Umfrage zu Internet in der Schule

Jugendumfrage: Lehrer bereiten Schüler unzureichend auf die berufliche Nutzung des Internets vor

Nach einer repräsentativen Umfrage der Jugendzeitschrift SPIESSER rechnen mehr als 80 Prozent der Jugendlichen dem Internet eine hohe Bedeutung für ihre berufliche Zukunft bei / Mehr als die Hälfte der 14- bis 22jährigen hält den Unterricht im Hinblick darauf jedoch für mangelhaft

(gefunden bei www.teachersnews.net)

Dass die Umfrage repräsentativ ist, glaube ich gern. Aber wie wichtig das Internet – gemeint ist wohl wieder nur das WWW – für die berufliche Zukunft wirklich ist, kriegt man nicht durch eine Umfrage unter Schülern heraus. Und welche anderen Inhalte man streichen sollte, um stattdessen Internet zu lernen (was auch immer das heißen mag), will ich auch nicht durch eine Umfrage entschieden haben.

Ich denke, Selbstständigkeit, Einsatzfreudigkeit, Projektfähigkeit haben eine noch höhere Bedeutung für die berufliche Zukunft. Internet kann dazu ein sinnvolles Mittel sein. Aber es ist ein Mittel und nicht das Ziel.

3 Antworten auf „Umfrage zu Internet in der Schule“

  1. “Ich denke, Selbstständigkeit, Einsatzfreudigkeit, Projektfähigkeit haben eine noch höhere Bedeutung für die berufliche Zukunft. Internet kann dazu ein sinnvolles Mittel sein. Aber es ist ein Mittel und nicht das Ziel.”

    Frage: Selbstständigkeit, Einsatzfreudigkeit und Projektfähigkeit werden häufig meist nur privat “praktiziert”, weil die Schule gar nicht die Möglichkeit bietet, selbstständig Projekte durchzuziehen. (Zumindest bei mir nicht.) Ich denke da jetzt in erster Linie an Projekte wie z.B. die Entwicklung von bestimmten Tools, also von Software jedweder Form. Solch eine Software kann durchaus in ein Langzeitprojekt ausarten, das eine mehr oder weniger herausragende Leistung des jeweiligen Schülers abverlangt.
    Mich würde nun brennend interessieren, wie es an anderen Schulen aussieht, also ob dort solche Projekte in irgendeiner Form gewürdigt werden (es _ist_ nunmal eine besondere Leistung, ein solches Projekt über lange Zeit und vollkommen selbstständig durchzuführen). Der Haken an der Sache ist nämlich, dass die Leistung AUSSERHALB des Unterrichts/der Schule erbracht wird.

    MfG, Robert Nitsch

  2. Hochleistungen in Sportdisziplinen oder in der Musik werden in der Regel auch außerhalb der Schule erbracht. Das Schreiben von Tools oder Software kann eine Hochleistung sein, die unter bestimmten Umständen (Facharbeit, Informatikprojekt) auch gewürdigt wird. Ein Supersportler, ein Teufelsgeiger sollten in den betreffenden Fächern schon die entsprechenden Noten bekommen. Gehört das aber generell zur Allgemeinbildung?

  3. Ja, die Schule bietet de facto nicht die Möglichkeit für längerfristige Aufgaben. Ich denke, das kann man zu einem kleinen Teil jetzt schon ändern. (Ich hab’s bis jetzt aber noch nicht gemacht.)

    Die GSO macht leider nur ein kleines Zugeständnis:

    §60 GSO: Hat eine Schülerin oder ein Schüler außerhalb des stundenplanmäßigen Unterrichts in Schul- oder Hochschulveranstaltungen besondere Leistungen erzielt und ist eine eindeutige fachliche Zuordnung möglich, so können diese auf Antrag in der Jahresfortgangsnote im entsprechenden Fach angemessen berücksichtigt werden.

    Das heißt, es muss nicht im Unterricht oder in der Schule sein, sondern lediglich in Schulveranstaltungen. Gedacht ist wohl an Musik‑, Theater- oder Sportveranstaltungen. Die Schülerband auf dem Schulfest. Der Teufelsgeiger kann also seine Eins fürs Konzert kriegen. Aber auch die Teilnahme an naturwissenschaftlichen oder anderen Wettbewerben könnte darunter fallen.

    Andere Möglichkeiten gibt die GSO nicht her. Allerdings heißt es: “Bei Projekten können mündliche, schriftliche und praktische Leistungen bewertet werden.” Das kann man unter Umständen dehnen – je nachdem, was man als Projekt ausweist. So oder so nur als mündliche Note, und es muss einem Fach zugeordnet werden können und eine Lehrer geben, der das als Projekt deklariert.

    Beelzebub, generell gehört wenig zur Allgemeinbildung, aber im Einzelfall kann ein konkretes Softwareprojekt durchaus darunter fallen. (Die Church-Turing-These gehört für mich zu den kulturellen Errungenschaften, die durchaus zur Allgemeinbildung gehören sollten.) Und selbst wenn es nicht zur Allgemeinbildung gehört: Zur Bildung mag das Durchführen von Projekten gehören, und die sollte uns wichtiger sein als die Allgemeinbildung.

    Natürlich kann man den einen Käse nicht mit dem anderen entschuldigen, aber ich erinnere nur an den Unsinn, der bei den EGy-Wahlpflichtfächer getrieben wird (der Fußballverein als Note im Zeugnis).

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