Alles über: Den Lehr- und Lernmittelausschuss

Jede Schule kriegt jedes Jahr einen Etat für Lehr- und Lernmittel. (Was da der Unterschied ist, weiß ich nicht. Das eine für die Lehrer, das andere für die Schüler?) Das ist dieser Etat, zu dem vor einiger Zeit die Eltern etwas beisteuern mussten, bis das ganze gekippt wurde. Auch so eine unüberlegte Aktion. Verwaltet und organisiert wird dieser Etat maßgeblich von derjenigen Lehrkraft, die mit der Betreuung der Lehr- und Lernmittelbibliothek betraut ist. (Das ist eine wichtige Aufgabe, aber keine Funktionsstelle. Deswegen macht man das meist nur ein paar Jahre, und sucht sich dann etwas Honoriertes, etwa Mittelstufenbetreuer. Das bleibt man dann mehr doer weniger auf Lebenszeit.)

Ich habe online keine Zahlen für Bayern dazu gefunden, wie groß dieser Etat ist. Für andere Bundesländer habe ich Werte zwischen 30 und 50 Euro pro Schüler und Jahr gefunden; deshalb schätze ich für Bayern in diesen letzten Jahren des Umbruchs vom G9 zum G8 (wo viele neue Bücher für die Schüler angeschafft werden müssen), dass pro Jahr und Schüler größenordnungsmäßig etwa 40 Euro zur Verfügung stehen. Bei einem Gymnasium von 1000 Schülern sind das also etwa 40.000 Euro. Dafür kauft man ein. Nur zugelassene Lernmittel können von diesem Geld gekauft werden. Während eines kleinen Zeitfensters in den Sommerferien kriegt man dafür von den Verlagen auch einen günstigeren Preis; bestellt man zu einem späteren Zeitpunkt (weil man es verschlafen hat, das Buch erst spät zugelassen wurde oder man unerwartet zusätzliche Exemplare braucht), muss man den regulären Preis zahlen – schließlich gilt auch für Schulen die Buchpreisbindung.

Die verantwortliche Lehrkraft koordiniert die verschiedenen Wünsche der einzelnen Fachschaften. Sonst kann es ja vorkommen, dass die einen den halben Etat verbraten. Ohnehin kann man manches aus den unterschiedlichen Ansprüchen der verschiedenen Fachschaften lernen.

2 Antworten auf „Alles über: Den Lehr- und Lernmittelausschuss“

  1. Mit der Begründung „bestellt man zu einem späteren Zeitpunkt […], muss man den regulären Preis zahlen“ werden in der Regel unliebsame Nachbestellwünsche abgewehrt; sie ist aber falsch, denn für Sammelbestellungen von Lernmitteln (sofern diese in öffentlichen Besitz = Schule) übergehen, sieht das Buchpreisbindungsgesetz ganzjährig Staffelrabatte vor, die natürlich bei der großen Jahresbestellung (zu der auch Nachbestellungen innerhalb einer 4-Wochen-Frist zählen) am höchsten ausfallen. Bundesweit. ( http://www.boersenverein.de/de/bayern/Schulbuch/157709 )

    Welche Lernmittel aus dem Lernmitteletat angeschafft werden dürfen, ist vermutlich von Land zu Land verschieden; bei uns in BaWü etwa sind laut Lernmittelverordnung u. a. Oberstufenlehrwerke für bestimmte Fächer zulassungsfrei, Wörterbücher, Lektüren usw. sowieso.

  2. Vielen Dank für die Ergänzung und Richtigstellung – und den für mich spannenden Link. Ich muss mich mal erkundigen, ob die Schulen hier eigene Budgets im Sinne des Gesetzes haben oder nicht, also ob es die Staffelrabatte oder die 12% gibt. Gleich nach den Ferien frage ich unseren Verantwortlichen danach.

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