The Future Dictionary of America (McSweeney’s II)

“This dictionary was conceived as a way for a great number of American writers and artists to voice their displeasure with their current political leadership, and to collectively imagine a brighter future.”

Dieses fiktive Lexikon stammt aus der näheren Zukunft, einer schönen Zukunft, in der Bush nur Vergangenheit ist. Genauer: Es ist die 6. Auflage nach 2016. Es enthält kurze Lexikoneinträge wie den obigen, verfasst von knapp 200 Autoren und Zeichnern. Diejenigen davon, die ich kenne zumindest dem Namen nach kenne: Jonathan Ames, Paul Auster, Charles Baxter, T.C. Boyle, Peter Carey, Michael Chabon, Dave Eggers, Jefrey Eugenides, Jonathan Franzen, Glen David Gold, Stephen King, Eric Larsen, Barbara McClintock, Rick Moody, Joyce Carol Oates, Art Spiegelman, Kurt Vonnegut (wenn auch nur mit einem Beitrag) – und eben 170 weitere.
Autoren, Künstler, Velagsangestellte haben ohne Bezahlung an diesem Buch gearbeitet, der gesamte Erlös geht an verschiedene Gruppen, die ihre Unzufriedenheit mit der Regierung Bush Ausdruck verleihen.

Die Einträge sind natürlich sehr zeitgebunden; der oben abgedruckte bezieht sich auf den Patriot Act, der der Polizei zum Beispiel einfachen Zugriff auf die Ausleihdaten von Bibliotheksbenutzern ermöglicht. (Wegen Bombenbaubüchern, oder was auch immer.) Ein Großteil sagt mir auch gar nichts, dazu kenne ich mich in amerikanischer Tagespolitik dann doch zu wenig aus.
Ich habe mir das Buch aber auch wegen der beiligenden CD gekauft – 22 Lieder, unter anderem von David Byrne, R.E.M., They Might Be Giants und Tom Waits.

Kaufen kann man das Buch, wie das von gestern, bei McSweeney’s. McSweeney’s ist eine Art Mischung aus Die andere Bibliothek und Der Rabe – Literaturmagazin und liebevoll-exotischer Kleinverlag mit schön aufgemachten Büchern. Gefunden bei McSweeney’s auf deren Einkaufsseite.
Gibt’s aber auch bei Amazon.
Eröffnet wird das Buch von “aaaaize” (einem Verb), was soviel heißt wie sich vordrängeln, etwa in dem Satz: “During the hearings, the House Majority leader continued to aaaize the other congressmen by interrupting them.” (Benannt nach der Praxis, sich seinen Namen so zu wählen, dass man ganz vorn im Alphabet steht.)

(Das gab’s auch schon bei Douglas Adams und John Lloyd, The Meaning of Liff: Aaalst. (noun) One who changes his name to be nearer the front.” Sven Böttcher hat das Buch ins Deutsche übersetzt; dort eröffnet das Verb “aachen” das Buch. Kann ich nur empfehlen, bei Amazon gibt’s die zweisprachige Ausgabe. Douglas Adams’ zweitbestes Buch nach Die letzten ihrer Art; beide sind ganz anders als der Anhalter.)

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