Besucher/zufällig hierher finden

Gestern ist der Stellvertreter der Schulleitung auf mein Blog gestoßen und hat mir heute davon erzählt. (Wie sehr er weiß, was ein Blog ist, kann ich noch nicht sagen.) Das ist jetzt schon der zweite Kollege, von dem ich erfahren habe, dass er zufällig hierhergefunden hat. Von der Schulseite aus geht zwar auch seit Jahren ein Link zu mir, aber die Seite ist nicht so übersichtlich und gut besucht.

— Kurzes Nachschlagen: Ich habe etwa zehnmal mehr tatsächliche Besucher pro Tag als die Homepage. Klar, da passiert auch selten etwas. Warum eigentlich? Das wäre doch mal eine echte Gemeinschaft von tausend und mehr potentiellen Autoren und Lesern.

Geht natürlich nicht, dazu sind Schulen nicht öffentlich genug, und dafür gibt es auch Gründe. Aber schön wäre ein Elternforum, wo die Eltern ihre Meinung sagen dürfen. Müsste wohl moderiert sein. :-) Dazu alle unsere regelmäßig bloggenden Schüler per RSS eingebaut. Spannend, aber ein juristischer Alptraum. Und eine regelmäßige Kolumne der Schulleitung, also ein Blog. Vielleicht in zehn Jahren. Kurzer Blick übern Teich: Nein, wohl auch nicht in zehn Jahren. Schade.

14 Thoughts to “Besucher/zufällig hierher finden

  1. Hach, hättest du vor zehn Jahren gedacht, dass Lehrer jemals etwas so Diszipliniertes tun wie Bloggen? Also ich hätte nie geglaubt, dass ich ein halbwegs un-langweiliges Weblog hinbekomme, das auch meine Schülerinnen lesen, denen ich dann wieder Noten verteilen muss ohne rot zu werden, weil sie die Höhe meines Wäscheberges kennen. Ein Forum für Eltern-Fragen wäre doch sicher irgendwie machbar…?

    Ich sehe andere als die Schule, in denen ich viel sicherer bin, dass sie von Web 2.0 oder wie auch immer man das umschreiben will, nicht profitieren werden. Zum Beispiel akitve Politikerinnen und Politiker. (Das ist für mich im deutschsprachigen Raum der „off-linigste“ Bereich überhaupt.)

  2. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass zumindest Schülerforen nicht sonderlich gut funktionieren… das Bedürfnis, andere zu stören, hört für manche ja nichtmal jetzt auf, obwohl sie fast mit der Schule fertig sind; aber da der Rest sich meist auch nicht sonderlich produktiv beteiligt, endet das Ganze dann oft entweder im Desaster oder darin, dass niemand mehr die Seiten besucht.
    Man kann Schüler leider (oder besser: glücklicherweise) nicht dazu zwingen, sich an so etwas zu beteiligen, aber man (und in einer Phantasiewelt, sollte das die Schule mit tun) kann ihnen Anreize dafür bieten. Allerdings muss man dabei immer bedenken, dass viele der neuen Medien auch schlecht eingesetzt werden (können) – Foren mit 10 Besuchern brauchen keine 10 Unterforen. Powerpointpräsentationen richten in einem Großteil der Fälle mehr Schaden an, als dass sie Vorteile haben. Homepages ohne Inhalt sind nicht wirklich sinnvoll. Und so weiter.
    Was man für Anreize bräuchte, um Foren oder andere öffentliche Austauschmöglichkeiten im Internet attraktiver für Schüler zu machen, weiß ich nicht. Zumindest keine realisierbaren. Ein in Freistunden für Schüler zugänglicher Computerraum, in dem so ein Projekt bewusst gefördert wird, wäre zum Beispiel sehr interessant, aber wohl utopisch. Oder ein von Lehrern und Schülern in Zusammenarbeit betreutes Forum – das kann man in Sachen Informationen immerhin Wiki-ähnlich aufbauen, private Nachrichten an Lehrer wären eine für scheuere Schüler eventuell angenehmere Variante, Lehrer zu fragen, wenn sie etwas nicht verstanden haben (wobei ich nicht sage, dass das gut klappen muss – es hat ja einen Grund, dass wir nicht online unterrichtet werden^^), die Möglichkeit, Erklärungen zu einem Fach von mehreren Lehrern durchlesen zu können (fände ich sehr spannend und hilfreich), auch Vergleiche mit früheren Jahrgängen (Archive mit sinnvollen Unterrichtsmaterialien und Ideen älterer Jahrgänge…); mir hätte bis jetzt jedenfalls immer der Grund gefehlt, mich an so einem Kommunikationsportal langfristig zu beteiligen, und ich glaube, das geht vielen Schülern genau so.
    Zu Elternforen kann ich nichts sagen. Ich weiß nur, dass es auch Leute mit konservativeren Einstellungen zu Medien als meine gibt, und dass das ein Problem sein könnte…

  3. Blogs und Wikis in Schule als Kommunikationsmedien einzuführen, ist verdammt schwierig – ich beiß mir schon seit einem Jahr daran die Zähne aus, denn gegen die Ängste, die offenbar damit verbunden sind, hilft kein Reden und zeigen. Dabei sind die Beteiligten einer Schulcommunity alle so dringend kommunikationsbedürftig, aber alle haben Schiß vor dem Internet, vor den Kommunikationspartnern, vor sich selbst,…
    Hier aber gibt es eine Schule, die hat als Homepage ein Blog und da ist inzwischen interaktiv der Bär los, nachdem vor einem Jahr, als die Site eingerichtet wurde, zunächst nur wenig mehr als der Admin darauf zu hören und zu sehen war:
    http://www.gymnasium-blomberg.de/

  4. nur kurz zu tobias: hast sicher in vielem recht, vor allem an der motivation scheiterts oft.
    ich pflege mehr oder weniger seit einer weile eine seite für meine LK, als neuestes haben wir jetzt ein forum installiert. so lange es dazu dient, das die schüler dort auf englisch (durchaus nicht immer fehlerlos) kommunizieren – wunderbar. man wird sehen, wie lange es sich hält…
    momentan freu ich mich sehr drüber
    http://www.elkschlamp.de.ms/

    herr rau, ich hab deine seite auch zufällig gefunden. ich hab glaub ich damals was zur neuen GSO gesucht. und heute von robert pfaudler erfahren, dass wir ja fast gleichen alters sind…
    grüße

  5. Also ich fände eine stärkere Kommunikation via Internet mit der Schule und den Lehrern sehr interessant. Es muss ja nicht unbedingt als Blog sein. Auch für die Eltern sind viele Kleinigkeiten interessant, die sonst wochenlang aufgehoben werden, damit man sie am Elternabend loswerden kann – und da sind sie dann irgendwie nichtig und klein und doch nicht mehr so interessant.
    Ich könnte mir auch so eine Art Klassenblog vorstellen, wo z.B. auch erwähnt wird was in welchem Fach gerade dran kommt, wo evtl. auch Engagement der Eltern gern gesehen wäre, evtl. Vorschläge für Zusatzarbeiten (zusätzliche Arbeitsblätter und so). Da gibt es bestimmt einiges Interessantes. Es müsste ja nicht alles für alle verfügbar sein – mit Passwörtern und Zugangsberechtigungen könnte man bestimmt etwas steuern.
    Toll wären natürlich auch Stundenpläne, Sprechzeiten für Eltern, Vertretungspläne etc. online. Meiner Meinung nach müsste viel mehr mit E-Mail etc. gearbeitet werden.
    Aber ich sehe natürlich auch ein, dass das alles in einer Schule relativ schwierig umzusetzen ist – wahrscheinlich müsste irgendein armer Lehrer und/oder eine AG das nebenher machen.

  6. Wir haben unsere Website http://www.lbsmalente.de vor einiger Zeit auf ein Blogsystem umgestellt, um jedem Kollegen die Veröffentlichung von schul- bzw. unterrichtsbezogenen Materialien zu ermöglichen, müssen aber erkennen, dass die Bereitschaft zur Mitarbeit sehr klein ist. Wer regelmäßig mit Blogs, Wikis etc. arbeitet, verkennt zuweilen, wie hoch die Schwelle trotz ausführlicher Anleitung (http://www.lbsmalente.de/uploads/daten/allgemein/s9y.pdf) ist. Können Schüler noch sanft zur Mitarbeit genötigt werden, weil es sich um eine Schulaufgabe handelt (http://www.lbsmalente.de/wiki2/pmwiki.php?pagename=InternationaleLiteratur.HomePage), ist das bei Lehrern eben nur eingeschränkt möglich, dabei würde die größere Transparenz der Arbeit in vielerlei Hinsicht Gutes bewirken.

  7. @Tobias: Für Schüler zugängliche Computer an der Schule sind gar nicht mal so utopisch sondern selbst an unserer Schule nur noch eine Frage der Zeit.

    @Lisa Rosa: Kommunikationsbedürftig, sehe ich auch so. Viel Schiss, ebenso. Danke für den Hinweis auf die Seite!

    @georg: Robert Pfaudler, das ist lustig. Kleine Welt. Stimmt schon, das Bild rechts oben ist nicht aktuell. Wirke ich eigentlich hier älter oder jünger als draußen in der Realiät? Draußen jedenfalls jünger als ich bin.

    @strelizie: Ja, das wäre alles schön. Und müsste doch eigentlich auch mal zu machen sein. Aber @Hanjo hat Recht, die Hemmschwelle ist groß. Ich habe ein Wiki (auch PmWiki, sehr praktisch, sehr einfach) für unsere Schule eingerichtet, weil ich das für Informatik ohnehin brauche. Da stelle ich zumindest jetzt nach und nach Material ein und hoffe eifnach, dass das dann auch mal andere tun. Es ist einfach noch kein Bedürfnis danach da. Vielleicht bin ich auch einfach nur technikverliebt.

  8. Kleine Welt!

    @georg: Es freut mich, mal wieder was von dir zu (hören) lesen! (Was der Herr Rau alles möglich macht! Grandios! *gg)
    Georg, erinnerst dich noch an die Experimente-Fortbildung in Dillingen??!!

    Liebe Grüße,
    Alex

  9. ja, alex! servus. ist ja lustig. und alles nur durch herrn rau. :-)
    hast du irgendeins der experimente mal ausprobiert? ich muss ja gestehen…

    wollten wir nicht mal zum badminton gehen? das wetter wär ja jetzt wieder so weit!

    @ herr rau: also um ganz ehrlich zu sein…, ich hatte das gefühl, dass du hier drinnen in dieser welt etwas älter wirkst. warum weiß ich aber nicht, kann ich nicht begründen. aber jetzt schau ich ja noch viel lieber hierher!

    grüße, georg

  10. Hallo,

    als einer der derzeitigen Homepage-Betreuer des GRGs muss ich jetzt mal ganz kurz von Amts wegen ein paar Fakten zur Diskussion hinzufügen.

    1) Über den Link zu diesem Blog auf der GRG-Seite gehen schätzungsweise pro Tag etwa 20 Zugriffe, und nicht immer nur die der Suchmaschinenbots. Hat dieser Blog tatsächlich zehn mal so viele Besucher wie die Homepage, so dürfte er sich bei etwa 5000 Hits/Tag befinden.

    2) Eine Homepage, in die man etwa drei Wochen Arbeit zur Vereinfachung und zur besseren Benutzerfreundlichkeit gesteckt hat, kann man jetzt nicht unbedingt „nicht übersichtlich“ nennen. ->“Usability“

    3) Ich darf daran erinnern, dass die ehemalige HomepageAG – der ich damals noch nicht angehörte – auf dem besten Weg war, eine sehr gute Homepage zu betreiben, bis ein gewisses Open-Source-Projekt mit dem Namen „Mambo“ diese Arbeit mehr oder weniger in den Schatten zu stellen versuchte.

    3)Im Moment liegt uns nichts mehr am Herzen, als neue Autoren für unsere Homepage zu gewinnen – das Problem hier liegt jedoch nicht bei den Schülern (von denen sich übrigens schon mehrere gemeldet haben, und auch schon fleißig mitarbeiten), sondern beim Lehrerkolegium des GRG, das leider nicht bereit ist, diese Arbeit zu unterstützen und mitzuhelfen, die Schule „gemeinsam“ nach außen zu präsentieren.
    Im Gegenteil, sie tragen teilweise dazu bei, die Arbeit anderer kaputtzumachen…

    4)Was das Engagement der Schüler angeht – derzeit findet sich mindestens jeden Tag ein neuer Artikel auf der Schulhomepage, der in Zusammenarbeit mit einigen wenigen Lehrern erstellt wurde.

    Gruß Michi (für die HPAG)

  11. Michi, eigentlich ging es mir nur darum, dass es doch merkwürdig und schade ist, dass bei einem potentiellen Publikum von tausend Schülern und Eltern und Lehrern so wenig Leser und Autoren dabei sind. Dabei habe ich nirgendwo den Schülern fehlendes Engagement zugeschrieben, mich gar nicht dazu geäußert, wie das kommt. Tatsächlich denke ich schon, dass möglichst viele Texte von Schülern kommen sollten, aber auch, dass es dazu die Mitarbeit und Anregung der Lehrer braucht. Die fehlt tatsächlich. Aber das gilt genauso für die Homepage wie für den Jahresbericht und andere Arten des öffentlichen Auftretens, da haben Lehrer eben Wichtigeres zu tun, vermeintlich oder auch nicht.
    Ich hoffe also, dass du meine Bemerkung „nicht sehr übersichtlich“, meine einzige negative Äußerung zur Homepage, nicht zu sehr als Kaputtmachen eurer Arbeit siehst. (Immerhin bin ich nach Herrn Z. wohl der Lehrer, der am meisten für Inhalt sorgt.)

  12. @Lisa Rosa: Angst vor dem Internet, Angst vor sich selbst? Ähem, da denken wir dann doch noch mal nach, bevor wir so einen Mist von uns geben. Den Schülern Unvermögen/ Angst bezüglich der Kommunikation zu unterstellen, nur weil sie (zu Recht) dem Medium Internet gegenüber eher kritisch eingestellt sind , ist schon reichlich grenzwertig. Niemand sollte oder müsste… übrigens auch nicht „sanft“ genötigt werden…
    Ich möchte euer Engagement nicht verurteilen, aber niemand ‚braucht‘ eine Homepage oder aber eben einen Blog- das ist unnötiger Spielkram…

  13. @Kerstin: Das mit der Sachlichkeit und Höflichkeit üben wir dann doch noch mal, damit wir ernster genommen werden.
    „[N]iemand braucht … unnötige[s]“ ist eine Tautologie und keine Begründung. Ohnehin ist der Satz zu vage – was braucht man schon wirklich im Leben? Sinnvoll wird er erst, wenn du ihn ergänzt mit „Homepage oder Blog braucht man viel weniger als….“ Aber mit solchen sinnvollen Behauptungen lehnt man sich natürlich angreifbar weit aus dem Fenster.
    Ich weiß ja nicht, welche Schüler zu kennst, aber meine sind dem Internet gegenüber alles andere als kritisch eingestellt. Der Großteil ist phantasielos und gleichzeitig völlig unkritisch. Ein kleiner Teil hat Angst davor. Ein weiterer kleiner Teil hat die Möglichkeiten des Internets erkannt.
    Tut mir leid, als Lehrer finde ich, das Schüler durchaus manchmal sollen oder müssen, sanft genötigt oder nicht.

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