Urheberrechtsfrage im Informatikunterricht

Urheberrechtsfrage und Antwort im Informatikunterricht, Hintergrund ist ein Wiki-Projekt in der 7. Klasse mit einer selbsterschaffenen Fantasy-Welt:

„Herr Rau, ich habe da eine Frage, ob das erlaubt ist. Es gibt da eine Firma, die macht so kleine Plastikfiguren, die man selber anmalen kann. Darf ich die fotographieren und online stellen?“

„Du kannst ruhig ‚Games Workshop‘ sagen.“

Und ja, ein Besuch auf deren Seite hat uns gezeigt, dass die uns das tatsächlich erlauben. Sonst wär’s natürlich nicht gegangen.

Schüler einer anderen Klasse mit anderem Projekt haben Fotoarchive mit CC-Lizenz gefunden. (In dem Fantasy-Projekt sind die Bilder ja meist selbst gezeichnet und eingescannt.) Darüber haben wir uns auch gefreut. Jetzt wissen zumindest einige Schüler, dass es Urheberrecht gibt, und dass manche Leute so nett sind, ihr Material anderen zur Verfügung zu stellen.

9 Antworten auf „Urheberrechtsfrage im Informatikunterricht“

  1. Man darf Fotos von eigens angemalten Plastikfigürchen nur dann online stellen, wenn es die Herstellerfirma erlaubt? Oder verstehe ich da etwas falsch?

  2. Ich denke mal, ja. Ich bin kein Fachmann, aber wenn die Figürchen eine gewisse Schöpfungshöhe haben (was für die Games-Workshop-Figuren sicher gilt), dann sind die urheberrechtsgeschützt.
    Sind Fotos davon dann fair use bzw. was auch immer die deutsche Entsprechung ist? Keine Ahnung. (Einfacher wäre es wohl, wenn die Fotos innerhalb eines Texts über Zinnfiguren erschienen statt nur zur Illustration zu sein.)

  3. Ah, ich hatte mich diesbezüglich auch gefragt, warum in Schulaufgaben z.B. Karikaturen abgedruckt werden (dürfen?), ohne dass die Quelle dabeisteht. Verstößt das nicht auch gegen das oh-so-sinnvolle Urheberrecht?

  4. Es verstößt wohl nicht. Privat darf man eh machen, was man will, also fürs eigene Desktop oder die Tapete. Im Unterricht darf man urheberrechtlich geschütztes Material verwenden, meistens jedenfalls. Überhaupt nicht erlaubt sind die meisten Aufnahmen aus dem Fernsehen – außer Schulfernsehen und freigegebene Sendungen, aber auch die nur bis ein Jahr nach Sendetermin. Ist natürlich grob lächerlich. Kaufkassetten/DVDs sind komplizierter, es gibt keine Klarheit, aber sie sind zumindest möglicherweise legal. Für Kopien aus Büchern zahlt man indirekt Abgaben. Urhebrrechtsgeschützte Texte und Bilder darf man für schulische wecke (und nicht-öffentlich) verwenden. Die einzige Frage, die ich mir tatsächlich noch nie gestellt habe, ist die, ob man Quellen angeben muss – für Cartoons, aber dann wohl auch für Gedichte und Kurzgeschichten. Hm. Vermutlich nicht.

  5. soweit ich weiß, ist die aktuelle regelung bzgl. kaufcassetten/DVDs derart, dass sie als privatbesitz im unterricht als „privatvorführung“ gezeigt werden dürfen. das hieße aber, dass sie nicht in der fachschaftssammlung gelagert werden dürfen…

  6. Die meisten Museen und Zoos erlauben das Fotographieren für private Zwecke. Manche, aber nicht alle, Zoos erlauben das nichtkommerzielle Veröffentlichen dieser Bilder. Bei Museen würde mich das sehr wundern, aber vielleicht erlauben sie es ja tatsächlich. Vielleicht ist das Bild auch unerlaubt drin. Vielleicht gilt auch amerikanisches Recht, da das Bild auf einem amerikanischen Server liegt, und die sind bei fair use liberaler als das deutsche Recht.

    Das Urheberrecht ist zu kompliziert. Ich hätte gerne Zitatrecht auch für Bilder und Töne, mindestens.

  7. Wenigstens zwanzig Sekunden Ton, das wäre schon toll. Und Bilder sind auch immer soeine Sache. Selbst bei freien Bildern besteht ja immer die Unsicherheit, ob derjenige, der das Bild freigegeben hat, auch wirklich das Recht dazu hat.

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