Wandertag an der Uni

Frage: Was ist die Definition für “ein wichtiger Lehrer”?
Antwort: Einer, der am Wandertag nicht eingeteilt ist.
    (Kollege P.)

So weit bin ich noch nicht, deswegen war ich heute unterwegs, und zwar mit dem Leistungskurs Deutsch. Programm: Eine einstündige Einweisung in die Bibliothek an der Ludwig-Maximilian-Universität München, Einführung in das Online-Katalogsystem OPAC, anschließende Ausstellung von Benutzerausweisen für die Schüler, damit die dort für ihre Facharbeit recherchieren können. Die Stadtbibliothek München (Zentralbibliothek: Gasteig) bietet ähnliche Programme an, ebenfalls mit OPAC-Einführung. Die Staatsbibliothek ziert sich zunächst etwas (“Als eine der größten wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland dient die Bayerische Staatsbibliothek vorrangig der Wissenschaft und Forschung und wird von Spezialisten aus aller Welt genutzt. Der Literaturbedarf für Schüler kann in der Regel von anderen Bibliotheken abgedeckt werde.”), bietet dann aber doch Einführungsveranstaltungen für Kollegstufenschüler an. Außerdem gibt es dort E‑Tutorials.

(Für die Stadtbibliothek gibt es übrigens einen kostenlosen Institutionenausweis, den Münchner Schulen kriegen: Diesen Ausweis kann man Lehrern oder Schülern zum Ausleihen mitgeben. Im Antragsformular kann man zwischen den Fabren blau, flieder, grün, orange und pink wählen. Es kommen eigentlich nur orange und pink in Frage, finde ich – wir brauchen ohnehin einen neuen, mit dem man per RFID-Chip ausleihen kann.)

Und weil die Einführung erst um 12 Uhr beginnt, waren wir zuvor in einer Vorlesung. Im Online-Vorlesungsverzeichnis der LMU kann man sich entweder alle Veranstaltungen einer speziellen Fakultät anschauen – auch nicht schlecht, so konnten die Schüler sehen, was es so alles gibt.
Oder man sucht gezielt etwa nur nach Vorlesungen am Dienstag zwischen 10 und 12 Uhr. Beides haben wir gestern im Computerraum gemacht. Das dauert eine ganze Schulstunde; fürs Navigieren brauchen die meisten Leute viel länger, als ich es gewöhnt bin – das gilt aber nicht nur für Schüler.

Die Schüler mussten sich eine Vorlesung zwischen 10 und 12 Uhr heraussuchen und einen Lageplan ausdrucken. Wer nichts fand, wäre von mir in “Lautstruktur des Deutschen” geschickt worden. Allerdings fand jeder eine Alternative, soweit ich das bisher mitgekriegt habe. (Berichte gibt es in der nächsten LK-Stunde, zusammen mit OPAC-Übungen.) Besucht wurden unter anderem: Büchner, Geschichte der Theaterkritik, Geburt-Hochzeit-Tod, BWL, soviel weiß ich schon. Mit unterschiedlichen Erfahrungen.

Da ich akademisch bereits erfahren bin, habe ich während dieser Zeit einen Milchkaffee und einen Bagel genossen.

Wer’s nicht kennt, hier der Haupteingang der LMU, Geschwister-Scholl-Platz, mit in den Boden eingelassenen steinernen Flugblättern als Erinnerung an die Weiße Rose:

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(Das Rauschen draußen ist ein Springbrunnen.)

– Bei uns sind die Wandertage übrigens so organisiert: Der erste Wandertag im Tag ist frei. Da wird, je nach Durchsetzungsvermögen der Schüler und Ortskenntnis der Lehrer, gewandert oder nicht. Wandern macht danach allen immer noch am meisten Spaß, aber das wissen die Schüler vorher nicht.
Der zweite Wandertag ist mit Beschluss der Lehrerschaft umgewandelt worden in Eine Art Wandertag. Das gibt’s als Möglichkeit vom KuMi, man geht dann nicht wandern, sondern treibt Kultur. An unserer Schule jahrgangstufenweise: Für die 5. Klassen ist, sagen wir, Erdkunde zuständig, für die 11. Deutsch, für die 8. Religion und für die 9. Englisch. Die Fachschaften organisieren jeweils themengebundene Ausflüge für die Schüler. (Die Klassen fahren dabei schon getrennt, also nicht im Pulk.) Das gibt Gemurr unter den Lehrern, und manchmal sind diese Exkursionen tatsächlich nicht so gut geplant, dass alle zufrieden sind. Ich halte die Idee, dass es jedes Jahr feste Ziele gibt, allerdings für nicht schlecht.

4 Antworten auf „Wandertag an der Uni“

  1. Meine Schule war weit ab auf dem Land und so haben wir zweimal im Jahr Berge und Seen genossen. Aber das Recherieren in Bibliotheken haben wir trotzdem gelernt und auch Theaterfahrten und Museumsbesuche haben wir gemacht. Wir hatten 13 Schuljahre und konnten mehr Zeit in unsere kulturelle Entwicklung investieren. Die armen Schueler heute muessen all ihre derartigen Erfahrungen an nur zwei armseligen Wandertagen machen.

  2. Geht es um kulturelle Entwicklung oder Berge und Seen, wofür die Schüler nur zwei Tage haben? Wenn die Kürzung auf 12 Jahre tatsächlich viele Nachteile hat, so sind die insgesamt zwei Wandertage weniger keiner davon. Unsere Schüler machen heute viel mehr Exkursionen als zu meiner Schulzeit.

  3. Die Ausfluege zu “Bergen und Seen” finde ich wichtig, denn sie helfen sehr die Klassengemeinschaft zu verbessern und sich naeher kennenzulernen. Es ist gut auch mal etwas anderes miteinander zu machen als Unterricht. Und schliesslich geht es bei der menschlichen Entwicklung nicht nur um Wissen und Kultur – so bedeutend das auch sein mag.

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