Abitur 2007

Hat heute mit den Grundkurs-Klausuren angefangen. Vor der Schule kleinere Schülerhäufchen vergangener Jahrgänge, Poster und Kreide-Graffiti mit Grüßen an die teilnehmenden Schüler. An einer Garage gegenüber der Schule auch das:

abi2007.jpg

Sagen wir ihnen seit Jahren, aber uns glaubt man es nicht. Allerdings ergänzen Lehrer das gerne um eine positive Botschaft: Wonach werden die Schüler in drei Jahren denn wirklich gefragt? Das sollte man auch noch hinschreiben.

(Natürlich nicht wirklich. Ich versteh ja nicht viel von Graffiti, aber soviel doch: Für Deutschlehrer ist die Textsorte nicht gedacht.)

15 Antworten auf „Abitur 2007“

  1. Das gibt Hoffnung.

    (Und es gibt nichts, was dagegen spricht, auch als Lehrer etwas an dieses Tor hinzuzufügen. Graffiti hat doch keine Deutschlehrerausschlussklausel.)

    In Hessen sind die schriftlichen Prüfungen alle vor Wochen schon gelaufen, liegen ach so weit zurück, dass man sich wundert, dass andernorts noch geschrieben wird…

    P.S. Gibt es die Audiokommentarmöglichkeit eigentlich nicht mehr?

  2. Graffiti sollte halt kurz und prägnant sein… damit kämpfen Deutschlehrer manchmal, fürchte ich. :-)

    Den Audiokommentar hatte ich ausgeschaltet, weil das Update die Umlaute im RSS-Feed geschluckt hat. Ich probier aber gleich mal das allerneueste Update aus.

    Es funktioniert wieder!

  3. Seit 1985 werde ich von den verschiedensten Leuten unterschiedlichster regionaler und sozialer Herkunft leichthin und nebenbei gefragt: “.…und, wann haben Sie / hast du Abitur gemacht?” Selbstverständlich fragt keiner nach dem Notendurchschnitt. Am ehesten noch “Wo?” Diese Frage ist mindestens so häufig, wie unter Fachkollegen einer Universität die Frage: “Bei wem hast du studiert?” Diese Fragen gehören zum Fundus der sozialen Orientierungsfragen in unserer Gesellschaft. Wer also ein, zwei Jahre nach dem Abitur glaubt, er werde nicht nach seinem Abitur gefragt, hat entweder noch nicht gemerkt, dass er noch gar nicht mitspielt (Muss man sein Abiturzeugnis eigentlich bei der Immatrikulation vorweisen oder reicht da auch schon der Angelschein?) oder bewegt sich immer noch in Kreisen für die das Abitur von jeher irrelevant war.

  4. Hallo Herr Rau,
    ich lese schon seit einiger Zeit in unregelmäßigen Abständen Ihr Blog und finde es immer sehr interessant. Auf der Suche nach Inspiration für unsere Schulwebsite (www.ovtg.de) habe ich das schöne Bild vom Freitag gesehen und es als Aufhänger benutzt.
    Auch wenn man in drei Jahren nicht mehr danach gefragt wird, gilt das ja wohl nur für diejenigen, die im Abitur gut genug waren, den gewünschten Studien- oder Ausbildungsplatz zu ergattern. Alle anderen werden zwar auch nicht danach gefragt, eine Aussage über die Wichtigkeit des Abis ist das aber wohl weniger! :)
    Viele Grüße aus der Nachbarschaft!
    Uli N.

  5. Hm, aber was ist die Botschaft genau: Nehmt es nicht so ernst, der Durchschnitt ist nicht so wichtig? Der Abschluss ist egal?

    Nach meiner Erfahrung gibt es eine Art Abschlussgeilheit in Deutschland:
    – es gibt auf einige Fächer einen NC
    – vieles darf man nur mit Abi studieren
    – scheitert man an der Uni, ist das Abi der letzte erworbene Abschluss.

    Also: Man sollte froh sein, wenn dass man 3 Jahre nach dem Abi das selbige vergessen kann. Das heißt nämlich, dass alles ziemlich gut gelaufen ist.
    Zumindest im öffentlichen Dienst muss man dann zur Einstellung noch mindestens gefühlte 29x das Abizeugnis einreichen.

    Was wird man gefragt? Nach der Schule begann für mich z.B. die Frage nach dem Ausfüllen von Formularen (beim Zivildienst, Anmelden in einer anderen Stadt, an der Uni und vor allem 6 Jahre später beim Beruf), was mir vorher weitgehend unbekannt war. Kann man so ‘was üben? Wäre das was – neben Entwurf von Garagenaufschriften – was man im Deutschunterricht in den Lehrplan aufnehmen kann? (Bürokratischer Lückentext)

  6. Ich dachte, mit der Garagenaufschrift war gemeint: Das, wonach im Abitur gefragt wird, ist nicht unbedingt lebensrelevant. Botschaft: Du büffelst “Wissen”, das nur dafür gebraucht wird, dieses Entrèebillet für Studium und Ausbildung zu bekommen. Und da ist doch was dran, nicht?

  7. Dass man ein Abitur hat, ist tatsächlich für viele Dinge Voraussetzung. Es kommt mir vor, als hätte ich im Lauf des Studiums Unmengen an beglaubigten Kopien verteilen müssen. Aber meine Note, die wollten und wollen immer nur Schüler wissen, sonst niemand.

    Insofern habe ich die Botschaft vielleicht missverstanden: Wenn man’s mal hat, wird man nicht mehr gefragt.

    Allerdings: Zu Beginn meines Englischstudiums gab es einen freiwilligen Einstufungstest. Das wra die Probephase, kurz darauf ist der Test verpflichtend und Voraussetzung für bestimmte Kurse geworden. Leistung musste man also schon zeigen.

    Und natürlich: Für Numerus-Clausus-Fächer braucht man eine gute Note, oder Wartezeit.

    @Lisa Rosa: Hm. Da ist was dran. Aber ich traue Schülern nicht zu, ehrlich gesagt, das beurteilen zu können.

    @Uli: Danke schön, auch viele Grüße. Schöne Seite, vor allem schön viel Englischmaterial dort!

  8. @ herr rau: inzwischen ist beim englischstudium in münchen auch die abi-note wichtig. zulassungsvoraussetzung für anglistik ist seit kurzem ein gesamtergebnis aus abi-schnitt (gesamt, nicht englisch) und einstufungstest!

  9. Finde das Foto auch sehr gelungen, hat schon fast was künstlerisches… Und mich hat auch drei Jahre danach keiner mehr nach dem Abitur gefragt.

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