugemailt. Ganz selten sind Übersetzungen dabei, meistens sind es deutsche Gedichte der letzten dreihundert Jahre.
Ich hatte mal einen Deutsch-Grundkurs, von denen jeder diesen Dienst abonnieren musste. Montags kam das Gedicht, jeden Freitag wurde ein Schüler über das Gedicht ausgefragt. Das war nur kurz, viel hatte ich auch nicht verlangt: Ein bisschen was zur Form, ein bisschen was Epochentypisches, ein bisschen persönliche Stellungnahme.

Die Vorteile: Ich hatte jeden Freitag etwas auszufragen und zu benoten, auch wenn ich in der Stunde zuvor nichts Abfragbares gemacht hatte. Im bayerischen Schulwesen sind penibel festgehaltene Noten nämlich viel wichtiger, als sie eigentlich sein dürften, aber das ist eine andere Geschichte.
Außerdem bekamen die Schüler einen Überblick über Lyrik durch regelmäßige Lektüre, und sei sie noch so oberflächlich.

Vor allem sollten die Schüler im Umgang mit E‑Mails vertrauter werden. Es ist nämlich noch keinesfalls so, dass alle Schüler E‑Mail haben; meistens ist es aber doch ein Großteil. Wer keine E‑Mail hat, muss sich einen Ausdruck des Gedichts bei einem Mitschüler besorgen, das ist kein Problem. Schlimmer sind die Schüler, die ganz selbstverständlich behaupten, sie hätten E‑Mail – und dann vergessen sie alle paar Monate ihre Zugangsdaten, kommen nicht mehr an den Computer, die E‑Mail-Software ist abgestürzt.

Im ersten Jahr des Grundkurses lief das auch ziemlich regelmäßig und zuverlässig, im zweiten Jahr schlief die Praxis dann nach und nach ein.

Unter Poem of the Week gibt’s einen ähnlichen Dienst mit englischen Gedichten.

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