Arbeitszeitkonto Niedersachsen

Gut, anderes Bundesland, kann sein, dass wir unserer Regierung in Bayern mehr trauen können.

In Niedersachsen gibt es ebenfalls ein Arbeitszeitkonto, so wie in Bayern. Im nächsten Jahr sollte die Rückbuchung der Stunden beginnen. Und was beschließt die Länderregierung? Keine Rückbuchung nach und nach, stattdessen sollen die angesparten Stunden alle im letzten Halbjahr vor der Pensionierung genommen werden. (Quelle: Pressemitteilung bei Bildungsklick.)

Das ist dann “flexibel”, “verlässlich” und ein “wichtige[r] Beitrag zur Sicherung der Unterrichtsversorgung in den kommenden Jahren”.

Und wer erst in dreißig Jahren pensioniert wird, muss halt noch so lange warten.
(GEW-Gegenstimmen ebenfalls siehe Bildungsklick.)

33 Antworten auf „Arbeitszeitkonto Niedersachsen“

  1. “Für junge Kolleginnen und Kollegen bedeutet dies, dass sie 35 Jahre oder sieben Legislaturperioden auf die Entlastung der 10 Jahre lang unentgeltlich geleisteten Überstunden warten sollen, die ihnen nach geltendem Recht in diesem Jahr zusteht.”

    Dann sollte ich mir wohl noch einmal überlegen, ob ich ab Mai zu diesen jungen Kolleginnen und Kollegen gehören möchte.

  2. Und wenn sie in vorzeitigen Ruhestand gehen, sagen wir mal wegen Überlastung, dann haben sie einfach Pech gehabt und die Stunden verpuffen?

  3. Wir bekommen sie gerade zurück, die sogenannten Ansparstunden.
    Damals habe ich es nicht geglaubt und über die Schuleitung anfragen lassen, obd ie Rückgabe denn nur im Erlebnisfalle gelte?
    Die Antwort kam prompt: man würde den Erben die Stunden ausbezahlen.
    War ich froh!

  4. Ich denke, dass die Wähler der “Christlichen“und “Demokratischen” Union sich einmal vor Augen halten sollten, gegen wie viele der zehn Gebote hier in einem Zuge verstoßen wird. Hochgerechnet sind einem Lehrer durch die Geleisteten Überstunden in zehn Jahren im Schnitt Einkommensverluste von weit mehr als 30.000 Euro entstanden, die der Dienstherr laut Vereinbarung zeitnah zumindest in Freizeit auszugleichen hat!!!
    Meinetwegen können sie das Geld auch auszahlen, aber bitte steuerfrei.
    Stattdessen wird lieber über weitere Verpflichtungen für Lehrer sinniert. Ein Teil der Kollegen wird nach dem geplanten Verfahren den Ausgleich sowiso gar nicht mehr erleben.
    Es geht ja im Übrigen um mehr als die zwei Wochenstunden Unterricht. Der Vor- und Nachbereitungsaufwand hat ja in aller Regel mindestens den selben Umfang, teilweise deutlich mehr. Die Zeit, die dadurch jetzt für die Familie verloren geht könnte gar nicht durch ein etwas früheres Ausscheiden aus dem Dienst ausgeglichen werden. Abgesehen davon, dass inzwischen sowieso keiner mehr an die Versprechungen aus Hannover glaubt.
    Interessanterweise zeigen neuere Untersuchungen, dass das Ansehen des Berufsstandes Lehrer inzwischen wieder auf einem Spitzenplatz steht, während Politiker das Schlusslicht bilden. Woran das wohl liegen mag?????????

  5. Ja? Unser Ruf ist besser geworden?
    Das ist ja Balsam auf meine wunden Korrekturfinger.
    Können Sie mir die Quelle nennen?

  6. Das sieht aber gar nicht so gut aus… 2008 (und 2001 auch) wurde aus Gründen, die ich nicht ganz verstehe, zwischen “Grundschullehrer” und “Studienrat” unterschieden – und im Vergleich zu 2001 sind “Studienräte” zwar tatsächlich von 12% auf 14% Anerkennung gewachsen, aber das ist immer noch ziemlich mickrig.

    Ich gebe bei der Steuererklärung und sonstwo als Beruf schon immer “Lehrer” an, aber ich weiß, dass “Studientrat” weit verbreitet ist.

  7. Warum Studienräte nicht auf dieselben Beliebtheitswerte kommen, wie Grundschullehrer ist doch leicht erklärt.
    Sie werden nicht so stark von Lehrplänen, Vorgaben und Zeitdruck gegängelt und haben viel mehr Möglichkeiten pädagogisch mit den Kindern zu arbeiten, ihnen eine angenehme Lernatmosphäre zu schaffen etc.
    Studienräte sind extrem hohen Erwartungshaltungen von allen Seiten ausgesetzt, die sie natürlich unmöglich alle erfüllen können. Während Grundschullehrer in aller Regel sehr wohlwollende und meist viel zu gute Leistungsbeurteilungen verteilen dürfen, sieht sich der Gymnasiallehrer gezwungen, leistungsgerecht und trennscharf zu bewerten.
    Mich als Haupt- und Realschullehrer hätte auch noch interessiert, wie Lehrer der anderen Schulformen im Vergleich abschneiden.
    Ich würde auch den Titel “Studienrat” als Berufsbezeichnung eher vermeiden. Klingt irgendwie stocksteif.

  8. Und außerdem erinnern sich die meisten Leute nicht mehr so deutlich an ihre Grundschullehrer wie an die Studienräte, die ihnen nachhaltige Traumata beigefügt haben (fügt man ein Trauma bei?) – bzw sie waren damals in dem Alter, in dem man Lehrer verehrt.

  9. @gerd
    @ sabine
    Könnte auch daran liegen, dass wir Grundschullehrer eine-moderne- methodisch-didaktische Richtung vorgeben, der die Studienräte nicht bereit sind, zu folgen, bzw. die diese gar nicht kennen!!

  10. Das Problem ist nach meinem Eindruck auch, dass die Gymnasiallehrerausbildung traditionell eigentlich nur in zweiter oder dritter Linie eine Lehrerausbildung war. An meiner Uni war sie vom Studienplan her inhaltlich ein Magisterstudium mit Pädagogik als Nachweisfach.

    Die Lehrpläne sind zudem vollkommen überfrachtet und wurden zudem in den letzten Jahren noch bei gleichem Inhalt um ein Jahr komprimiert. Die Klassenstärken liegen deutlich über dem Schnitt anderer Schulformen. Das kann gar nicht funktionieren!

    Wo kann da noch Platz sein für methodisch- didaktische Innovation? Das sind “Reformen”, dievöllig am Menschen (Schüler) vorbei gedacht sind. Nach dem Motto: Je mehr in den Trichter hineingeschüttet wird, desto besser das Ergebnis. Die breite Masse wird dabei übersehen und nur auf die Elite geschielt, während wir in der Gesellschaft und der Wirtschaft einen Riesenbedarf an ganz normalen Akademikern haben, nicht an Lernmaschinen.

    Das Problem sind, glaube ich, weniger die Studienräte selbst, als die Schulpolitik, die unter dem Druck völlig falscher Interpretationen der PISA erhebungen immer weiter in die falsche Richtung driftet.

  11. @johannes

    was ist denn jetzt los? jetzt hauen die grundschullehrer schon mit den gleichen blöden allgemeinplätzen auf die kollegen ein, die sonst nur die leute verwenden, die “sich super auskennen”, weil sie schon mal einen lehrer aus der ferne gesehen haben.
    diese albernen dummen verallgemeinerungen gehen mir sowas von auf die nerven!

    und nur so als nachsatz: die “moderne- methodisch-didaktische Richtung” stell ich jedes jahr im september im englischunterricht fest, wenn bei 30 fünftklässlern die unterschiedlichen vorkenntnisse zwischen ganzen sätzen und drei liedern und den grundfarben schwanken. letzteres überwiegt. was aber kein vorwurf sein soll…

  12. Die Arbeitsatmosphäre und Methodenvielfalt, die ich zumindest von manchen Grundschullehrern kenne, sehe ich am Gymnasium tatsächlich nicht. Aber wie Gerd schreibt, liegt das an äußeren Umständen. Ich hätte auch gerne Schere und Papier und Klebstoff im Klassenzimmer oder sonstiges Material, um nur ein konkretes Beispiel zu nennen. Geht aber nicht bei wandernden Lehrern und 45 Minuten.

    So oder so, als Erklärung für die laut Umfrage höhere Wertschätzung der Grundschullehrer taugt das meiner Ansicht nach ohnehin nicht. Das liegt eher am tatsächlichen oder vermeintlichen Standesdünkel, der sich in der Bezeichnung “Studienrat” äußert. Vielleicht auch daran, dass man das tatsächlich vorhandene Fachwissen nicht schätzt – die Grundrechenarten und Rechtschreibung der Grundschule sehen alle als wichtig an, aber was man am Gymnasium lernt, halten manche für überflüssig, fürchte ich.

  13. Liebe/r Sully, ich kann als RS Lehrer deinen Ärger wohl verstehen.
    Die GS Lehrer sind völlig überfordert, nach vier Jahren klare und zutreffende Empfehlungen zur Schullaufbahn zu geben. Durch den freigegebenen Elternwillen wird die Lage ja noch verschärft. Ich bin gegen das gegliederte Schulsystem, aber wenn es überhaupt funktionieren soll, muss es auch bindende Gutachten geben, die auf standardisierten Verfahren beruhen.
    Grundsätzlich war die Abschaffung der OS in Niedersachsen der falsche Weg. Lieber hätte man diese den GS zuordnen sollen. Kann man von Struck bis Hurrelmann überall in der pädagogischen und psychologischen Grundlagenliteratur nachlesen.
    Kein erfolgreiches PISA Land leistet sich noch den Unsinn eines dreigegliederten Schulsystems! Welche Eltern schicken ihre Kinder denn heute noch auf Hauptschulen, wenn die Presse voll ist von Rütli, Gewalt und anderen Horrormeldungen.
    Ich habe die OS (mit all ihren Problemen) erlebt und ich unterrichte heute wie früher Hauptschul- und Realschulklassen. Ich kann nur sagen, dass die Politik die Probleme eindeutig in die Hauptschule verlagert hat, bzw. diese dort am schärfsten geballt sind, viel stärker als vor Beginn der Regierung Wulff/Busemann. Es gibt dort kaum noch Schüler in Klasse 5–9, die mit ihren guten Leistungen schwächeren als Vorbilder dienen könnten. Sobald es halbwegs aussichtsreich erscheint gehen die mittelmäßigen Schüler auf Wunsch der Eltern zur Realschule. Man hätte die OS reformieren müssen statt sie abzuschaffen.
    Die Gymnasien leben jetzt damit, dass alles was halbwegs lesen und schreiben kann, dorthin geschickt wird, aus Sorge, die Kinder gerieten in ein Milieu aus Drogen, Kriminalität und Verwahrlosung.
    Meine Tochter muss in einer Klasse mit weit über 30 Kindern und durch gleichzeitige Oberstufen- und Abi-Verpflichtungen oft fehlenden und nicht ausreichend auf jüngere Jahrgänge vorbereiteten Kollegen lernen. Ich beneide euch wirklich nicht darum.

  14. @ Herr Rau

    Ich glaube, du hast es richtig umschrieben.
    Was das Fachwissen angeht, so weiß ich aus meiner Erfahrung als Berufskunde/Arbeit/Wirtschaft Lehrer, dass Schlüsselkompetenzen für die Wirtschaft wesentlich höhere Gewichtung haben als Fachwissen (das im übrigen schnell veraltet).
    Durch vollgestopfte Lehrpläne und Kerncurricula sowie völlig unrealistische Anforderungen an die Zahl zu schreibender schriftlicher Leistungsberwertungen wird die Lage noch verschärft.
    Als Englischlehrer verwende ich viel zu viel Zeit auf das Einschleifen einer grammatical correctness, die oftmals jeder understandability und communicativeness zuwiderläuft. Will heißen: Die Schüler häufen völlg wertlose Wissen an, könne aber in einem situativen und kommunikativen Kontext weder schriftlich noch mündlich adäquat kommunizieren.
    Dasselbe gilt idiotischerweise sogar für HAUPTSCHULEN! Past Perfect in der indirekten Rede in Klasse 8 HS (kein Witz), da geht mir das Messer in der Hose auf!

  15. Für mich ist diese Umfrag ein statistisches Getrickse.
    Keiner der anderen Berufe ist aufgetrennt zum Beispiel in Hausarzt und Gynäkologe, nur die Lehrer.
    Wenn man dann die Werte von Grundschullehrer und den ominösen Studienräten zusammenzählt, sind wir direkt oben auf der Liste.

  16. @croco

    Interessanter Gedanke. Habe eben folgende Anfrage an das Institut Allensbach gestellt:

    Mit Interesse habe ich Ihre Studie über das Ansehen bestimmter Berufsgruppen zur Kenntnis genommen.
    Mir ist, wie einigen Bekannten auch, unklar, warum zum Thema Lehrer nur zwischen “Studienrat” und “Grundschullehrer” differenziert wird.
    Bitte klären Sie mich darüber auf, ob es auch Zahlen über Haptschul‑, Realschul‑, Sonderschul‑, Gesamtschul‑, Berufsschullehrer etc. gibt.
    “Studienrat” ist eine unklare Berufsbezeichnung, dioe eigentlich nur die Gehaltsstufe A13 kennzeichnet, aber an völlig verschiedenen Schulformen (z.B. Gymnasien, Berufsschulen) zu finden ist. Da die Bezeichnung dem alten preußischen Beamtenrecht entstammt, und dies bei einigen Befragten Vorurteile über Standesdünkel wachrufen dürfte, dürfte es wesentlich aussagekräftiger sein, wenn nach dem Ansehen von Gymnasiallehrern /innen gefragt würde.
    Falls Sie weitere Zahlen über die nicht erfassten Lehrergruppen parat haben, würde ich mich freuen, wenn Sie mir diese zusenden könnten.
    Ansonsten rege ich an, diese in künftigen Erhebungen mit zu berücksichtigen.”

    Ich werde eine etwaige Antwort hier posten.

  17. Hallo,

    hier ein Link zu einem neueren Artikel, den mir der Autor der Eerhebung, Herr Dr. Piel, freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, und der einige unserer Fragen beantwortet.. Es konnten aus methodischen Gründen nicht alle Lehrämter berücksichtigt werden.

    Interessant ist, dass der Studienrat an Belibtheit verloren zu haben scheint, der Hochschulprofessor mit seinen bekanntermaßen eher weniger aiusgeprägten didaktischen Kompetenz aber sogar zulegen konnte.

    http://www.buchmarkt.de/index.php?mod=subpage&page=31342

    Wesentliche Zitate mit Bezug auf Lehrer sind:

    “Eine deutlich positive Veränderung gab es im Blick auf den Grundschullehrer. Anfang der 90er Jahre zählten ihn nur rund 20 Prozent zu den fünf auf der Liste genannten Prestigeberufen. Inzwischen tun dies 33 Prozent. Das dürfte wohl damit zu tun haben, dass viele Menschen seit PISA erkannt haben, dass für Lernfähigkeit und Bildung schon sehr früh die Weichen gestellt werden, dass die Grundschullehrer dort, wo es das Elternhaus nicht leistet, wichtige Weichensteller sind.”

    “Was das Stichwort “Lehrer-Hasser” angeht, so wird in dem entsprechenden Buch ein Unterschied gemacht zwischen “Grundschullehrern” und anderen Lehrern. Den sehen wir auch in der Einstellung der Bevölkerung. Das Image des Grundschullehrers hat sich – wie schon gesagt – in den letzten Jahren großartig entwickelt, das Image des Studienrates war Mitte der 60er Jahre sehr viel besser (28 Prozent) als es seit den 90er Jahren bis heute (14 Prozent) ist. Das Image des Hochschulprofessors hat sich im Vergleich zur letzten Umfrage von 2003 um vier Prozentpunkte verbessert. 34 Prozent der Bevölkerung haben vor diesem Berufsstand zur Zeit besondere Hochachtung.”

    Würde mich über weitere Kommentare von euch freuen.

    Gruß, Gerd

  18. Übrigens muss man mit den Werten ein wenig aufpassen. Aufgrund der Fragestellung, die nach einer Auswahl von besonders positiv empfundenen Berufen fragt, kann man aus den hinteren Listenplätzen nicht unbedingt auf besondere Missachtung schließen. Die Tatsache, dass jemand einen Beruf nicht als besonders bemerkenswert betrachtet kann ja an einer ganzen Bandbreite von Motiven liegen: von “Diese absoluten Vollnieten disse ich jetzt aber ganz gewaltig!” bis hin zu “Och, die machen schon eigentlich einen ganz guten Job, aber achtungswürdiger finde ich doch andere Berufe.”

    Die Liste ist also eine Positivauswahl und das sieht man ganz gut an den Buchhändlern, die ja nun wirklich kein öffentlicher Buhmann sind.

    Insofern hängt das “Lobemuster” sicherlich auch mit der öffentlichen Medienwirkung zusammen. Gerade die Grundschullehrer waren in letzter Zeit genau im Zentrum der öffentlichen Aufmerksam, genauso, wie die Hochschullehrer, seit die öffentliche Wahrnehmung das “Kapital Bildung” wahrzunehmen beginnt.

    Der Gesamtaussagewert der Liste. Mhmja…

    Nele

  19. Danke fürs Nachfragen und Recherchieren, Gerd. Ja, als Langzeitstudie ist mit klar, dass sie immer nach “Studienrat” fragen müssen, und dass es interessant sein kann, wie sich dessen Werte verändern. Über die Gründe sagt die Statistik nichts – vielleicht wussten 1966 auch einfach mehr Leute als heute, was ein Studienrat ist. (Ich dachte, das sei ein möglicherweise
    wirklich Vorurteile über Standesdünkel wachrufender, aber kein weithin bekannter Begriff. Der Prozentsatz an Studienräten an meiner Schule liegt übrigens bei etwa 40 Prozent.)

    Ich frage mich allerdings, warum in der oben verlinkten Umfrage von 2005 tatsächlich nur die Bezeichnung “Lehrer” auftaucht.

  20. Ich frage mich allerdings, woran erkennt ein repräsentativ befragter Normalbürger denn einen Studienrat?
    An unserer Schule unterrichteten zur Zeit als es noch die Orientierungsstufe gab, auch ein paar Studienrätinnen und ‑assessoren, aber weder Schüler noch alle Kollegen konnten sie von Realschullehrern und Grund- und Hauptschullehrern unterscheiden, nicht mal die Studienrätin mit Doktortitel (den hatte sie allerdings auch nicht auf ihr Türschild gemalt).
    Die haben genau den selben Job gemacht wie wir alle.

  21. Gott sei Dank betrifft mich das alles nicht, bin ja Oberstudienrätin ;-)

    Wer gibt eigentlich solche Umfragen in Auftrag?
    Oder macht Allensbach das unbezahlt?
    Was ich eher nicht glaube, weil “Zucker ist gesund”-Umfragen immer von Firmen wie Süßzucker bezahlt werden.

  22. Hallo croco,

    Meinungsforschungsinstitute wie das IfD Allensbach machen ihre Erhebungen laut Satzung auftragsungebunden.

    Siehe dazu auch http://www.stiftung-demoskopie.de/

    Bezahlt werden sie aus Stiftungsmitteln.
    Ich finde, man sollte sich ruhig mit solchen Ergebnissen und möglichen Gründen auseinandersetzen, auch wenn sie einem nicht gefallen. Sonst endet man wie Friedbert Pflüger, der in Berlin jede Niederlage als Sieg verkauft Siehe http://blog.zdf.de/toll/

    Viele Grüße,
    Gerd

  23. @sully 77
    Leider habe nicht alle folgenden Eintragungen nach mir lesen können.
    Zu deinen Äußerungen:
    Ich bin derzeit ‑ob du‘s glaubst oder nicht- gleichzeitig Fachlehrer eines Deutschkurses in einer Realschulklasse 9 und Englischlehrer in einer Hauptschulklasse 5 und 8. Hauptsächlich unterrichte ich aber ‑als Klassenlehrer!- eine 4. Grundschulklasse( EN, SU, D)
    Ich habe ‑ausser in der BBS- bis jetzt in jeder Schulform mindestens 2 Jahre unterrichtet und bleibe bei meiner Behauptung, dass…
    … die Grundschullehrer die meiste pädagogische UND fachliche Arbeit leisten
    … Die Förderschullehrer die meiste pädagogische Arbeit leisten
    … die Hauptschullehrer und ‑z. T. die Realschullehrer- hauptsächlich pädagogische Arbeit leisten
    … die Gymnasiallehrer ‑und z.T. die Realschullehrer- sich auf die fachliche Arbeit beschränken.

    Zur letzten Gruppe zähle ich dich anhand deines Beitrages! Ich bin mir ziemlich sicher, dass du – als übernehmender 5. Klasse-lehrer- die Curricula der Grundschule NICHT kennst (Könnt ich dir ‑anhand deines Eintrages ‑auch beweisen, wenn du willst!)

    Ich habe nicht viel Sympathien mit Lehrern, die sich über das niedrige/unterschiedliche Niveau ihrer Schüler beschweren, ohne mal erkennen zu lassen, ob sie Ideen für den Ausgleich dieses unterschiedlichen Niveau erkennen lassen.

    Ich erhebe den Anspruch, dass meine Meinung ‑als gleichzeitiger Haupt- Grund- und Realschullehrer-nicht als plakativ abgewertet wird.
    Vielleicht hat sully77 ja ihre/seine Meinung nur aus einer und nicht aus 3 Perspektiven gepostet???!

  24. Hallo Johannes, hallo Kollegen, hallo Kolleginnen!

    Ich war am Donnerstag in unserer Landeshauptstadt Hannover auf einer Großdemonstration gegen die Politik der CDU-geführten Verarschungspolitik (excuse my French) mit den Arbeitszeitkonten.

    Positiv fiel auf, dass erstmals alle Lehrer (ich meine auch die Frauen) aller Schulformen, von GS über Förder‑, Sonder‑, Gymnasien, Hauptschulen, Realschulen und BBS zusammen aufgetreten sind um GEMEINSAM als KOLLEGEN den die eigentlichen Gegenspielern entgegenzutreten.

    11.000 Kollegen vor dem Niedersächsischen Landtag, vereint in einem Ziel. Das schafft Power. Ich bin da weggegangen mit dem Gefühl der Sicherheit, dass so eine Verarsche nicht noch einmal passiert und sich jede Kultusministerin oder Kultusminister verdammt warm anziehen muss, um uns mit weiteren Einschränkungen und Belastungen zu malträtieren.

    Ich bin überzeugt, dass so gut wie JEDER und JEDE, da wo wir arbeiten, einen tollen Job macht. Das kann uns keine Schulinspektion ausreden. Wir haben Macht, wenn wir geschlossen auftreten und notfalls NEIN sagen!!!

    Johannes hat insofern recht, dass die Kollegen an Gymnasien von der eigentlichen pädagogischen Erziehungsarbeit viel weiter entfernt sind als die Grundschullehrer und Hauptschullehrer, da einfach der Anteil an Wissensvermittlung naturgemäß größer und die persönlichen Probleme geringer sind. Das in Frage zu stellen, wäre ja auch unsinnig.

    Mein persönlicher Wunsch wäre es, die Grenzen zwischen den Schulformen aufzuweichen und weitestgehend ganz abzuschaffen. Wir leisten uns ein weltweit einzigartiges, vollkommen veraltetes Schulsystem und eine unerträgliche Kleinstaaterei im Bildungswesen, den wir Pluralismus und Föderalismus nennen, was in dem Bereich aber längst überholt ist.

    Überlegt nur, welche gesellschaftliche Position wir haben, wenn wir zusammenstehen. Unsere Ministerin ist ja schon am Tag vor der angekündigten Demonstration, als noch mit 5–6000 Kollegen zu rechnen war, eingeknickt und hat ein viel besseres Angebot unterbreitet. Davon haben wir uns nicht täuschen lassen und sind mit der doppelten Anzahl angereist und haben ein tolles Festival gefeiert, mit Livemusik, Verpflegung etc.

    Kein Regierender kann sich über seine Bediensteten mehr hinwegsetzen. Von GEW über VBE, Philologenverband, nicht organisierte Lehrer: Wir haben Präsenz gezeigt und zusammengehalten und viel erreicht.

    In diesem Sinne wünsche ich euch allen frohe Pfingsten.
    Ich werde heute noch ein paar Fotos von der Demo auf meine Internetseite http://www.vattiweb.de stellen.

    Gruß, Gerd

  25. Danke für die Fotos, Gerd, und die Erinnerung, dass zusammenarbeitende Lehrer etwas bewirken könnten. Wir könnten viel mehr machen, zu verlieren haben wir auch nicht viel – aber Revolutionäre sind wir leider wirklich nicht.

  26. @Johannes: Ich kann deinen Unmut über manchen Kollegen am Gymnasium tatsächlich verstehen. Besonders einige ältere Kollegen an meinem Gymnasium leben methodisch doch noch in einer etwas anderen Zeit.

    Allerdings muss ich (ich kenne die Verhältnisse an dem Gymnasium, an dem du unterrichtest bzw. unterrichtet hast ja nicht) doch einiges anmerken:

    Ich unterrichte im Moment eine 5. Klasse in Englisch. Diese Klasse hat 34 (!) Schüler! Das ließe sich ja irgendwie noch hinkriegen, auch wenn die Klasse natürlich viel zu groß ist.

    Das Hauptproblem ist jetzt allerdings folgendes (Gerd hatte es ja auch schon angedeutet). Unter diesen 34 Schülern sind die Leistungsunterschiede derart groß, dass die Erfüllung des Lehrplans (wozu ich nach LDO ja verpflichtet bin) und eine Förderung aller Schüler quasi unmöglich ist! Einige der Schüler haben schon Probleme deutsche Texte flüssig zu lesen, geschweige denn die bislang noch sehr einfachen englischen Texte. Andere Schüler hingegen langweilen sich, weil es ihnen nicht schnell genug geht. (Inwieweit hier der offensichtlich nach jeweiliger Grundschule etwas unterschiedlich ausgefüllte Englischunterricht eine Rolle spielt, vermag ich nicht zu beurteilen.)

    Da denkt sich dann der engagierte (so schätze ich mich tatsächlich ein) Lehrer, was nun? Also, immer wieder Gruppenarbeit einfallen lassen mit unterschiedlichem Anspruchsniveau, stärkere Schüler als Hilfe für die schwächeren Schüler einsetzen, stärkere Schüler Merkplakate entwerfen/basteln lassen, während ich mich etwas die schwächeren kümmere etc., hatte mir noch einiges andere einfallen lassen. Ist alles schön und gut.

    In der Praxis sieht das dann aber so aus: Die soziale (In-)Kompetenz der Schüler ist teilweise derart groß, dass sie gar nicht willens sind, von stärkeren Schülern etwas anzunehmen bzw. stärkere Schüler gar nicht willens sind, den schwächeren etwas beizubringen/zu helfen. Sowas endet dann leicht bei 34 Leuten in Unruhe bzw. Frust bei den Schülern.

    ___
    (Nur so als Anmerkung: Nach dieser 5. Klasse mit Basteln etc. (Scheren, Plakate etc. unter den Arm geklemmt) laufe ich dann schleunigst 400m an das andere Ende des Schulgebäudes, wo ich einen Grundkurs 13 Englisch mit 29 (!) Schülern auf das Abitur vorbereiten soll. Aber die beiden Stunden sind ja schon zwei meiner acht Stunden an diesem Tag… upss… jetzt habe ich tatsächlich gejammert.)
    ___

    Ich kann hier einfach nicht umhin, auch eine Verantwortung bei den Eltern zu sehen, da es mir doch so scheint, dass elementarste, eigentlich selbstverständliche Umgangsformen bzw. soziales Verhalten nicht auch noch im Englischunterricht der 5. Klasse Gymnasium eingeführt werden müssen. Punktuell sicher, ist auch gar kein Problem. Aber wie soll ich den Lehrplan erfüllen (was ja immer noch mein Auftrag ist), wenn ich die Hälfte der Zeit auf die Erziehung zu Grundsätzlichem verwenden muss. Ist unter den gegebenen Umständen eigentlich unmöglich. Da muss organisatorisch bzw. vom Anspruch her einfach was geschehen. Unter o. g. Umständen kann ich zumindest nachvollziehen, warum einige Kollegen einfach nur noch ihren Stoff durchziehen, wobei ich das damit nicht gutheißen möchte.

    Meines Erachtens muss sowohl Eltern als auch Lehrern aller Schularten klargemacht werden, dass es nur durch eine bessere Zusammenarbeit miteinander geht. Für viele Eltern ist die Bildung ihrer Kinder mittlerweile äußerst wichtig geworden und sie setzen oft auch nicht unbeträchtliche finanzielle Mittel zur Förderung ihrer Kinder ein. Allerdings gibt es immer mehr Probleme beim Umgang der Schüler miteinander. Woran liegt das? Wird zuhause zwar Geld aber keine Zeit für die Kinder verwendet? Versagen die Erzieher im Kindergarten? Die Grundschullehrer? Die Lehrer am Gymnasium? Wird grundsätzlich zu viel Zeit für Vermittlung von Fachwissen (auch wenn dies größtenteils durch den Lehrplan vorgegeben ist) in der Schule verwendet? Oder hat so mancher Lehrer einfach zu wenig Zeit für den Einzelnen, weil die Klassen so groß sind? Muss hier die Politik reagieren?
    All diese Fragen lassen sich doch nur beantworten, wenn alle Beteiligten einmal kritisch, auch über ihren eigenen Beitrag, reflektieren. Ich bin gerne bereit, jeglichen Verbesserungsvorschlag, der sich auf meine Arbeit bezieht, aufzunehmen. Ob das unter den gegebenen Bedingungen allerdings auch mit der Umsetzung klappt, daran habe ich zumindest inzwischen doch ernsthafte Zweifel.

  27. Hallo Manfred!

    Deine Bestandsaufnahme ist scharf und aufschlussreich. “Herr Rau” hat ja auch schon beklagt, dass wir ruhig etwas “revolutionärer” denken und handeln könnten, was weniger politisch gemeint ist als eher reformerisch, zunächst auf unseren Job, in zweiter Linie aber auch auf die Gesellschaft bezogen. Liebe BND-Spitzel, ich bin weit davon entfernt, zum Umsturz aufzurufen, also gemach.

    Wir leben mittlerweile in einer Gesellschaft, in der Ellenbogen über immer mehr entscheidet. Jeder versucht sich auf Kosten Anderer zu profilieren. Wer kann, versucht den sozialen Abstieg zu vermeiden. Sozialer Aufstieg ist so gut wie ausgeschlossen (siehe die Ergebnisse von PISA). Daher auch die zunehmende soziale Inkompetenz. Sie erleben den täglichen Kampf bei den Eltern, also versuchen sie sich in der Schule eben auch auf Kosten Anderer durchzubeißen. Im Leben heißt das “Erfolg” , in der Schule “mangelhaftes Sozialverhalten”.

    Die Schüler am unteren Ende der Skala realisiern zunehmend, dass für sie kaum mehr als die Aussicht auf soziale Grundsicherung besteht. Vielleicht ist das etwas überspitzt, aber in der Tendenz sicher so.

    In der Gesellschaft ist der Erhalt des Arbeitsplatzes die Überlebensfrage geworden. Die Schere zwischen reich/gebildet und arm/ungebildet öffnet sich. Als erfolgreich gilt der Dieter Bohlen-Typ Selfmade-Mann, der mit dem Porsche Cayenne Schneisen durch den Großstadtdschungel fräst.

    Was müssen unsere Konsequenz als Pädaggen aus dem Gesagten sein?

    Wir dürfen das Elite-Denken der neoliberalen Politikrichtung nicht kritiklos hinnehmen, denn es produziert einige wenige Gewinner, ein mageres Mittelfeld und viele Verlierer.

    Der gesellschaftliche Zusammenhalt schwindet in dem Maße, in dem wir durch ein rigides Schulsystem gesellschaftliche Schichten voneinander trennen, statt ihnen die Möglichkeit zu geben, miteinander und voneinander zu lernen und zu profitieren.

    Wir brauchen kleinere Lerngruppen in den Schulen, denn in Systemen mit Klassenstärken von über 30 kann keiner mehr optimal gefördert bzw. gefordert werden.

    Ich erlebe täglich das Selbstverständnis von Schülern, in deren Bewusstsein in Kategorien von Haupt-/Real-schule und Gymnasium gedacht wird, womit vielfach ein mehr oder minder ausgeprägtes Selbstbewusstsein einhergeht.

    Welche Folgen ein weniger ausgeprägtes Selbstwertgefühl haben kann, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.

    Ich bin es Leid, wenn immer wieder von politischer Seite gefordert wird, die Spielregeln des freien Marktes und der freien Wirtschaft auf Schule zu übertragen. Und ich mag es nicht, dass so viel mehr von Eliteförderung gesprochen wird als von der Förderung der schwächeren Schüler.

    Ich bin froh, dass in Hannover alle Lehrer in einem Ziel zusammengestanden sind, und ich wüschte mir, dass auch in grundsätzlichen Belangen unsere Expertise als Fachleute für Bildung und Erziehung gesehen wird. Auch das Lagerdenken zwischen “Sudienräten” und anderen Pädagogen gehört auf den Müllhafen der Geschichte.

    Wenn wir daran nichts zu ändern versuchen, degradieren wir uns zu willenlosen Befehlsempfängern, die sich auch noch durch so fragwürdige Kontrollinstrumente wie Schul-TÜV gängeln lassen müssen.

  28. Es bleibt zu fragen, was wir als Lehrerinnen und Lehrer konkret unternehmen können, ohne dabei auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler zu tanzen.

    Da liegt in meinen Augen ein wesentlicher Hemmschuh für den revolutionären Geist. Ein anderer ist m.E. das Berufsbeamtentum – ein großes Privileg, aber eine ebenso große Kette, die wir aber alle auch irgendwie liebhaben – gerade diejenigen mit Familie. Ich sehe zumindest selten bis gar nicht Lehrerinnen und Lehrer im Fernsehen auf die Kacke hauen – das trauen sich nur vereinzelt Schulleiterinnen und Schulleiter, die mit dem Rücken zur Wand stehen.

    Die Zeit läuft gegen das Bildungssystem. Es ist absehbar, dass sich die Probleme in der Unterrichtsversorgung in naturwissenschaftlichen und einigen anderen Fächern massiv verschärfen werden. Der Tag kommt (und soll teilweise auch schon da sein), an dem eine selbstständige Schule einstellen muss, was kommt und mangels Bewerberzahl gerade auf dem Land nicht mehr auswählen oder gar die Stelle selbst besetzen kann.
    Das ist ja gerade auch ein Grund, den die Bildungsministerin des Landes Niedersachsen für ihren weitgehend zurückgenommenen Beschluss ins Feld geführt hat (obwohl die Kinder, die es heute betrifft, zur Zeit des Einführung des Arbeitszeitkontos, alle schon geboren waren). Schon damals hat also die Mathedidaktik kläglich versagt.

    Mir tut es in der Seele weh, die für mich wertvollen Bestandteile heutiger Grundschulkdidaktik und ‑methodik nicht am Gymnasium fortführen zu können. Leider scheitert z.B. das Thema Gruppenarbeit bereits an der Tatsache, dass ich in einem Raum unterrichte, der für 25 SuS konzipiert ist, aber mittlerweile von 32–34 SuS genutzt wird – ich bin froh, wenn sie alle sitzen und beim Austrecken des Armes keinen Mitschüler oder eine Wand streifen. Zur Tafel gehen können sollen sie ja auch noch… Von Oberstufenkursen mir 28 Personen (Deutsch, erhöhtes Niveau), rede ich schonmal gar nicht.

    Mit Geld alleine ist es nicht getan. Was uns fehlt ist Nachhaltigkeit: In der Didaktik, in der Methodik, und der Lehrerfortbildung (Gibt es sowas in guter Qualität?), in der finanziellen Ausstattung von Schulen, in der Personalplanung. Nachhaltigkeit erfordert Konsens, der in unserer föderalen Struktur utopisch ist – das haben die bei der Reform echt verpennt.
    Das Bildungssystem in Skandinavien beruht auf Nachhaltigkeit und innerer Einstellung. In Dänemark lehnte bereits in den 70er Jahren ein Verteidigungsminister die Aufstockung seines Etats zu Lasten des Bildungsetats ab mit der Aussage: “Aber es sind doch unsere Kinder”. Dort ist beileibe nicht alles Gold, was glänzt, aber Kaffee, eigener Arbeitsplatz und diverse andere Dinge (Präsenzpflicht, weniger Stunden bei weniger Geld – oft nicht berücksichtigt bei Vergleichen) sind dort selbstverständlich.

    Fächer, die sich selbst entdecken, sind prima, aber wenn man der 7. Klasse den Dreisatz nicht beherrscht, ist das in Chemie schon doof. Den Grafikrechner muss man bedienen können, um derartige Aufgaben lösen zu können, aber das können viele nicht, obwohl der notfalls sogar Buchstaben ausspuckt. Gleiches sagen mir die Fremdsprachenlehrer, wenn sie in der 5. Klassen entsetzt feststellen, dass immer noch von Tu- und Wie-Wörtern gesprochen wird, Deutsch entdeckt sich schließlich auch selbst…

    Womit wir bei der Förderung leistungsschwacher SuS wären, die wir durch keine Veränderung der Fachdidaktik allein zu besseren Leistungen verhelfen werden – sondern allein durch: Nachhaltigkeit – auch in den Elternhäusern.

  29. Soeben hat unser smarter Ministerpräsident CHRISTian Wulff angekündigt, dass die in Aussicht gestellte Barauszahlung der Mehrarbeitsvergütung für die AZ-Konten nun nicht wie versprochen sofort, sondern über einen Zeitraum von VIER Jahren erfolgen soll.

    Wieder ein offenkundig zeitlich wohlkalkulierter Wortbruch, am Tag vor Sommerferienbeginn, somit erst am Folgetag in der Presse! Wollte man damit etwa dem zu erwartenden erneuten deutlichen Widerspruch der Lehrer den Wind nehmen?

    Ich erinnere mich noch genau, wie der CDU- Schulpolitiker Karl-Heinz Klare beim Aktionstag in Hannover auf dem Podium sein Wort gegeben hat, dass jeder und jede, der/die die Mehrarbeit ausgezahlt haben will, den Ausgleich am 1. August in einer Summe auf dem Konto haben wird. Ich bin gespannt, wie lange sich Politiker auf ihren Mandaten halten können, die wiederholt falsche oder ungedeckte Versprechen machen. Welche Bedeutung hat das C heute noch im Namen einer Partei, deren Mandatsträger solche Dinge zu verantworten haben? Warum überlässt man Schulpolitik auch vollkommen fachfremden und überforderten Minister/innen?

    Ob der mehrfachen Falschberechnung des tatsächlichen Stundenbedarfs und der Kosten der Mehrarbeitsvergütung stellt sich die Frage, wie dilettantisch die Regierung in Hannover nur Ihre Arbeit macht. Dilettantismus ist dabei wohl noch die harmloseste Vermutung. Ein Schelm, wer sich den folgenden Reim macht: Erst ein Versprechen kurz vor der Wahl, dann ein Dementi nach der Wahl, danach das Zurückrudern nach der eindrucksvollen Demonstration in Hannover und jetzt der erneute Wortbruch! Wenn schon die Schulen durch einen so genannten TÜV überprüft werden, sollte man an eine solche regelmäßige Untersuchung auch durchaus auch auf andere Bereiche und Ebenen ausweiten.

    Schöne Ferien noch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.