Vorgriffsstunden in Nordrhein-Westfalen

In Bayern ist es ja so, dass die meisten Lehrer zumindest am Gymnasium zur Zeit eine unbezahlte Stunde mehr pro Woche geben. Irgendwann mal wird man diese Stunde zurückbekommen, also weniger arbeiten müssen, so die Versprechung. Ganz glauben kann ich das nicht; ich rechne schon damit, dass das parallel zu einer weiteren Stundenerhöhung geschehen wird. Aber vielleicht bin ich nur zu misstrauisch.

Auch in Nordrhein-Westfalen gab es eine ähnliche Regelung; bei TeachersNews habe ich folgende Informationen gefunden:

In NRW kriegt man die Stunden für die 6 Jahre Mehrarbeit zurück, und zwar 11 Jahre nach Beginn der Mehrarbeit, jeweils eine Stunde pro Jahr ab 2008/09 (wenn man seit 1997/98 dabei war).
Neu ist , dass man sich alle 6 Stunden auf einmal im Jahr 2014 anrechnen lassen kann, oder auch je 3 Stunden für 2013 und 2014, und so weiter.
(Quelle)

5 Antworten auf „Vorgriffsstunden in Nordrhein-Westfalen“

  1. Ich unterrichte in Rheinland-Pfalz, wo es diese Vorgriffsstunde auch gab. Ab Schuljahr 2007/08 erhalten die Kollegen, die die ersten Vorgriffsstunden gehalten haben, diese nun zurück, und zwar nach dem gleichen Muster wie in NRW: eine pro Jahr, oder man kann die Rückgabe beliebig kumulieren. Da ich selbst erst seit drei Jahren dabei bin, muss ich auf die Rückgabe meiner Vorgriffsstunden noch ein paar Jährchen warten.

  2. Es stimmt; hier in NRW soll man die demnächst zurückbekommen. Wir haben sogar Post vom Ministerium deswegen. Die Schülerzahlen sinken … Wenn nun allerdings alle Lehrer eines bestimmten Faches gleichzeitig ihre Stunden nehmen, reißt das ein dickes Loch und macht den Schulen große Probleme. Dennoch: ich bin froh, dass wir die Stunde/n wieder kriegen (wie zugesagt)

  3. Bei uns in Hessen können wir zwischen drei Varianten wählen:
    1. in den nächsten Jahren jeweils eine Stunde weniger unterrichten
    2. die gehaltenen Stunden – evtl durch Überstunden aufgestockt – dazu verwenden, sich ein halbes Jahr früher pensionieren zu lassen
    3. sich das Geld für diese Stunden – eingerechnet ein geringer Aufschlag für die entgangenen Zinsen – auszahlen zu lassen. in zwei Raten jeweils 2008 und 2009

    Ich bin mir noch nicht sicher, was ich wählen werde.

  4. Abwarten, was wirklich dabei herauskommt. Es gibt eine Menge älterer KollegInnen, die aus Erfahrung, skeptisch sind. Ich weiß jedenfalls auch noch nicht so recht, wie ich mir das einteilen soll.…Ob in zig Jahren noch jemand was davon weiß, dass ich noch XX Stunden zurückbekommen müsste? Ständig werden schließlich Verordnungen und Gesetze geändert.

  5. Dazu kommt noch ein etwas komplizierter Aspekt, der die Unterscheidung zwischen wissenschaftlichem und nicht wissenschaftlichem Unterricht betrifft. Sport gilt in der Unter- und Mittelstufe als nicht wissenschaftlich, ähnlich Kunst und Musik. Wer nicht wissenschaftlich unterrichtet, muss mehr unterrichten. Ein Lehrer, der (in einem gegebenen Jahr) nur wissenschaftliche Fächer unterrichtet, muss zur Zeit 24+1 Stunden unterrichten. Wer nur nicht wissenschaftlich unterrichtet, muss zum Beispiel 28+1 Stunden unterrichten. (Ich weiß nicht genau, ob die Zahl stimmt.) Für die meisten Lehrer mit nicht wissenschaftlichen Fächern dürften Mischformen gelten, wobei es natürlich Rundungsfehler gibt.

    Die Vorgriffstunde, die man gibt, kann nun jeweils wissenschaftlich oder nicht wissenschaftlich sein. Zurückgegeben soll die Vorgriffsstunde bislang immer in Form von nicht wissenschaftlichem Unterricht. Die Details sind etwas kompliziert, aber jedenfalls kann das dazu führen, dass man dem Land Stunden schenkt.

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