Shakespeare, Sommernachtstraum

Mit Teilen des Englisch-LK war ich letzten Donnerstag im Theater, A Midsummer Night’s Dream. Und da man Schüler nicht unvorbereitet auf Shakespeare loslässt, habe ich im Schnelldurchgang ein paar Stunden zur Einführung in den Sommernachtstraum gemacht. (Welches Stück wir später lesen, steht noch nicht fest; ich spreche mich da mit dem Parallelkurs ab.)

Zuerst ein Tafelbild, nicht ganz so kompliziert wie das folgende, aber durch den allmählichen Aufbau sind Tafelbilder ja auch leichter nachzuvollziehen als fertige Diagramme:

dream.png

Dann habe ich den Schülern die ersten Minuten der Papiertheater-Version gezeigt, die ich mal mit Neuntklässlern gemacht habe. Die ersten Seiten eben der 600-Zeilen-Fassung für das Papiertheater haben wir dann auch gelesen. Man kriegt ein Ohr für den jambischen Pentameter, die Sätze werden notgedrungen kürzer und übersichtlicher und man kann die Handlung verfolgen – zugegeben, die Bildqualität leidet unter der Knappheit. Bei der Inszenierung erkennt man zumindest immer wieder mal Stellen wieder und findet sich zurecht.

Ich denke, es ist sehr hilfreich, mehrfach den gleichen Text zu lesen. Wir haben diese Pille versüßt dadurch, dass wir nach der Kurzfassung den Anfang einer kritischen Ausgabe gelesen und verglichen haben, und danach den Anfang als Faksimile der ersten Folio-Ausgabe.

Die Inszenierung war dann auch in Ordnung. Knapp zweieinhalb Stunden mit Pause, Schülervorstellung. Viel Wert wurde auf Slapstick gelegt, das Publikum war’s zufrieden, und das ist sicher im Sinne Shakespeares. Mir ist dabei allerdings aufgefallen, dass mich das Stück deutlich weniger interessiert als andere bekannte Shakespearedramen. Keine knackigen Monologe, wenig echte Tragik, zwei kaum auseinander zu haltende Liebespaare. Bottom ist tatsächlich noch die interessanteste Figur.

Sehr spannend sieht diese Multiplayer-Adventure zum Sommernachtstraum aus, Midsummer Madness. Läuft leider in unserem Rechnerraum nicht, sonst hätte ich das mit Schülern gemacht.

Der Humor im letzten Akt stammt ja aus der dilettantischen Aufführung der Handwerker, voller Fehler und Versprecher. Das hat mich erinnert an The Farndale Avenue Housing Estate Townswomen’s Guild Dramatic Society’s Production of Macbeth von David McGillivray und Walter Zerlin jr. Von den beiden Autoren gibt es noch eine ganze Reihe Stücke um diese Dramatic Society. Gespielt wird jeweils, wie die liebenswerten, aber doch sehr amateurhaften Damen der Farndale Avenue Jousing Estate Townswomen’s Guild Dramatic Society (darunter die resolute Mrs Reece, die nervöse Felicity) ein Stück aufführen, und die Aufführung gerät jedes Mal zu einer kleinen Katastrophe. Voller Versprecher, fehlender Requisiten, umstürzenden Wände, ausfallender Beleuchtung. Tee und Kekse während der Pause, versteht sich, zusammen mit Broschüren mit Neuigkeiten aus dem Gemeindeleben.

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4 Thoughts to “Shakespeare, Sommernachtstraum

  1. Ach ja, ich hab mal in „The Farndale Avenue Housing Estate Townswomen’s Guild Dramatic Society Murder Mystery“ mitgespielt. Schön wars. Und die Macbeth-Version ist auch sehr lustig.

  2. Mein 30jähriger Sohn muss eine Arbeit über Hamlet von Shakespeare schreiben.
    Seine Aufgabe ist es, eine Persönlichkeit, sei sie literarisch oder physisch, die sich mit Hamlet vergleichen lässt zu finden. Könnt ihr mir da helfen???????

    danke schon im voraus
    jürg von der Tiefe

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