Adventures In Babysitting

Lustiger Film! Beim Kopieren der VHS-Kassetten auf DVD habe ich ihn wiederentdeckt: Nacht der Abenteuer (Adventures In Babysitting).

Chris Parker (gespielt von der jungen Elizabeth Shue) ist ein siebzehnjähriges Mädchen, das sich auf einen Ausgehabend mit ihrem Freund vorbereitet. Der sagt jedoch wegen der kranken Schwester ab, was Chris’ Nachbarn, die Andersons, freut: Da kann sie dann ja doch babysitten, und zwar das kleine Mädchen Sara, und nebenbei auch den größeren, etwa fünfzehnjährigen Bruder Brad (der wohl zu jung zum Aufpassen ist). KeithBrad himmelt Chris an. Sara mag Marvel-Superhelden, allen voran den mächtigen Thor, und läuft den ganzen Film über mit einem geflügelten Thor-Helm aus Plastik auf dem Kopf herum.

Kaum sind die Eltern weg, ruft Chris’ Freundin (eine junge Penelope Ann Miller) panisch vom Flugplatz aus an. Sie hat kein Geld, sieht überall nur Verbrecher und muss dringend, dringend, dringend abgeholt werden. Weil’s halt doch nicht anders geht, packt Chris die beiden Schützlinge ins Auto, dazu noch den vorbei gekommenen Daryl, Brads noch pubertierenderen Freund, und sie fahren alle zum Flugplatz.

Die Kurzfassung: Reifenpanne. Ein Trucker mit Hakenhand lädt das Auto auf und nimmt sie mit. Der erfährt über Funk, dass der Liebhaber seiner Frau gerade wieder bei ihr ist. Er fährt hin, wüste Schlägerei, Schusswaffengebrauch; die Windschutzscheibe des Autos von Chris’ Eltern kriegt ein Loch; die Kinder steigen in das Auto des Liebhabers, um damit zu flüchten.
Das Auto wird allerdings gerade geklaut. Sie landen bei einer Gangsterbande, entkommen aber. Nachdem Daryl sein eigenes Playboy-Magazin abhanden gekommen ist (Miss März sieht genauso aus wie Chris!), nimmt er das der Gangster mit; das enthält allerdings wichtige Notizen, so dass die Gangster den Rest des Films hinter der Kindern her sind.
Auf der Flucht landen sie durch die Hintertür auf der Bühne eines Bluesschuppens. “Wer hier wieder raus will, muss vorher einen Blues singen.” “Was, Sie möchten, dass ich singe?” Also singt Chris den Babysitting Blues, mit den Kindern als Background.

Dann gibt es eine U‑Bahn-Fahrt, Messerstecherei, nächtlichen Krankenhausbesuch mit skurillen Ärzten, wo sie den Trucker wieder treffen, der seine Wunden behandeln lässt und ihnen sagt, wo sie ihr Auto abholen können – mit auf seine Kosten reparierter Windschutzscheibe Aber 50 Dollar für den Reifen müssen sie dem Werkstattsbesitzer geben. Die haben sie erst einmal nicht. Sie landen auf einer Studentenparty, Chris lernt einen netten Jungen kennen, leiht sich Geld. Sie holen das Auto in einer epiphanischen Szene vom Werkstattsbesitzer Dawson ab; Dawson sieht genauso aus wie Thor; muskulös, mit Hammer und goldenem Haar. (Gespielt von einem jungen Vincent D’Onofrio – der aus MiB und Criminal Intent, wenn man sich das vorstellen mag.)

Bei der Werkstatt haben die Gangster wieder die Spur aufgenommen. Chris’ sieht ihren Freund, der sie am Anfang des Film versetzt hatte, mit einem anderen Mädchen im Restaurant sitzen. Es kommt zu einer Szene, die kleine Sara geht verloren, alles flüchtet sich in das nahe gelegene Gebäude, in dem die Party stattfindet, auf der die Eltern der babygesitteten Kinder sind. Hitchcockartige Szenen: Sara klettert außen an den Fenstern vorbei, verfolgt von einem Gangster, innen Chris und weitere Gangster, alles so, dass die Eltern nichts merken.

Am Schluss geht alles gut aus, die Kinder sind gerade noch rechtzeitig vor den Eltern wieder zu Hause.

Der Film ist ein familienfreundlicher Abenteuerfilm mit einem Hauch von Absurdität und wenig Sentimentalität; Sara muss nur einmal aufs Klo, dafür baggert Daryl ständig Chris an. Vor anderen Nachtfilmen wie Kopfüber in die Nacht/Into the Night oder gar After Hours/Die Zeit nach Mitternacht (dem König des Genres) muss sich der Film keinesfalls verstecken.

Sehr schön ist, wie verschiedene Elemente immer wieder aufgenommen werden. Der Freund am Anfang taucht später ja wieder auf, das Playboyheft erscheint ebenfalls immer wieder (und sei es nur, dass Leute die Ähnlichkeit von Chris mit Miss März entdecken), Thor sowieso, der Trucker. Ich mag es sehr gern, wenn jedes Element seinen Platz und mehr als eine Funktion im Film hat.

Es gab 1989 einen Pilotfilm zu einer nie verwirklichten Fernsehserie, und ein Remake des Films ist in der Entwicklung; zur Zeit spricht man von 2008, aber das heißt noch nicht, dass es das Remake wirklich geben wird. Ich drücke aber mal die Daumen.

Das Drehbuch ist von David Simkins (schreibt und produziert Fernsehserien), die Regie war das Debut von Chris Columbus, der danach unter anderem Home Alone, Mrs Doubtfire, die ersten beiden Harry-Potter-Filme gedreht hat, und dem ich wegen dieses Films viel verzeihe. Er produziert außerdem regelmäßig, unter anderem war er einer der Executive Producers von The Fantastic Four.

4 Antworten auf „Adventures In Babysitting“

  1. Ich bin am überlegen, ob ich das unseren zukünftigen Babysitter(inne)n nicht als Fortbildungsempfehlung geben sollte :-) Allerding verspricht der Plot, den Du skizzierst dann doch mehr Gewalt und plumpe Aktion als Spass. Täusche ich mich da? Hat der eine FSK-Freigabe?

    Liebe Grüße
    Andreas

  2. Ich bitte dich… Chris Columbus, der “Home Alone” und “Mrs. Doubtfire” gemacht hat? Familienfreundlicher geht’s nicht mehr.

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