Christy Moore wieder mal

Jetzt habe ich doch wieder die alte Gitarre herausgekramt. Schon vor einiger Zeit war ich freundlicherweise auf die Doppel-CD Christy Moore Live In Dublin 2006 hingewiesen worden. In der letzten Woche bin ich erst dazu gekommen, sie anzuhören. Mehrfach natürlich, wie sich das gehört, und immer hintereinander. Sie ist wirklich sehr gut; die Kombination von Western- und elektrischer Gitarre kommt viel besser, als ich sie von dem Live-Auftritt in Erinnerung hatte. “Viva la quinte brigada” höre ich rauf und runter, und die anderen Lieder auch.

Und das war so schön, dass ich halt die Gitarre wieder herausgekramt habe. Jeden Tag nur ein bisschen, die Finger tun schön weg, dauert ein wenig, bis die Hornhaut wieder da ist. Macht aber Spaß. Muss am Wochenende neue Saiten kaufen.

Kleine Empfehlung dazu, die mir schon länger in den Tasten hängt: Christy Moore, One Voice. Eine Art Autobiographie: etwa 250 Liedtexte aus seinem Repertoire, und zu jedem Lied schreibt Christy Moore ein oder zwei Seiten: Wo er es her hat, warum es ihm gefällt, eine Anekdote dazu. Auf diese Art erfährt man viel über Christy Moore, aber nicht chronologisch, nicht vollständig: “I’ve not visited every nook and cranny of my life; I’ve only gone where the songs have taken me.” Und das reicht mir auch, Vollständigkeit ist eh unmöglich, interessiert mich auch nicht. Manche Bemerkungen verstehe ich gar nicht, zuviel Insiderwissen ist nötig, Hintergrundwissen über Irland fehlt mir. Man erfährt etwas über seine Familie, seinen Nervenzusammenbruch, Alkoholismus, viel irische Politik ist drin, seine Wandlung vom Radikalen zum Gemäßigten. Welche Lieder wann von wem verboten wurden.

Gut die Hälfte der Lieder kenne ich. Sehr lehrreich war, wieviel das ausmacht: Bei diesen Liedern summe ich beim Lesen mit. Alle anderen Texte bleiben bloße Gedichte. Und Gedichtbände lesen macht nur manchmal Spaß.

5 Antworten auf „Christy Moore wieder mal“

  1. Auch hier in Finnland wird bei jeder Gelegenheit die Gitarre rausgeholt, es ist schon erstaunlich, ich habe hier noch nie jemanden gehört, der “Yesterday” spielen kann, einfach zuviele Akkorde…das verwundert um so mehr, da ja Yesterday das bekannteste Lied der Welt ist…erstaunlich…Ich hab es mir jetzt beigebracht, diese Lücke musste geschlossen werden…Viel Spaß beim Gitarre spielen…

  2. Christy Moore … ein Traum ihn Live erleben zu können. Letztes Jahr hab ich ihn schon genießen dürfen. Und am 17.05.07 in der Laiszhalle Hamburg beehrt er uns nun schon das zweite Mal, nachdem er sich 11 Jahre beharrlich von Deutschland ferngehalten hat.

    Ich freue mich riesig darauf… lasse die Gitarre lieber an der Wand hängen und bewundere den Meister mit seiner Musik und seinen zumeist gesellschaftskritischen Texten.

    Viel Spass bei Burning Times, Biko Drum, El Salvador … *lächelt*

    Das sind ein Paar schöne Gedanken zum Montagmorgen.

    Gruß Mila

  3. Seufz. Hamburg ist schon arg weit weg. Selbst Frankfurt wäre mir wohl zu weit. Zweimal Augsburg, zweimal Brighton, das war schon schön. Sehr unterschiedliche locations waren das übrigens.
    Neue Saiten habe ich gekauft, Finger tun immer noch weh. Ich fange ja auch klein an, gut habe ich eh nie gespielt. Ist ja nur Spaß.

  4. Empfehle einfach mal die Billigflieger nach HH … wohne derzeit auch im Süden von Deutschland . Und wer weiß, wie häufig Christy uns noch beehrt. Hatte ja die Hoffnung schon aufgegeben ihn in Deutschland noch einmal Live erleben zu dürfen.
    Schön ist, wenn der Schmerz nachlässt… und bei regelmäßigen Üben geht das relativ schnell :-) Viel Spaß weiterhin mit dem Spaß!

    Gruß Mila

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