Alles über: Den Fachbetreuer

Für jedes Fach gibt es am bayerischen Gymnasium einen Fachbetreuer. Bei Fächern mit vielen Lehrern (Englisch, Deutsch, Mathematik) gibt es an größeren Schulen auch zwei davon, quasi einen Junior- und einen Seniorfachbetreuer. Bei kleinen Fachschaften kann auch ein Lehrer die Fachbetreuung in zwei Fächern übernehmen, etwa Geschichte und Sozialkunde oder Wirtschaft und Geographie.

Aufgabenbereich und Verantwortlichkeit des Fachbetreuers nach §23 LDO und ISB-Handreichung „Fachbetreuung“

Die Fachbetreuerin/ der Fachbetreuer unterstützt die Schulleitung in allen das Fach betreffenden Fragen. Dazu gehören folgende Aufgaben:

  • Durchsicht der Schulaufgaben und Kurzarbeiten bzw. in Fächern, in denen keine Schulaufgaben geschrieben werden, die anfallenden Stegreifaufgaben und Kurzarbeiten in einer für die Schulleitung transparenten Form,
  • fachspezifische Beratung bei der Anschaffung von Lehr- und Lernmitteln und der Ausgestaltung von Fachräumen,
  • Information des Fachkollegiums über wesentliche fachliche und didaktisch-methodische Veröffentlichungen, Beratung des Fachkollegiums in fachlicher Hinsicht, Besprechung von didaktischen Fragen des Faches, Organisation von Fachsitzungen,
  • Betreuung der Referendare (an der Einsatzschule) und der nebenberuflichen Lehrkräfte des betreffenden Faches bzw. der Fachgruppe. Die Fachbetreuerin bzw. der Fachbetreuer kann in dieser Aufgabe auf Weisung der Schulleitung durch geeignete Fachkollegen unterstützt werden.
  • Auf Anordnung der Leiterin bzw. des Leiters der Schule Besuch von Unterrichtsstunden, insbesondere im Zusammenhang mit der Dienstlichen Beurteilung von Lehrkräften.

§23 der LDO (Lehrerdienstordnung, zuletzt geändert durch Bekanntmachung vom 31. Januar 2008) lautet:

(1) Soweit Fachbetreuer bestellt sind, unterstützen sie den Schulleiter in fachlichen Fragen, insbesondere bei der Koordinierung des Unterrichts.
(2) 1 Der Fachbetreuer berät die Lehrkräfte in fachlicher Hinsicht, bespricht mit ihnen didaktische Fragen und unterstützt den Schulleiter bei der Überprüfung von Leistungsnachweisen auf Angemessenheit und Benotung. 2 Fachbetreuung darf nicht dazu führen, dass die Lehrkraft in der Freiheit ihrer Unterrichtsgestaltung unnötig eingeengt wird. 3 Die Verantwortung derLehrkraft wird durch die Tätigkeit des Fachbetreuers nicht aufgehoben.
(3) 1 Der Fachbetreuer übt nicht die Tätigkeit eines Vorgesetzten, sondern die eines Beraters aus.
2 Seine Aufgaben schließen keine Aufsichtsbefugnis über die Unterrichtsführung der Lehrkräfte und kein Weisungsrecht ein. 3 Ein Besuch von Unterrichtsstunden durch den Fachbetreuer erfolgt nur auf Anordnung des Schulleiters. 4 Für die Beurteilung der rein fachlichen Leistungen einer Lehrkraft kann der Schulleiter die Ansicht des Fachbetreuers verwerten; die Verantwortung für die Beurteilung trägt der Schulleiter.

Was heißt das in meinen eigenen Worten?

Aufgaben der Fachbetreuer:

  1. Respizienz. In Kernfächern (also Fächern mit Schulaufgaben = angekündigte schriftliche Prüfungen über längeren vorhergehenden Zeitraum, die insgesamt meist 2/3 der Note ausmachen) schaut sich der Fachbetreuer die Schulaufgaben an, nachdem der Fachlehrer sie korrigiert, ausgeteilt, wieder eingesammelt und – das dauert am längsten – sie dem Fachbetreuer weitergeleitet hat. In den anderen Fächern geschieht das auch mit kleinen schriftlichen Leistungserhebungen.

    Die Fachbetreuer schauen sich die Themenstellung und stichprobenartig einige Schüleraufsätze an, ob Lehrplanbezug, Schwierigkeitsgrad, Transparenz der Korrektur passen.

  2. Fachsitzungen. Es müssen mindestens zwei Fachsitzungen pro Schuljahr veranstaltet werden. Da müssen wichtige Sachen verlesen und Entscheidungen gefällt werden.
     
  3. Probeunterricht
     
  4. Betreuung von Referendaren. Das machen oft, aber keinesfalls immer, die Fachbetreuer. Die betreuende Lehrkraft besucht den Unterricht des Referendars und lässt sich von diesem besuchen, gibt Rat und Hilfe, lässt sich die Schulaufgabenentwürfe zeigen und auch die Benotungsvorschläge. Ich bin mir nicht sicher, dass Betreuern und Referendaren immer klar ist, dass letztere in der Regel eigenverantwortlichen Unterricht führen, dass die Vorschläge des Betreuungslehrers wirklich nur Vorschläge sind.
    In der Lehrprobe ist der Betreuungslehrer dabei, darf bei der anschließenden Beratung auch etwas sagen, aber nicht mit über die Note entscheiden. Außerdem unterstützt der betreuende Lehrer die Schulleitung bei der Formulierung des Zweigschulgutachtens für den Referendar.
     
  5. Unterstützung der Schulleitung beim Gestalten. Dazu gehören all die gemischten kleinen Aufgaben, die so anfallen. Geschenklein für scheidende Kollegen. Tag der offenen Tür.
     
  6. Lehr- und Lernmittelausschuss. Dort wird entschieden, welche Bücher für die Schule und die Schüler angeschafft werden.
     
  7. Koordination der Klassenwünsche fürs kommende Schuljahr. Das ist nicht an allen Schulen so. An manchen geben die Lehrer Wünsche ab, welche Klassen sie sich im kommenden Jahr wünschen; an manchen koordinieren die Fachbetreuer diese Wünsche; entschieden wird das letztlich von der Schulleitung.

Nicht zu den Aufgaben gehört die Führung der Kollegen. Man hat keinerlei Weisungsbefugnis; das haben nur die Schulleitung und deren Stellvertretung. Bei der letzten Beurteilungsrunde wollte das Ministerium, dass die Fachbetreuer bei der Bewertung der Kollegen mitwirken. Das haben sich die Fachbetreuer verbeten. Viele wollen keine Führungsaufgaben übernehmen; und keiner will lediglich als Alibi herhalten, um die Schulleitung zu entlasten,

Lohn der Fachbetreuung:

  • Je nach Fach und Gepflogenheit der Schule gibt es keine, eine oder auch zwei Anrechnungsstunden für diese Arbeit. Eine Anrechnungsstunde heißt, dass man eine Stunde weniger Unterricht gibt. Anrechnungsstunden sind die heimliche Währung der Schule; manche sind für diverse Jobs vorgeschrieben, die meisten stammen aber aus einem Topf, über den relativ frei verfügt werden kann. Es gibt nie genug Anrechnungsstunden für die vielen Zusatzaufgaben an der Schule. Die Aufteilung ist gegenüber Änderungen recht stabil: wenn man einem Lehrer eine geben will, der vorher keine hatte, muss man sie erst einem anderen – verdienten, erfahrenen, bewährten, lautstarken – Kollegen wegnehmen.
     
  • Die Wertigkeit der Funktion. Manche Jobs an Schulen (nicht immer die wichtigsten oder anspruchsvollsten) sind sogenannte Funktionsstellen. Das sind Stellen, die beförderungsrelevant sind. Neben guter Führung Beurteilung spielt die Wertigkeit der Funktion eine wichtige Rolle dabei, wie schnell und ob man jemals befördert wird. Und sie beeinflusst natürlich auch indirekt die Beurteilung.

Je niedriger die Wertigkeit der Funktion, desto schneller wird man OStR. Um überhaupt noch StD zu werden, braucht man eine höherwertige Funktionsstelle und viel Geduld. In Abhängigkeit von der Größe der Schule haben Funktionen zum Beispiel folgende Wertigkeit:
Stellvertretung: 1
Fachbetreuung: 2 oder 3, bei kleinen Schulen auch 4 – je nachdem, ob Senior- oder Juniorbetreuer.
Schulbibliothek; Sammlungsleitung: 5

Details stehen im Funktionenkatalog (August 2004), der an alle Schulen verschickt wurde. Ist natürlich nicht online, so etwas. Ausschnitte und Kommentar zu Neuerungen beim Philologenverband – ich blicke da allerdings nicht durch. Hier die Formel zur Wartezeit für die Beförderung von A14 (OStR) nach A15 (StD):

W = 59 + 2,1 x ( 2 x letzte Beurteilung +1 x vorletzte Beurteilung) x (Wertigkeit der derzeitigen Funktion + 3) + 0,4 x funktionslose Zeit + / – 0,2 x die Zeit in der Funktion mit anderer Wertigkeit. (Quelle: bpv)

Ganz unbeliebt ist übrigens die Praxis, Funktionsstellen nur kommissarisch zu besetzen. Dann hat man die Arbeit, aber nicht die beförderungsrelevante Wertigkeit. Denn man muss – das ändert sich aber immer wieder mal – bestimmte Bedingungen erfüllen, um eine solche Stelle übernehmen zu dürfen. Zur Zeit sieht das so aus:
Wenn man zwischen 34 und 58 Monate Dienstzeit auf dem Buckel hat (nach der Lebenszeitverbeamtung, nehme ich an?), braucht man eine Staatsexamensnote nicht schlechter als 2,50; wenn man länger dabei ist, nicht schlechter als 3,00. Wenn man schon OStR ist oder ein Jahr davor steht, dann nicht schlechter als 3,50. In anderen Fällen, wenn man also noch nicht so lang dabei ist, erfolgt die Übertragung komissarisch.

(Wird fortgesetzt.)

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36 Thoughts to “Alles über: Den Fachbetreuer

  1. Dafür, dass man an Schulen nicht wirklich Karriere machen kann, ist die Formel für die Beförderungswartezeit geradezu lächerlich kompliziert. Und natürlich führt sie dazu, dass keineswegs immer die kompetentesten Kollegen mit der entsprechenden Stelle betraut werden.

  2. Gibt es in Bayern eigentlich auch die Tendenz, Funktionsstellen niederwertiger zu besolden? Hier in BaWü schon. Man kann zwar auch nur durch (lange) Wartezeit A14 werden, wie früher durchweg üblich und zu Recht belächelt und verpönt, dazu inzwischen auch durch Bewerbung auf Funktionsstellen. Die neueste Tendenz scheint aber nun zu sein: Frei werdende A15-Stellen werden als A14 ausgeschrieben. Das spart dann richtig Geld.
    Die Schulpolitik kann offensichtlich tatsächlich nicht mehr beim Klassenteiler und den Deputatsstundenzahlen sparen, das käme sogar beim Wahlvolk nicht gut an. Aber die Beförderungsstellen der Lehrer interessieren Eltern/Wähler sicher nicht. Meine Befürchtung: Uns droht das Szenario, was die Polizei seit langem beschäftigt: Die ohnehin geringen Aufstiegsmöglichkeiten werden noch geringer und noch unattraktiver.

  3. Ja, die Formel finde ich auch sehr lustig. Ich fürchte, beim jetzigen System muss man mit solchen Formeln arbeiten, weil sonst jemand gleich Ungleichbehandlung wittert. Wie man an eine Funktionsstelle kommt, interessiert niemand. (Ich war bei uns der einzige, der wollte.)

    Dirk, das gibt es bei uns so nicht. A14 wird man mehr oder weniger automatisch nach neun oder zehn Jahren. Mit Funktionsstelle dürfte es ein bisschen schneller gehen. Eindeutige A15-Stellen als solche gibt es kaum (nur: Mitarbeiter in der Schulleitung), ansonsten kann man mit obiger Formel mit jeder Funktion A15 werden. Früher oder später, möglicherweise so viel später, dass einem die Pensionierung zuvorkommt.

    In Bayern sind erst einmal die Grundschulen aufgestockt worden, da gibt es jetzt mehr Aufstiegsmöglichkeiten als früher. Aber immer noch wenige.

  4. Irgendwann sollte ich mich mit diesen ganzen Laufbahnbestimmungen usw. auch auseinandersetzen. Bis dahin klingt das erstmal alles furchtbar kompliziert…*Kopfschüttel*

  5. A14 wird man in NDS ohne Funktionsstelle gar nicht. Eine Funktionsstelle umfasst mindestens zwei Aufgaben – ohne Stundenentlastung (höchstens aus dem Kollegiumstopf, der von Jahr zu Jahr zusammengestrichen wird), denn man bekommt ja schließlich schon „fett“ A14…

    Das sind sehr oft auch Aufgaben, die in BY und BW A15-besoldet sind (A15er machen hier durchaus 20 Stunden plus LAzKo – wenn noch zu jung).. Frohlocket über euren bisherigen Stellenschlüssel – so lange ihr ihn noch habt. Wenn ihr einen Blick in eure Zukunft wagen wollt, so schaut gen Norden!

    Gruß,

    Maik

  6. Ich gebe zu: Je mehr ich von anderen Bundesländern höre, desto schlechter ist mein Gewissen, wenn ich am hiesigen Kultusministerium herummäkle. Man ist halt doch das gewöhnt, was man kennt. Die Stundenentlastung kommt bei uns in der Regel auch aus dem Kollegiumstopf (Ausnahme: Stellvertretung der Schulleitung). LAzKo heißt bei uns übrigen AZK. Irgendwie machen diese Abkürzungen Spaß. AZK (Arbeitszeitkonto) ist das, was zur UPZ dazukommt (Unterrichtspflichtzeit).

  7. Es geht ja noch besser, wenn man z.B. nach Berlin oder MeckPomm schaut. Dagegen jammere ich schon auf hohem Niveau… Vielleicht sollten wir in NDS einmal eine Abwerbekampagne starten, um unsere Löcher zu stopfen (die sich nach Aussagen des KM nach Abschluss des Doppeljahrganges aber von selbst stopfen).

    Ich finde übrigens so Dinge wie ein schlechtes Gewissen immer relativ. Fairerweise muss man auch sagen, dass wir in NDS am Gymnasium bei voller Stelle 23 1/2 + 2 (UPZ + AZK) arbeiten – recht wenig im Bundesdurchschnitt. In BW sind es 27 regulär! Aber da kommen wir auch noch hin :o)…

  8. Ja, schlimmer kommt es immer.
    In Brandenburg gibt es weder Funktionsstellen, noch die Möglichkeit über das pure Warten in eine A14 zu kommen. Außerdem gibt es kein Urlaubsgeld, kein Weihnachtsgeld, keinen Zuschlag für Kinder wie in SH und zu dem 26 Wochenstunden. (Angaben stimmen vielleicht nicht ganz flächendeckend, ich kenne zumindest niemanden der selbiges bekommt…) Und die Vergütung an sich ist ja auch schon Ländersache- und Brandenburg eben arm… Es braucht sich in unserem Ministerium also niemand zu wundern, wenn kaum junge Lehrer an die Schulen wollen.

    Allerdings wissen viele Kollegen im Osten gar nicht so genau, was in anderen Bundesländern so an der Tagesordnung ist.

    Und die Ferien sind auch kürzer! Oder kennt jemand bei euch eine Vorbereitungswoche (DI, MI; DO von ca. 8-14 Uhr, FR dann eventuelle Nachprüfungen…?

  9. Wir haben Glück… und dürfen unsere Vorbereitungswoche individuell und zu Hause ableisten. :-) Nachprüfungen und Termine gibt es schon, aber dafür müssen hier nur Aufsicht führende Lehrkräfte dabei sein, keinesfalls alle.

  10. Mit anderen Worten: wenn ein StR eine Fachbetreuung kommissarisch übernimmt und die Fachnote schlechter als 3,5 ist, hat er die Arbeit, aber ansonsten in By nix davon. Kann man mit A14 und Note schlechter als 3,5 noch das kommisarisch wegkriegen?

  11. Ja, kann man, nach ein oder zwei jahren der Bewährung, wenn ich mich richtig erinnere. Ich komme im Moment nicht an meine Liste mit Details, werde das aber in ein paar Tagen ergänzen.

  12. Ich finde meinen Zettel nicht mehr, weder die Kopie noch den Scan. Details stehen – vermutlich – im KMS vom 12.1.05, aber das Nervige an meiner Behörde ist, dass es nur einen Bruchteil der Vorschriften und Verfahrensweisen online gibt. Und auch offline ist kaum daran zu kommen, es soll wohl einen krausen Ordner in den Sekretariaten geben, aber meist muss man sich auf das Gedächtnis von altgedienten Kollegen verlassen oder eine Kopie dritter oder vierter Generation zu entschlüsseln versuchen. Klar kann man auch beim Hauptpersonalrat anrufen und nachfragen, auch auf der Webseite des Philologenverbands gibt es manche Informationen – nur beim Kultusministerium nicht.

  13. Hallo Leute,
    mit neuen Vorgesetzten mach die Fachbetreuung nicht nur keinen Spass mehr sondern ist auch qualitativ wg. Querelen nicht mehr umsetzbar.
    Habe ich Möglichkeiten, diese Funktion zurück zu geben? Wie ist das rechtlich und gibt es da Fristen?
    Wo kann ich ansonsten Antworten finden?
    Danke für eine schnelle verlässliche Antwort :-)

  14. Die besten Antworten gibt es wohl beim örtlichen Personalrat, der sich beim jeweiligen Hauptpersonalrat kundig machen kann. Oder weil das ganze ja sensibel ist: direkt beim Hauptpersonalrat nachfragen.

    Funktion zurückgeben: solange man (in Bayern) nicht in Folge der Funktion StD geworden ist, dürfe das kein Problem sein. Ich kann mir auch keine Fristen vorstellen; man müsste beim HPR nachfragen.
    Wenn man schon StD ist: tauschen kommt gelegentlich vor, dürfte auch kein Problem sein. Ganz abgeben ohne eine andere Funktion zu übernehmen: macht das KuMi und damit die Schulleitung sicher nicht gerne. Aber da kenne ich mich nicht aus.

  15. Hat hier jemand schon etwas gehört, dass nun in Bayern die Modus F Maßnahmen mit dem Einziehen einer dem Schulleiter nachgeordneten Mannschaft, die übrigens 10 Mann leiten und dabei auch weisungs- und beurteilungsbefugt sind, flächendeckend eingeführt werden sollen?
    Was für Konsequenzen hat das dann?!
    Gruss Emil

  16. Jetzt mal was anderes. Was mir noch nicht klar ist. Müssen jetzt Fachbetreuer für den Chef Unterrichtsbesuche abhalten oder nicht? Gibt es eine gesetzliche Regelung, die ihn dazu zwingt allein oder mit dem Chef Unterrichtsbesuche abzuhalten?

  17. Ich bin mir nicht sicher, dass mein Stand aktuell ist, aber morgen haben wir Fachbetreuersitzung, danach weiß ich vielleicht mehr. Soweit ich weiß: Benotung/Einfluss auf Beurteilung sicher nicht. Unterrichtsbesuche als solche mit dem Chef: wohl schon. Aber wie gesagt, später vielleicht mehr und sicherer.

  18. Soweit ich weiß, dürfen Chefs derzeit Fachbetreuer mitnehmen zum Unterrichtsbesuch, die dürfen aber nicht alleine gehen – Shculleitung oder Stellvertreter müssen dabei sein. Aber schriftlich habe ich das nicht mehr, kann mich nur an viele Diskussionen in der letzten oder vorletzten Runde erinnern, als das mal geplant war.

  19. Wird eigentlich eine Funktion, die man kommissarisch übernommen hat, nochmal ausgeschrieben (wenn man z.B. vom StR zum OStR befördert wird), oder geht die kommissarische Fachbetreuung in eine normale Fachbetreuung über? Und was passiert wenn sich jemand (OStR) für die Funktion, die ein StR nur kommissarisch ausübt, interessiert? Muss eine kommissarisch übertragenen Funktion dann abgegeben werden?

  20. Soweit ich weiß, wird die Funktion neu ausgeschrieben, wenn es einen Anlass dafür gibt, also zu Beispiel wenn es erst jetzt einen möglichen Kandidaten dafür gibt. Wenn es nur einen Kandidaten gibt, der die Bedingungen erfüllt, kriegt der den Job, wenn es mehrere sind — da weiß ich nicht, wie groß der Spielraum ist, ob also der OStR die Stelle eher kriegt als der StR. Ist sicher für die Schulleitung einfacher zu begründen, muss aber hoffentlich nicht so sein. Zuerst wird wohl die Note ein Kriterium sein.

  21. Danke für die Antwort! Und noch eine Frage in diesem Zusammenhang: wenn man sich weigert, eine Facchbetreuung kommissarisch zu übernehmen, und auch sonst keiner die Fachbetreuung übernehmen will (z.B. da kleine Kinder zu betreuen sind und teilzeitbeschäftigt), was passiert dann? Verteilt der Chef dann die Aufgaben an alle? Dürften sich zwei Teilzeitler eine solche Stelle teilen?

  22. „Soweit für ein Fach oder eine Fachgruppe keine geeignete Lehrkraft als Fachbetreuung zur Verfügung steht, wird diese Fachbetreuung von der Schulleitung wahrgenommen.“
    Das wird eine Schulleitung vermutlich vermeiden wollen…
    Ich bin ziemlich sicher, dass die Stelle nicht geteilt werden kann. Die Aufgaben aber schon, die können an mehrere verteilt werden, etwa wenn gar keine Fachbetreuung eingerichtet werden kann, weil nicht genug in diesem Fach unterrichtet wird, und trotzdem respiziert werden muss.

  23. Hallo,

    zählt zur Besetzung einer Fachbetreuung die Note des Faches, um das man sich bewerben will, aus dem ersten Staatsexamen oder die Gesamtnote des ersten Staatsexamens?

  24. Kann man ohne erstes Staatsexamen (Seiteneinsteiger) dann überhaupt Fachbetreuer werden?

  25. Ich vermute mal: ja. Dann muss halt irgendwer entscheiden, wie man damit umgehen muss beziehungsweise was man statt Note aus dem ersten Staatsexamen heranziehen möchte. Kommt als darauf an, ob da jemand sitzt, der Entscheidungen meidet oder nicht…

  26. Hätte man dann auch eine reelle Chance gegen einen anderen Bewerber, der das erste Staatsexamen besitzt?

  27. Oben steht, dass „mindestens zwei Fachsitzungen pro Jahr“ abzuhalten sind. Woraus geht das hervor? Habe ich nirgends finden können. Weder in der LDO (auch nicht in der geänderten Fassung von 2014), noch im BayEUG, auch nicht in der Stellenbeschreibung des Fachbetreuers im Funktionenkatalog. Lediglich die Verwendung des Plurals beim Wort „Fachsitzungen“ scheint mir nicht als Argument zu reichen, da hier auch eine Betrachtung über mehrere Jahre sinnvoll wäre.

  28. Ich weiß gerade nicht, was oben steht, bin unterwegs. Mein aktueller Stand: 1 Fachsitzung reicht tatsächlich (hatte unser früherer MB anders gesehen), Schulleitung entscheidet das, die ist auch offiziell. Veranstalterin.

  29. Eine Kollegin, die absolut für die Funktionsstelle geeignet ist, möchte Fachleiterin werden, doch ihr Ansinnen wird ihr verwehrt, da sie „nur“ (familienbedingt) teilzeitbeschäftigt ist. Gibt es in Bayern eine Art „Anti-Diskriminierungsregel“ wie beispielsweise im Land Niedersachsen, so dass es ihr trotzdem möglich ist, sich als Fachleiterin zu bewerben.

  30. Ich kenne mich nur bei Gymnasien aus, Fachleiter heißt es, glaube ich, an der Realschule. Am Gymnasium ist Teilzeit kein Argument gegen eine Fachbetreuung, da bin ich mir ziemlich sicher. Und an jedem Gymnasium gibt es es einen Ansprechpartner oder eine Ansprechpartnerin der oder des Gleichstellungsbeauftragten (am Ministerium).

  31. Was kann man tun, wenn der Fachbetreuer z. B in einer Schulaufgabe Formulierungen für falsch hält, die aber richtig sind. Also mein Physik Fachbetreuer meint, Isotope unterscheiden sich nicht nur in der Anzahl der Neutronen sondern auch in der Anzahl der Elektronen, was falsch ist. Auf Leifi Physik und Wikipedia geht er nicht ein. Also steht jetzt bei mir drin, ich hätte Schwächen in der Formulierung. Was kann ich dagegen tun?

  32. >Was kann ich dagegen tun?

    Da fällt mir nichts Einfaches ein. Dieser Fehler ist so eklatant, dass es sich irgendwie um ein Missverständnis handeln muss – irgendetwas anderes wird ihn vielleicht stören, das etwas damit zu tun hat. Oder er ist ein schlechter Fachbetreuer. Zuerst mit ihm reden, dann einen Kollegen fragen – mehr geht nicht, glaube ich.

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