Abistreich 2007

Fotos gibt es heute leider keine, ich hatte heute später Schule und den Anfang verpasst. Und dann habe ich mich nur kurz ins Lehrerzimmer gesetzt und bin gegangen, als es hieß, jetzt sei die Sache vorbei. Vermutlich hätte ich das auch so gemacht, wenn ich früher da gewesen wäre – ich kenne die Schüler dieses Jahrgangs fast gar nicht, hatte nur ein paar davon in der 6. Klasse. Und dadurch hat mir der persönliche Bezug gefehlt.

Der Abistreich kam mir heute ganz zupass, da ich einiges arbeiten musste und konnte. Aber so richtig sinnvoll finde ich ihn immer noch nicht. Das Kultusministerium, das sonst nur bei Papstbesuchen freigibt und sonst jeden Extratag nacharbeiten lässt, drückt beide Augen zu. Soll sein, soll sein, soll sein.

Die Idee einer liminalen Phase an der Schule gefällt mir ja. (Ich darf mir ein Stück Schokolade aus der Küche holen, weil ich das schöne Wort anbringen konnte.) Und Rituale mag ich auch, aber… hm, ich wollte gerade schreiben, dass es aber nicht so langweilig sein muss wie bei uns. Aber Rituale sind häufig langweilig, oder? Vielleicht gibt es noch nicht genug Ritual beim Abistreich?

4 Antworten auf „Abistreich 2007“

  1. Abistreich ist schwierig. Ich glaube es schadet nicht. Allerdings waren die zu der Zeit als ich aufs Gymnasium kam deutlich besser. Und ich glaube nicht dass das nur eine Wahrnehmungssache ist.
    Unserer war ganz OK, der vor uns war so schlecht dass wir fast keine Erlaubnis bekommen hätten. Früher gab es keine Erlaubnis. Ein Ritual wird wohl nur ein Richtiges wenn es nicht künstlich erzeugt wird. Und auch Rituale halten nicht ewig. Bei uns wurden die “kleinen” von Jahr zu Jahr aufmüpfiger.
    Anstatt so-etwas hochoffiziell zu dulden und damit fast schon zu steuern wäre es wohl wünschenswert mehr Flexibilität vom KuMi zu sehen und so die Entstehung neuer Rituale zu ermöglichen.

  2. Gerade in dieser Hinsicht nützt mehr KM-Flexibilität meiner Meinung nach nicht die Bohne. Und es ist, meinem Dafürhalten nach, nicht zutreffend, von “besseren” Abistreichen zu irgendeiner bestimmten Zeit zu sprechen. Diese Dinge leben – wie auch die Abizeitung – von den Individuen, die sie in die Hand nehmen und gestalten.
    Entweder es gibt ein paar kreative und findige Köpfe in einem Jahrgang, die dann nicht nur kreativ und findig sind, sondern auch noch vom trägen Rest als Führungsfiguren akzeptiert werden; oder es gibt sie nicht. Oder sie sind zwar kreativ, aber vom Abistress so ausgelaugt, dass sie keine Lust haben, sich noch einmal zu strapazieren.
    Sehr viele dämliche Abistreiche sind zurückzuführen auf die Unlust der Kreativen. Denn wenn die Kreativen, die sowohl taktvoll als auch ein bisschen respektlos sind, nicht wollen, dann heißt es ja noch lange nicht, dass der Abistreich ausfällt. Sondern das heißt, dass sich die Eigentlich-nicht-so-Kreativen durchsetzen und ihren Frust aus dreizehn Schuljahren in mehr oder weniger plumper Manier abreagieren.
    Ob der Schulfrust weniger wird, wenn die Schüler im G8 Abitur machen? Denn dann sind’s ja nur zwölf Jahre Frust *eg*

    An unserer Schule ist der Abischerz auf die letzten beiden Stunden des Vormittags beschränkt – eine, wie ich finde, sehr segensreiche Festlegung. Wenn die Abiturienten, die ja zum Teil jetzt bereits mit Ferienarbeit anfangen und eigentlich wirklich keine Zeit für so etwas haben, einen ganzen Vormittag gestalten sollen, dann ist der Erwartungsdruck ja furchtbar und es auch kein Wunder, dass es oft schiefgeht. (Ich liebe Zeugma… – wie sacht man? Zeugmata?)

  3. Liminale Phase ist sensationell.
    Ich finde, es ist zuviel Ritual und zuwenig gleichzeitig beim Abistreich – zuviel, weil jeder Jahrgang sich verpflcihtet fühlt etwas zu machen. Dabei tun sie so viel: Hinterlassenschaft, Abizeitung, Abiball und Abistreich – das Abschiednehmen will gar kein Ende nehmen.
    Und zuwenig, weil die Frage ja jedes Jahr nicht beantwortet wird: was wollen wir eigentlich?
    Mir würde ein stilvoller Dank an die Schule genügen – ich brauche keine zwangslustigen Veranstaltungen, deren Sinn und Zweck im Nebulösen bleibt.
    Also: lieber Weniges richtig gut als Vieles so mittelprächtig.

    (dass ausgerechnet ich zu diesem Schluss komme.…)

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