Fundsachen in den Ferien

Eigentlich könnte ich von weiteren Programmierprojekten erzählen, mit denen ich die letzten Tage verbracht habe. Aber zum einen interessiert das wohl niemanden besonders – andererseits hat mich das noch nie von irgend etwas abgehalten. Nein, vor allem musste ich jetzt zwei Tage Pause einlegen, da sich vor meinem Kopf die Klassendiagramme schon drehten und der Code rotierte. So als echter Programmierer, wie viele Stunden verbringt man denn am Tag mit Diagrammen oder dem Schreiben von Code? Das macht mein Kopf nämlich nicht so recht mit. Teambesprechungen zwischendurch? Pausen? Jedenfalls müsste ich, um die Projekte vorzeigbar zu machen, mich wieder damit beschäftigen, und das traue ich mir im Moment noch nicht zu.

Also sammle ich eher das, was mir so aufgefallen ist:


Essknete. „Die wahrscheinlich sicherste Knete der Welt.“ In vier Farben. Mit Tipps und Knetvorlagen. Kleingedruckt steht darunter, vielleicht aus rechtlichen Gründen, die Produktbeschreibung, nämlich: „Backmischung“. Ah! Man rührt sie mit genau abgemessenem Wasser an, gestaltet Formen damit und backt diese dann im Ofen. Bunte Kekse also.


Apple lässt den Konkurrenten Galaxy Tab in Europa verbieten. Zu ähnlich sei er dem iPad. Das Motorola Xoom ist wohl als nächstes dran. Das erinnert mich – ich bin da vielleicht etwas eigen – an das juristische Vorgehen von DC Comics (damals unter dem Namen National Periodical Publications) gegen Fawcett Comics Anfang der 1950er Jahre: zu ähnlich sei deren Captain Marvel dem eigenen Superhelden Superman: beide groß und stark, können fliegen und haben ein Cape. Mehr Ähnlichkeit war da nicht, das Kostüm des einen war rotgolden, mit weißgoldenem asymmetrischen Cape, aber das reichte für eine Klage und dazu, den erfolgreicheren Konkurrenten zu verdrängen. Es geht – mindestens auch – um das Design des Galaxy:

Es ist ebenfalls „ein rechteckiges Produkt mit vier gleichmäßig gerundeten Ecken“, es hat „eine flache, klare Oberfläche, welche die Vorderseite des Produkts abdeckt“ und es zeigt „die Ansicht einer metallischen Einfassung um die flache, klare Oberfläche“. (Heise Newsticker)

Zu Recht erzählte mir ein Mensch aus einer großen IT-Firma neulich von einer Fortbildung, wo es zum Thema IP (Intellecutal Property) hieß: „IP is a sword, not a shield.“


Das Lesen eines Didaktikbuches – dem ersten seit langem, sollte man eigentlich öfter machen – brachte mich dazu, nach dem Erfahrungskegel von Dale zu recherchieren. Der ist an sich schon in Ordnung und sortiert die Medien ein von den abstrakten (Wörter allein) über die anschaulichen (Foto, Fernsehen, Museum) bis zu denen der Teilnahme:


(Autor: Midiman74, licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 License, Quelle)

Was daran Humbug ist, und nicht von Dale selber stammt, und auch nicht aus irgendeiner anderen wissenschaftlichen Quelle, sind die Zahlen, die oben in dem Diagramm angegeben werden, und denen man immer wieder mal begegnet. Sehr schön recherchiert und zusammengestellt ist das in diesem Blog-Artikel. Ich habe selber vor Jahren mal danach recherchiert, aber nicht so gründlich. Diese Quantifizierung ist Quatsch. Dale selber wollte übrigens auch nicht so verstanden werden, dass bestimmte dieser Medien besser wären als andere, dass anschauliche immer besser wären als symbolische. (Es kommt ja auch darauf an, was man mit den symbolischen Medien – meinen Lieblingen, den Wörtern – macht: eine Geschichte erzählen oder Begriffe präsentieren.)

A propos Statistiken: auch die beliebte Prozentangabe des Körpergewichts, die das Gewicht einer Schultasche nicht übersteigen soll, ist aus der Luft gegriffen.


Auch an bayerischen Berufsschulen kann man den mittleren Schulabschluss („mittlere Reife“) erwerben, wenn man nämlich einen Zeugnisdurchschnitt von 2,5 hat und eine 3 in Englisch. Nein, halt, der Landtag hat beschlossen, dass ein Durchschnitt von 3,0 reicht. Rückwirkend, so dass die Zeugnisse dieses Halbjahrs und des Schuljahresendes teilweise neu geschrieben werden müssen. (Und das mit der 3 in Englisch soll in Zukunft auch umgewandelt werden in eine 4.)


Und jetzt weiter Ferien. Der Blues in mir will geübt werden, wenn auch nur auf der Ukulele.

4 Thoughts to “Fundsachen in den Ferien

  1. Aus 90% „Perform a Presentation“ könnte man darüberhinaus den Schluss ziehen, dass die so überaus beliebten (Powerpoint-) Präsentationen das Nonplusultra in punkto Lernen wären. Jeder Praktiker weiß jedoch, dass oftmals / meistens (?) genau das Gegenteil der Fall ist. Von machtgepunkteten Wikipedia Copy & Paste Darbietungen ist schon nach ein paar Tagen gar nichts mehr da.

  2. Herzlichen Dank für den Link zum Kid-Check. Als Mitglied in unsrem Kreiselternrat werde ich den weiterleiten. Dachte erst, dass da mal wieder Bertelsmann hinter der Studie steht. Aber das team hinter Kid-Check erscheint mir deutlich seriöser. Dachte immer die 10%-Grenze sei ein Werbe-Einfall einer bekannten Ranzenfirma gewesen.

  3. Wie schön, ich kann mal wieder mitreden, Essknete kenne ich.
    Das war aber auch schon mein Beitrag für den heutigen Tag, es ist einfach zu heiß.

    Anbei der link zu einer – meiner Meinung nach – ganz wunderbaren Seite, in der auch Ukulelenspieler angemessene Würdigung erfahren:
    http://coversongarchive.blogspot.com/

    Grüße, Frau Weh

  4. Ich bin ja schon lange der Meinung, dass gute Lieder sich durch Coverversionen auszeichnen. Dann ist es nämlich wirklich das Lied, das gut ist, und nicht der Interpret bzw. das Rundum-Eventpaket Sänger-Auftritt-Anzug-Haarschnitt-Lied.

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