Informatik-Stoff 6. Klasse

Dieses Schuljahr unterrichte ich alle 6. Klassen in Informatik, Grund genug, ein wenig strukturierter vorzugehen als sonst. Das Folgende ist der Großteil eines Blattes, das ich meinen Schülern in der ersten Stunde gegeben habe. Es ist die erste Version, nächstes Jahr wird sicher einiges anders. Ich stelle mir das so vor, dass die Schüler alle zwei Monate schauen, vor welche Behauptung sie jeweils ein Häkchen machen können.

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Meine E‑Mail-Adresse ist: rau@(schuldomäne).de. Ich freue mich über Fragen und Wünsche von dir oder deinen Eltern.

An der folgenden Liste kannst du während des Schuljahres überprüfen und abhaken, was du in diesem Jahr alles gelernt hast:

  • Du kannst erklären, wie Information und Repräsentation zusammenhängen.
  • Dir fallen verschiedene Möglichkeiten ein, Informationen zu repräsentieren.
  • Du kannst erklären, warum Informatik Informatik heißt.
  • Du kannst in unserem Computernetzwerk Dateien speichern, so dass du sie wiederfindest.
  • Du weißt, welche Attribute ein typisches Vektorgraphik-Objekt hat.
  • Du weißt, welche Methoden ein typisches Vektorgraphik-Objekt hat.
  • Du kannst Attributwerte in der Punktschreibweise lesen und verstehen.
  • Du kannst Methodenaufrufe in der Punktschreibweise lesen und verstehen.
  • Du kannst erklären, was Objekte und Klassen miteinander zu tun haben.
  • Du kannst typische Klassen nennen, die man in Vektorgraphiken verwendet.
  • Du weißt, was die Unterschiede zwischen einer Vektorgraphik und einer Rastergraphik sind.
  • Du kannst Vor- und Nachteile von Vektor- und Rastergraphiken nennen.
  • Du kannst typische Klassen nennen, die man in Textverarbeitungsprogrammen verwendet.
  • Du kannst die wichtigsten 5 Anfängerfehler in der Textverarbeitung nennen (und vermeiden).
  • Du weißt, welche Attribute die Klasse Absatz hat.
  • Du weißt, welche Attribute die Klasse Zeichen hat.
  • Du kannst Beispiele für hierarchische Ordnungen nennen.
  • Du weißt, was ein Baumdiagramm, eine Wurzel, ein Knoten, eine Kante und ein Blatt sind.
  • Du kannst Informationen in einem Baumdiagramm darstellen.
  • Du kannst fünf Punkte nennen, die man beachten muss, wenn man gute Präsentationen erstellen will.
  • Du kannst typische Klassen nennen, die man in Präsentationsdokumenten verwendet.
  • Du kannst Beispiele für Klassen und Objekte nennen.
  • Du kannst Beispiele für Beziehungen zwischen Klassen nennen.
  • Du kannst Beispiele für Attribute und Methoden für verschiedene Klassen/Objekte geben.
  • Du kennst Attribute der Klassen Datei und Verzeichnis.

Außerdem sehen so auch Eltern, was im Fach Informatik alles dran kommt.

18 Antworten auf „Informatik-Stoff 6. Klasse“

  1. versteh mich nicht falsch, aber wäre für schüler einer 6. klasse nicht ein lehrplan mit word, excel, access und powerpoint nützlicher als verktorgrafiken?

  2. Die Idee gefällt mir, ausgesprochen transparent. Warum nutzt du nicht einen Wiki i. S. eines Lerntagebuches, in dem die Schüler ihre Erkenntnisse festhalten?

  3. Wiki wäre dafür schon angelegt, aber vor allem für Projekte aus den 7. Klassen. Zur restlichen Informatik gibt es aber auch schon was.

    Ob ich mit diesen 6. Klassen was mit Wiki mache, weiß ich nicht; letztes Jahr ging das, weil ich eine Klasse auch in Englisch und damit nicht nur einstündig hatte.

    wäre für schüler einer 6. klasse nicht ein lehrplan mit word, excel, access und powerpoint nützlicher als verktorgrafiken?

    Ja und nein. Eher nein. Die Schüler sollen ja nicht Anwendungen lernen, sondern Informatik. Excel macht man später, und die Schüler sollen daran den Funktionsbegriff lernen; Access bedienen muss kein Schüler – aber informatisch sind die Grundlagen für Datenbanken natürlich sehr wichtig, und die macht man auch, aber eben nicht in der 6., sondern diesjährig erstmals regulär in der 9. Klasse.
    In der 6. Klasse lernen die Schüler etwas Textverarbeitung und Präsentationssoftware (vulgo Word und Powerpoint). Aber alles möglichst im Rahmen der Informatik. Das, was Schüler und Lehrer an beiden Programmen lernen sollten, hat nämlich genauso viel mit Informatik zu tun wie mit anderen Fächern: Zeichensetzung, Rechtschreibung, Ästhetik, Adressatenbezug, Vortragsweise, Urheberrecht, Design, Recherche.

    Aber irgendwo sollten die Schüler das schon lernen.

  4. Die genauen Fehler wollte ich mir überlegen, wenn ich bei der Textverarbeitung angekommen wäre… :-)

    Muss mal in meinen Notizen vom letzten Jahr lesen.

    Dabei werden sicher sein:
    1. Leerzeichen nach Komma und ähnlichen Satzzeichen (und nicht davor)
    2. Kein manueller Zeilenumbruch am Zeilenende (sondern dann, wenn man einen Absatz möchte)
    3. Unterschied zwischen Bindestrich und Gedankenstrich
    4. Schreibe nie mehr als ein Leerzeichen hintereinander (auch nicht bei: Einrücken, Zentrieren etc.)
    5. Unterstreiche nicht, sondern setze kursiv.

    Und dann vielleicht noch mehr zu Schriftarten.

    (Ach ja, das mit den Vektorgraphiken kommt so: Die Schüler sollen vor allem die Konzepte Objekt und Klasse lernen, und das geht, sagt der Lehrplan, damit am besten.)

  5. Dein Passwort ist: geheim, aber du hast es zu Hause aufgeschrieben!

    aber was soll das bitte – passwoerter sind niemals nie irgendwo aufzuschreiben. Wenn man die kinder dazu erzieht dann hat man eine ganze armada die ihre pin auf die bankkarte schreiben.…

    Stefan

  6. Ja und nein. So viel Passwörter wie man zum Beispiel im Web hat, die muss man doch irgendwo aufschreiben. Viele von meinen sind in einer verschlüsselten TrueCrypt-Datei.

    Bei den Schülern ist das Selbstschutz: Auch so ist der Passwortschwund enorm; am Ende eines Schulahres hat nur noch die Hälfte der Schüler Zugang zu ihren Accounts. Ich schicke die Schüler dann immer zum Systemadministrator, der freut sich natürlich auch nicht über die Extra-Arbeit. Wenn man für jedes Neueinrichten des Passworts 5 Euro verlangen dürfte, wäre das anders.

  7. dann sollte man – wiedereinmal mehr – darueber nachdenken ob man nicht doch endlich mal merktechniken im schulunterricht lehrt. Ich muss mir passwoerter auch sehr bewust merken.

  8. Ich finde es auch legitim, dass man sich seine Passwörter irgendwo notiert. Sonst ist die Tendenz zu groß, dass 1. zu einfache Passwörter und/oder 2. einige Passwörter mehrfach verwendet werden. Und TrueCrypt ist auch nicht überall zugänglich, es sei denn, man kann überall mit Administratorrechten arbeiten. (Oder hat sich das mittlerweile geändert?)

    Ich darf übrigens selbst administrieren und habe häufiger Besuch von “vergesslichen” Schülern (und mitunter auch Lehrern).

    Die Idee mit der Vektorgrafik ist übrigens nicht schlecht. Das macht den Schülern meist mehr Spaß als Word und Co. Außerdem haben die wenigsten schon einmal richtig mit einem Vektorgrafikprogramm gearbeitet, so dass das Ausgangsniveau einheitlicher ist.

    Nebenbei: Welches Programm verwendet ihr?

  9. Administratorrechte gibt’s bei uns keine, ich behelfe mich mit portable software – es gibt ziemlich viele Programme, die man nicht installieren muss. Und der Admin installiert auf Wunsch ja auch Sachen, aber das ist etwas umständlich.

    Vektorgraphik: Vektorelemente gibt’s auch in Word/OO Writer beziehungsweise später in Powerpoint/OO Impress. Wir arbeiten mit Corel Draw, OO Draw ist zwar auch installiert, aber aus technischen Gründen so umständlich, dass man es erst nach vielen Klicks zum Laufen kriegt. Ich könnte morgen einfach mal Portable OO mitnehmen und den Schülern zeigen!

  10. Ich als vi Benutzer mache immer zwei Leerzeichen nach einem Satz. Damit mein Texteditor (vi) auch weiß wo der Satz zu Ende ist. Und gerade habe ich es wieder gemacht. Ist mir so in Fleisch und Blut übergegangen, da ich viel mit vi arbeite und sogar meine E‑Mails damit schreibe.

    http://www.google.de/search?q=vi%20zwei%20leerzeichen

    Nur so eine weiter Sichtweise einer der fünf Fehler. Was passiert eigentlich mit dem zusätzlichen Leerzeichen in einer Textverarbeitung?

  11. Guter Punkt. Ich hätte mich auf WYSIWYG-Editoren beschränken sollen. Oder ist das bei vi dann auch so, dass dann zwei Leerzeichen ausgegeben werden? (Ich habe schon mit vi gearbetiet, aber nicht lange.)
    HTML stellt ja grundsätzlich erst einmal nur eines dar, deshalb wird in deinem Kommentar auch dort nur ein Leerzeichen dargestellt, wo im Quelltext tatsächlich zwei stehen.

    In der Textverarbeitung werden die zwei Leerzeichen üblicherweise als eben das dargestellt: zwei Zeichen, und damit etwas mehr Platz zum Beispiel zwischen Ausrufezeichen und Anfang des darauf folgenden Satzes. Wenn man das will, sollte man gleich einen Em-Abstand oder En-Abstand wählen – oder ein Programm haben, dass zwei Leerzeichen in einen solchem umwandelt, wenn es das gibt.

    Zugegeben, am Satzende spielt das keine große Rolle, anders als beim Einrücken oder gar Zentrieren. Aber wenn ich zum Beispiel Texte für den Jahresbericht habe, sollte der Abstand nach dem Satzschlusszeichen einheitlich sein – also eben nicht mal ein, mal zwei Leerzeichen.

  12. bitte helft mir ich schreibe morgen eine mathearbeit und ich bekomme die brüche zu den baumdiagrammen einfach nicht hin!!!!”

  13. Hi,

    als ich das gelesen hab, bin ich fast vom Stuhl gefallen o_O
    Zu mir: Ich komme jetzt in die 10. Klasse, bin 14 Jahre alt und wohne in NRW. Ich habe in der 9 – nein – nicht Informatik gewählt, sondern Technik. Info wird hier 9. & 10. (invalides) HTML sowie JavaScript vermittelt und der Umgang mit Grafikprogrammen (warum denn bitte?).

    Ich hatte in der 5. und 6. auch Info – in der 5. haben wir nen Account angelegt, nen “Internetführerschein” gemacht, eine E‑Mail-Adresse angelegt und mit einem lustigen, spielerischen Programm gearbeitet – ein Igel, bei dem man Befehle in eine Kommandozeile eingab, damit er sich nach da-und-da bewegt (Ansatz: Funktionsaufruf?).
    6. Klasse war – ein ganzes, verdammtes, beschissenes, langweiliges – Jahr: Excel! Bei einem 60 Jahre alten, cholerischen Lehrer (der inzwischen – leider – einen Herzinfarkt hatte, er ist sehr beliebt und kommt dieses Jahr wieder), der 3 Stunden lang einen Excel-”Befehl” durchgenommen hat. Am Ende des Jahres haben wir uns noch 2 Stunden lang mit einem Programm, bei dem man ein “Programm” mit Fenster und Buttons erstellen konnte und irgendwelche simplen Aktionen dadurch ausführen konnte, gearbeitet. Das ist Informatik in NRW! o_O

    Und jetzt kommt der lustige Teil: In der 9. und 10. Klasse Informatik werden Sachen wie (invalides!) HTML und JavaScript gelehrt. Mittels Grafikprogrammen dürfen die Schüler inzwischen Quader und son Zeugs basteln. Auch haben sie mal mit einer (etwas komischen) Skriptsprache (/edit2: Prolog http://de.wikipedia.org/wiki/Prolog_(Programmiersprache)) angefangen, deren Dateiendung wie Perl auf .pl endete (nein, kein Perl, auch nichts mit CGI o_O)…
    Im Gegensatz dazu beschäftigt sich der Technikunterricht im 9. Schuljahr mit Getrieben und später mit logischen Operatoren und boolescher Algebra sowie Halbleiterzeugs… in der 10. werden dann die Roboter ausm Physikraum gekramt und wir dürfen sie in C oder C# (ich weiß es leider nicht mehr) programmieren.

    Welcher Unterricht hat mehr Anteil an Programmieren? Technik oder Info?
    (mal angemerkt: warum muss man Info lernen, ein Programm (bspw. Grafik) zu bedienen?)

    Gruß
    Christopher

    /edit: Baumdiagramme haben wir erst in der 9. Klasse in Mathe gelernt – um genau zu sein, vor etwa 8 Wochen. Wurzel, Knoten, Kante und Blatt sagen mir überhaupt nichts – wobei ich mir Wurzel und Knoten bei Baumdiagrammen denken kann.
    /edit2: Joa Himmel Ar*** und Zwirn, nochn edit! Das Script, was auf .pl endete, ist ein Prolog Source Code File gewesen. http://de.wikipedia.org/wiki/Prolog_(Programmiersprache)

  14. Ein Problem ist wohl, dass man unter dem Namen “Informatik” viele verschiedene Sachen verkauft, die eigentlich nichts mit Informatik zu tun haben, sondern eher mit “Umgang mit dem Computer”, was auch ganz sinnvoll ist, aber keine Informatik. Zu lernen, ein Programm zu bedienen, ist wirklich nicht Teil der Informatik – außer dann, wenn man an dem Programm exemplarisch etwas Übertragbares lernt, etwa dass es Objekte gibt und Methodenaufrufe, oder wie man einen Algorithmus umsetzt.

    In Bayern/Gymnasium kommt Excel in der 9. Klasse (ein halbes Jahr, Ziel im Hintergrund: Einstieg in funktionales Programmieren), dort ebenfalls Datenbanken, Java in der 10. Klasse (nächstes Jahr zum ersten Mal). Prolog? Ziemlich untypisch.

    “Welcher Unterricht hat mehr Anteil an Programmieren? Technik oder Info?” Bei euch anscheinend Technik. Aber man kann auch so programmieren lernen, dass es wenig mit Informatik zu tun hat.

  15. /me kann inzwischen PHP (OOP und son Kram), XHTML, CSS, n bisschen JS, XML, …
    /me hat auch schonmal mit Perl, C++, C# sowie Python angefangen; hatte aber keine Lust mehr… :D

    Unsere Info-Lehrer können meist selber nichts, deshalb wird auch nur Müll gemacht. Schade eigentlich.

  16. Wobei Programmierkenntnisse nicht immer viel mit Informatik zu tun haben müssen. Missverstehe mich nicht: Programmieren macht kolossal Spaß und die Zeit dabei vergeht unglaublich schnell. Tolle und nützliche Sache. Aber Informatik heißt auch, den Ablauf eines Programms als Abfolge von Zuständen zu erkennen. Das kann man als Lehrer an fast jeder Sprache zeigen.

    Meine eigenen Programmierkenntnisse sind nämlich auch gering. Ich komme nicht zum Üben. Aber ich glaube, das reicht trotzdem. Of Python oder Ruby besser ist, ist keine Frage für den Informatikunterricht (und überhaupt keine gute Frage), und welche Sprache für einen gegebenen Zweck am besten ist, auch nicht.

    Ich neige reflexartig dazu, eure Lehrer zu verteidigen, weil ich nicht gerechtfertigte Schülervorwürfe kenne. Aber ich weiß wenig über Lehrerausbildung bei euch und den Stand von Informatik in anderen Bundesländern. Auf eurer Homepage steht beim Computerraum allerdings, dass dort “bevorzugt computerunterstüzte [sic] Mathematik, sprich Informatik” unterrichtet wird. Und das ist nun wirklich keine Informatik. Aber vermutlich hat den Text auch ein Nicht-fachmann geschrieben.

  17. (der Text ist, nur mal am Rande, inzwischen ein paar Jährchen alt; und die Fotos zum Glück auch, in beiden Info-/Multimediaräumen stehen inzwischen XP-Rechner mit TFTs ^^)

    Aber so wie ich unsere Schulleitung kenne, wird jeder Text auf jeder Seite einmal von denen durchgeackert worden sein, das ist also anscheinend Text von höchster Stelle :/

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