Erster Tag nach den Faschingsferien

(Übrigens heißen die Faschingsferien in Bayern offiziell gar nicht so, sondern Winterferien. Wär ja auch zu närrisch sonst.)

Trotz sieben Stunden Unterricht und Personalrat bin ich noch einigermaßen bei Stimme. Normalerweise ist das viele Reden nach einer Woche Pause zu ungewohnt, und ich rede natürlich zu viel, wie alle Lehrer, und dann gibt es Halsweh. Aber ich bin es heute ruhig angegangen. Keine besonderen Vorkommnisse. Es gibt einen mehr oder weniger geänderten Stundenplan zum Halbjahr, ich unterrichte eine Deutschklasse zusätzlich für einen erkrankten Kollegen. Wenn der bis zum Ende des Schuljahres erkrankt bleibt, muss ich dafür im nächsten Jahr weniger unterrichten; wenn er wiederkommt, dann wird das als Mehrarbeit verrechnet. Die Mehrarbeit ist eine eher poplige Sache und wird mit Pfennigbeträgen entlohnt, außerdem wird (fast) jede sonstige ausfallende Stunde dagegen aufgerechnet. Nun ja. Ich muss also jeden Tag meine Stunden protokollieren.

Es gibt etliche neue Kollegen, darunter auch – für das halbe Jahr – zwei echte Informatiklehrer. Das ist spannend. Die beiden sind frischer von der Uni als man das für möglich halten würde, da der Lehrermarkt sehr abgegrast ist. Spannend ist das deshalb, weil ich ja selber nur so ein halber Informatiklehrer mit Schnellstudium bin, ohne viel Didaktik der Informatik gelernt zu haben und auch mit – vergleichsweise – oberflächlichen Kenntnissen in der Informatik. Ich will mir da schon auch was abschauen; heute habe ich schon erzählt bekommen, wie die Schüler quasi im Rollenspiel den Weg einer E‑Mail im Internet nachvollzogen haben. Klang gut. So mit Routern und Mailservern und Adressierung.

Spannend ist das auch, weil ich mit den beiden jetzt Kollegen habe, bei denen ich sorglos Wörter wie “client” und “server” verwenden kann. Das ist ein erleichterndes Gefühl. (Natürlich kennen meine Leser solche Wörter, aber halt nicht jeder im Kollegium.) Trotzdem habe ich mich dabei ertappt, wie ich von “grüne Ebene” und “roter Ebene” spreche, den anschaulicheren Formulierungen für client und server, die ich mir im Kollegium angewöhnt habe – so eine Art Informatik-Babysprache. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich jetzt aufpassen muss, dass ich die Fachsprache richtig verwende… :-)

Muss ich jetzt auch Fachsitzungen abhalten, so als einzige reguläre Informatikkraft an der Schule? Au ja, die Tagesordnungspunkte bestreiten dann die beiden anderen; dann lerne ich noch was. Ich bring Kaffee und Kuchen mit.

3 Antworten auf „Erster Tag nach den Faschingsferien“

  1. > Muss ich jetzt auch Fachsitzungen abhalten,

    Selbstverständlich – außerdem musst du als “Fachbetreuer” natürlich auch deinen eigenen Unterricht evaluieren und ihn besprechen. Deiner Unterricht muss natürlich deiner Beurteilung entsprechen, also musst du schon auch ein paar methodisch-didaktische Fehler finden. Eine gespaltene Persönlichkeit wäre von Vorteil … ;-)

  2. Früher waren die bayerischen Faschingsferien wirklich Faschingsferien, denn da war am Aschermittwoch wieder Schule. Natürlich muß der zeitlichen Verlängerung der Faschingsferien auch Rechnung getragen werden, und deshalb sind es jetzt “Winterferien”.

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