Gernstls Reisen

Jetzt habe ich ihn auch gesehen und muss ihn weiter empfehlen: Wenn ihr den irgendwo zu sehen kriegt… Gernstls Reisen ist ein Zusammenschnitt aus zwanzig Jahren Dokumentarfilm. Einiges davon kann man glücklicherweise regelmäßig im bayerischen Regionalfernsehen sehen. Franz X. Gernstl, Hans Peter Fischer (“Der heißt Fischer. Auch mit Vornamen.”) und Stefan Ravasz (“Steffen”) fahren mit einem Kleinbus von Süd nach Nord durch Deutschland, oder von Ost nach West, oder quer durch die Alpen oder in Bayern herum.
Dabei stoßen sie auf wunderbare Geschichten, kuriose und alltägliche Menschen. Sie fangen an der Bushaltestelle mit ihnen zu reden an, gehen in die Wirtschaften und Läden und reden mit ihnen. Letztlich treffen sie dabei auch keine anderen Menschen als einige meiner Nachbarn zum Beispiel. (Andererseits sind auch viele noch weit kuriosere Gestalten dabei.) Sie lassen sie ihre Geschichten erzählen, lassen ihnen Zeit, bleiben aber auch stets selber präsent. Kamera- und Tonmann werden in die Szene eingebunden.

Ich könnte liebste Stellen des Film aufzählen, so wie ich es in Geprächen in den letzten Tagen immer wieder getan habe. Der Schwenk im Bus, die Teppichverkäufer, der Kaliberg; der Boxtrainer, die älteste Tanzschule Deutschlands, der schweigsame Bauer. In einem Wort zusammengefasst: Liebevoll. Und ein Deutschland, das überhaupt nicht langweilig ist.

Ist das Dokumentarfilm? Journalismus? Oral history wie bei Studs Terkel in den USA? Tegtmeiers Reisen ohne die zwar liebenswürdige, aber dennoch aufdringliche Tegtmeier-Persona? Ich weiß es nicht, aber ich möchte mehr davon.

Die DVD “Gernstl in den Alpen” habe ich gleich mal bestellt.

(Produziert werden die Gernstl-Filme von Megaherz, auf deren Seite man mehr über die verschiedenen Serien und Fernsehtermine finden kann.)

3 Antworten auf „Gernstls Reisen“

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